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Judaica · 1934-10-01 · 3-4 (Oktober 1934) · p. Seite 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
1 (1934)
Issue
3-4 (Oktober 1934)
Date
1934-10-01
Page
Seite 21 (sequence 23)
Language
German
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Orth. Juden aus der Slovakei und Ungarn haben den amerik. Zionismus gegründet Von alldem, was unsere slovakischen und ungarischen Zionisten nicht wissen, liesse sich eine jüdische Enzyklopädie machen. Am sonderbarsten ist die völlige Ignoranz der grossen Verdienste, welche sich gerade das slovakische und ungarische Judentum sowohl im Inlande als im Auslande um die Renaissance Palästinas erworben hat. Wir müssen jahraus, jahrein Dithyramben lesen über die Leistungen von kleinen selbstgekrönten ausländischen Fraktionsführern, die zumeist mehr für die Partei als für Israel und Palästina arbeiten. Wir dürfen aber nicht erfahren, was unsere eigenen Landsleute für einen gewaltigen Anteil an der Renaissance des Volkes, des Landes und der hebräischen Sprache gehabt haben. „Samuni notera bechol hakramim karmi 5eli lo natarti.55*) Im Jahre 1855 wird eine goldene, hebräische Medaille zu Ehren Albert Cohns geprägt als Andenken an dessen Tätigkeit «in Palästina, welche die Grundlage des ganzen Kolomsationswesens war. Albert Cohn war unser Landsmann. A bert Cohn, der Almosenier des Pariser Rothschilds, hat die Rothschilds für Palästina begeistert. Dr. Adolf Szalvendy, Akiba Josef Schlesinger, Simon Löffler, Aron Salamon Wertheimer, Chajim Sonnenfeld, Josua Stampfer, wer spricht von ihrer aufopfernden selbstlosen wahrhaft jüdischen Wirksamkeit für das Erblühen Palästinas? Aber statt, dass wrir der unabweislichen Tatsache nachspüren und den psychologischen Grund erforschen, wodurch unser Judentum in solch hervorragender Weise berufen war, den Zionismus zu befruchten, hat man ungerechterweise gerade unser Judentum als „ever meduldal"**) dargestellt und den Misserfolg des Zionismus in Altungarn, den nur unfähige Führer verursacht haben, als Schuld der jüdischen Gesellschaft oder der jüdischen Masse in Altungarn gebucht. In einem psychologischen Zusammenhänge muss auch damit der Umstand stehen, dass die ersten Verkünder des Zionismus in Amerika ausschliesslich aus unserer Geg e n d stammende Orthodoxen oder Kinder von solchen gewesen sind. Als wir 1897 in den ersten Nummern der „Welt” mit Spannung die Berichte aus allen Ländern gelesen haben und besonders auf die Berichte aus dem geld- und einflussreichen Amerika geachtet haben, erfuhren wir froh erstaunt, dass Männer aus unserem Vaterlande, aus unserem engsten Bekanntenkreise die Pioniere des Zionismus in Amerika sein. Kein anderer als der Sohn des gefeierten Dunajska Stredaer Oberrabbiner Rabbi J e h u d a A s z o d, der würdige Moses Aszöd gründete nach dem ersten Kongresse den Verein „Degel Zion” und gibt das of- *) Sie machten mich zur Hüterin in allen Weingärten, nur meinen eigenen Weingarten hütete ich nicht. **) Lebloser Teil. 21

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