Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 7-8 (April 1935)
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 2 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Buda 1× ep/1047859
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Die Mitglieder dieser Präfekten-Dynastie waren: Jacobus Mendel von cca 1480—1502, dessen Sohn Juda Mendel 1502—1512, dessen Sohn Jacobus Mendel 1512—1523, dessen Sohn Israel Mendel 1523—1526. Der letzte Präfekt war Isak, der auf dem von den Türken unbesetzten ungarischen Gebiete sein Amt ausgeübt hat. Die Mendels haben von jeher nebst ihrem Heime in der Residenz Buda (Ofen) auch Haus und Besitz in Preßburg gehabt, wo sie auch zeitweilig einen Stellvertreter hingesetzt haben. Folgender Akt vom 2. Dezember 1491 von Tyrnau datiert, gibt ein klares Bild von der Mission des Judenpräfekten: Wladislaus von gots gned'en zu hungern und Behmen etc. künig Markgrave wir fugen euch hiemite wissen und euch nicht verhalten willen, daz wir Menlein [Mendel] Jud zu den Juden bey ewch zu Presburg mit etlicher Werbung von uns an sie abgefertiget haben, uns zu unsern meg>- lichen anliegen Vierhundert gülden Ungarisch zu leihen; also gibt uns der obgenant Menlein Jud zu versteen, wie er an denselben Juden bey euch gar nichts habe erlangen und awsrichten müg’en, und so uns danne alle andre Juden mit solichem unserem begere nicht verlassen haben und zu willen gewest sein: Befehlen Wir euch Ernstlich, die obgenanten Juden bey ewch hartiglich der wegen halden, und si gefengknus einnen, bissolange dassie unns in einen solichen Zuwillen werden und uns, In Unsern mercklichen nottaurft, die. Vierhundert gülden ane alles ausreden leihen. Thut Ir unser ganz Wolgefallen und Ist Unser Ernste meynunge. Geben zu Ternaw am Freitag vor Barbara, Unseren Reiche des hungerischen yme ersten und dez Behemischen un Zwanzigisten Jaren. Comissio propria domini R'egis. (Pr'eßburger Stadtarchiv.) Wir lernen das Leben und Wirken der Judenpräfekte nur aus ähnlichen Akten kennen, kein jüdisches Dokument, kein jüdischer Autor erzählt uns von ihren Beziehungen zum jüdischen religiösen und wissenschaftlichen Leben. Hingegen blitzt unverhofft in den Erinnerungen eines Erfurter Ritters (Kohn Samuel, Zsidök törteriete Magyarorszägon) das blendende Bild des Einzuges des Judenpräfektes bei der Krönung Wlad'islaus II. auf „da hatte, der Mendel Jude 24 Pferd und eine, solche koestliche Ruestung, das sie kein Mann gesehen hatte“. War ein solcher königlicher Aufzug eines Juden zur Zeit, wo die Not an allen Türen pochte, entschuldbar? Dem Bibelfesten fällt beim Anblick dieser prunkvollen Pferde-Parade die Mahnung ein: „Er möge sich nicht viel Pferde anschaffen, damit er das Volk nicht wieder nach Mizrajim zurück bringe,“ nach dem Mizrajim der Unterdrückung! 2