Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 5-6 (Januar 1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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die Menschen urteilen nach dem äußern Schein (vgl. i. Samuel 16, 7). Diasf alles1 bezeug#: Juida Liwa bqn Bezalel, Schuloheir-f haupt . der heiligen Gfömlemde Prag. Es folgen die Worte und Unterschriften der Prager Notabeln: Meir Epstein, Parnas; Joseph Jekutiel 1= Kaufmann) Segal, Sekretär. Beide Männer sind uns auch anderwärts zur Genüge bekannt. Sie; bezeichnen unsern Mann auch als „lamdan” und „ba’al sebara“ (gelehrt und selbständig urteilend). In der Tat wird ja hernach auch von einem Werkle unseres Mannes gesprochen. Darüber hinaus folgen noch Unterschriften von italienischen Rabbir/ern: Isakhar Beer Eulenburg in Görz; Ben Zion Zarfati, Barukh ben Samuel, Leb Saraval — alle, drei in Venedig. Nathan Ottolenghi aus Cuneo. Auch diese Männer sind uns aufs beste bekannt. Aus ihren Worten geht unter anderem' hervor, daß sie in unserem Abraham gewissermaßen einen Landsm|ann begrüßen; er hatte nämlich vorher, durch lange Zeit, als Kinderlehrer in Friaul, „in diesem Kreise.” gewirkt gehabt. Nun ist aber „die Zeit der Liebe” gekommen; ein biblischer Ausdruck dafür, daß Abrahams Tochter reif geworden ist, Verheiratet zu werden. Wenn ich den Text richtig deute, so war das nur die größere Tochter, das heißt: es wuchs auch eine jüngere heran. Die Sorge war fertig! Nun muß der arme Mann „umherstreifen“, das ist: auf die Schnorrtourne gehen, m'uß an den Türen, der Wohlhabenden anklopfen, um zu etwas Geld zu kommen. Auch das will e;r in ehrbarer Weise machen: in seiner Hand befindet sich sein Werk „Tora ’Or” (die Tora ist Licht), das er drucken lassen will (ist auch erschienen, aber den Bibliographen nicht bekannt), von dessen Erlös er sowohl die; Tochter verheiraten als auch Reisespesen erhalten will, um nämlich nach Jerusalem, ins heilige Land wandern zu können. Letzteres war ein Gelübde von ihm, und daß muß doch erfüllt werden! Ja, man bittet noch mehr: in jeder Stadt, da er hinkommt, soll ihm sein Bedarf gegeben werden, und ein Pferd, um in den nächsten Ort zu kommen, ein Diener gar, der vor ihm „traben“ soll — recht biblisch, recht jüdisch .. . Ob das ialles erreicht wurde, ist mir unbekannt. Wir können nur das wissen, was uns das glücklicherweise erhalh ten jgljebliehene Flugblatt mütteilt. Wahrscheinlich hat aber die jiunge Damje wirklich geheiratet; dazu wird man, wenn nicht auf diese Weise, so doch in anderer Weise; die Mittel auf-, gebracht haben. Töchter wjerden in Israel unter allen Urrus-tänr den verheiratet. Geholfen hat mjan wohl auch dem frommen und „enthaltsamen“ Vater; auch das ist gang und gäbe in Israel. Auf heiligem Boden wollte er sterben — nun, wir wisr sen nicht, ob er sleinjen Herzenswunsch erreicht hat; aber gewiß ist er nicht tauf der Landstraße gestorben, auf der Land- 21