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Judaica · 1934-10-01 · 3-4 (Oktober 1934) · p. Seite 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
1 (1934)
Issue
3-4 (Oktober 1934)
Date
1934-10-01
Page
Seite 20 (sequence 22)
Language
German
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Die Wahlen zum 1868. Kongress Am 7. November 1868 hält der Gemeindepräsident Kalman Pappenheim im grossen Pälffysaale seine Kandidatenrede zur Deputierten wähl zum ungarischjüdischen Landeskongress. Er beginnt mit den Worten: „Ich bin kein Redner und wäre ich es, könnte ich jetzt nicht sprechen,.” Die Traurigkeit seiner Seele (er hatte damals seine edle Frau verloren) und die Erhabenheit und Tragweite seiner Sendung erschweren ihm das Wort. — Die Rede ist vollinhaltlich im Magyar Zsido, Jahrgang 1868 in deutscher und ungarischer Sprache abgedruckt. Der orthodoxe Flügel hatte Rabbi Feisch Fischmann, Kalman Pappenheim und Philipp Bettelheim kandidiert, die Fortschrittspartei nominierte M. Bunzl. Die Wahl endete mit einem erdrückenden Sieg der Orthodoxen. Rabbi Fischmann und Pappenheim erhielten je 304, Ph, Bettelheim 287, Moritz Bunzl blos 67 Stimmen, Der Oberrabbiner Ketaw Sofer nahm kein Mandat an, begleitete die Deputation aber nach Pest, wo er während des Kongresses in kleineren vertraulichen Sitzungen des orthodoxen Flügels Einfluss auf den Gang der Ereignisse geinommen hat. Am Kolnidre Abend hatte der Ketaw Sofer schon zum Kampfe gegen die Neologie aufgemuntert. Vor der Abreise zum Pester Kongresse hielt der Oberrabbiner eine Kanzelrede über den Verteidigungskampf der Orthodoxie, er wünsche blos die Niederlage der Sünde und nicht der Sünder. Er brach in Tränen aus und bat, während der Dauer des Kongresses das Gebet zu sprechen, das er zu diesem Zwecke verfasst hatte. Welcher Geist diese Assimilation damals beseelte, beweist folgender Auszug aus einem Artikel in der „Pressburger Zeitung” den die Fortschrittspartei lancierte: „Der Starrsinn des Rabbinismus weicht kein Haarbreit von seinen Antedenzien, trotzdem die Konsequenz der Zeit deren Absurdität so schlagend beweist. Noch immer wird die Hoffnung auf das Reich Israel nicht auf gegeben, keine Silbe wurde noch bis jetzt aus den Gebetbüchern von den hundertfältigen Stosseufzern gestrichen, die eine BTickkehr nach Jerusalem vom Himmel erflehen.” (Nr. 64. 1868.) i Gemeindepräsident Kalman Pappenheim als Kongressdeputierter KMKiit 20

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