Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- 3-4 (Oktober 1934)
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 27 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Adresse des Dr Samuel Weiss senden. Der Ueberbringer des Briefes aber war incognito Dr. Weiss selbst, der auf diese Weise die volle sachverständige Wahrheit über seinen Zustand wissen wollte. Der Professor tröstete den Patienten mit einer guten Diagnose, schrieb .aber an Dr. Weiss das Todesurteil: Rettungslos verloren! So starb dei fromme Arzt gottergeben, betrauert von der ganzen Gemeinde. Sein Andenken bleibt ein gesegnetes. Malerei Ahron Herlingen. Von dem Hofkalligraphtn Ahron Herlingen aus Gewitsch mit dem Beinamen Schreiber, der um 1730 herum in Pressburg seine Kunst ausgeübt hat, hebt David Kauffmann besonders sein prachtvoll ausgeführtes Jom-kippurkatan hervor, das er für den Sohn Simon Michels, den i/A x-uapxv: |'w> aß«« l g; 1 - in Pressburg wohnenden Meir, ausgeführt hat. ln der Kauffmann’schen Sammlung in der Akademie der ungarischen Wissenschaften in Budapest befindet sich auch die „Hagada schel Pessach” deren Titelbild wir reproduzieren. Sie ist auf Pergament geschrieben, hat zwanzig Quartseiten in einem schönen Ganzlederband eingeheftet. Sie ist im Jahre 1730 in Pressburg hergestellt worden und ist mit feinen Federzeichnungen reich illustriert. Die zehn Plagen sind in kolorierten Bildchen dargestellt. Die Hagada war zuletzt im Besitze Adolf (Elia) Kornirzers in Tapolcza-Neusatz, der eine jüdische Ucbersetzung der Chad-Gadja hinzuschreibt, ferner den Vers: „Wo man singt dort lass dich ruhig nieder.” (j.. April 1884.) In derselben Bibliothek befindet sich auch ein Thillim, augenscheinlich vom selben Meister hergestellt. (Ueber die Familie Herlingen siehe Wachstein’s Grabinschriften usw.) Musik Lichtenthal Peter, Komponist, Musikschriftsteller, Arzt, Linguist, Geograph, geh. in Pressburg am 10. Mai 1780. Studierte Medizin in Wien, war Spitalsarzt während der Typhusepidemie, begab sich krankheitshalber nach Italien, liess sich in Mailand nieder, wo er sich beinahe auf allen Gebieten der Kunst und Wissenschaft versuchte. Er war Arzt, Zensor, Komponist und schrieb nebst medizinischen Werken, Ballette, Symphonien, Messen, Sonaten. Sein Hauptwerk ist Dizionario e Bibliographia della Musica. Er war Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften. Obwohl er in der vorliegenden Biographie bis zum Ende seines Lebens als Jude figuriert, ist wohl der Zweifel berechtigt, ob er seinem Glauben treu geblieben ist. Viktor Herzfeld, Komponist und Musikschriftsteller, geboren in Pressbürg .am 25. März 1856. Er studierte Jus, später Musik in Wien. Im Jahre 1888 wurde er Professor der Musikakademie in Budapest. In Anerkennun seiner Verdienste als Musikpädago wurde er mit dem eisernen Orden 111. Klasse ausgezeichnet. Er hat eine Reihe von Kompositionen und Musikstudien geschrieben. Er ist am 20. Februar 1919 in Budapest gestorben. 27 'rr-i rJ q