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Judaica · 1935-01-01 · 5-6 (Januar 1935) · p. Seite 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
5-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 20 (sequence 22)
Language
German
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lichte der Kulturgeschichte;. Aber dieses große Menschenherz besaß geheime; Kammern, die selbst seinem nächsten. Kreise nicht genug bekannt waren. Dort brannte; dias ewige Licht des Jichusstolzes, des sittlichen Komparatives des noblesßie oblige. Im Kreise seiner Berufsgenossen wandelt er unerkannt als ein Fürstenkind im Incognito. Ein seltsames, Ehrfurcht gebietendes Ex’empel von Atavismus! Formt man in diesem edelschönen AntHtz’e die Pariser Barttracht etwas um, so erhält man den idealsten Gaorim-Kopf. Weltweisheit und Weltschmerz spiegeln sich darin. Es lag etwas Erhabenes in sfeiner Lebensauffassung, das man nur mit „Kewana“ bezeichnen kann. Ein ganz außergewöhnlicher tiefer sittlicher Lehensernst, die soldatische Hingabe im Heeresdienste unter der blütenweißen Flagge der Wahrheit und dter Gerechtigkeit. Wie seine Lancette als Arzt nicht Wunden zu schlagen, sondern zu heilen bestimmt war, ist seine herbe Kritik, die ihm eine Wielt von Bewunderern aber auch von Feinden erwarb, niemals destruktiv, sondern dem Aufbau einer schöneren edleren Menschheitszukunft gewidmet gewesen, in welchem Weltbilde ier seiner Rasse einen Ehrenplatz erkämpfen wollte. Ein gedruckter Schnorrbrief Von Professor Dr. Samuel Kraus-Wien. Das gibts nämlich auch; nicht bloß heute, wo einem jeden Tag irgend eine Bittschrift mit Erlagschein ins Haus flattert* nicht bloß di'e allbekannten „heiligen“ Zettelchen aus Jerusalem und d’en anderen heiligen Städten, sondern auch aus — Prag und vor 350 Jahren! D'er große Sammler He;rr David Sassoon in London berichtet in seinem jüngst erschienenen großartigen Katalog (Nr. 634) von einem gedruckten Einblatt, das einem armen T'eufcl von einer gar hohen Persönlichkeit ausgestellt worden war: vom Flohen Rabbi Löw in Prag (1515—1609). Der also Begnadete; hieß Abraham, Sohn des seligen Albxandrai, gebürtig aus Bredfeld (= Breitfeld) bei Schnaittach. Im Munde der Leute wurde er auch Abraham „Weingass“ geheißen — ich weiß nicht warum. Dieser Mann wird wieder^- holt „chasid“ und „nazir“ genannt^ Ehrentitel, die; im damar ligen ohnedies frommen Judentum eine ganz gehörige Auszeichnung bedeutet. Drei Jahre war er „maqre dard’qe“ (Kleinkinderlehrer) in Prag gewesen, in welchem Amte er sich tadellos benommen; man soll ja keine „Furcht“ vor ihm haben (das ist: keinen Verdacht auf ihn haben), denn er ist durchaus verläßlich; auch an seinen Kleidern seien (keine Flecke?) zu erkennen, das ist wohl: ier gehe absichtlich in zerlumpten Kleidern, denn die öffentlichen Straßen können als gefahrvoll an* gesehen werden, und zudem: Gott sieht aufs Herz, und nur 20

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