Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- 3-4 (Oktober 1934)
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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und seiner treuen Brüder und Mitarbeiter Bernhard und Joachim. Sein altruistisches Wesen lässt ihn in seinem Missgeschick den ganzen Jammer seiner entrechteten Rasse empfinden und treibt ihn an, eine Oase in der Wüste der Unduldsamkeit zu erschaffen, die nicht nur ihm, sondern allen Entrechteten der Gesellschaft Zuflucht bieten sollte. Befand sich nicht in der Nähe Pests der Besitz des Grafen Kärolyi, der auch sein Grundherr in Surany war? Er betrachtete es als gutes Omen, dass er, als er die Karoly’sche Gutsverwaltung aufsuchte, seinen alten Gönner von Suranv, v. Burg, vorfand, der seine Pläne mit Wohlwollen prüfte. So pachteten die Brüder Löwy in der damaligen Sandwüste von Kaposztas-Megver einen Grund, auf welchen sie im Jahre 1835 ihre einsame Fabrik errichtet haben. Und er nannte seine Eremitage mit der Vision des Bahnbrechers: Ujpest. Der Vertrag mit dem Grafen verdient vielmehr eine Verfassung genainnt zu werden. Er beginnt: „1. Völlige religiöse Gleichstellung, falls sich hier eine Gemeinde bilden sollte, so dass Jeder ohne Unterschied des Glaubens Wähler und wählbar für die Kommune sei. 2. Völlige Gewerbefreiheit und zwar so. dass sich hier Zünfte oder Meisterschaften nie bilden dürften.” Im Verlaufe von drei Jahren hatte sich um die Fabrik Isak Löwys schon eine nach Hunderten zählende Gemeinde gebildet die den Gründer der Gemeinde zum Ortsrichter gewählt hat, welches Amt Isak und Bernhard Löwy Jahre hindurch mit selbstloser Hingabe versehen haben. Fünf Jahre hindurch hat er auf eigene Kosten eine Kommunikation zwischen Pest und Neupest, aufrecht erhaltet, um den Verkehr zu heben. Im Jahre 1839 erbaut er die erste Synagoge auf dem 6co Quadratklafter grossen Grund, den Graf Kärolvi der Israelitengemeinde zum Geschenke machte. Nicht lange darauf konnte man zur Errichtung einer Normalschule schreiten. Viel zu früh wurde der wackere Mann dem Felde seiner Tätigkeit entrissen. Er starb am 6. Tage des jüdischen Osterfestes nicht älter als 54 Jahre. Das Leichenbegängnis war eine Kundgebung konfessioneller Eintracht. Die Deputation der Fester isr. Gememde musste, des Feiertags halber, den weiten Weg hin und zurück zu Fuss gehen. In Ujpest schliessen sich der jüdische und christliche Friedhof aneinander. In der Mitte beider Friedhöfe ragt sein Grabstein, auf welchem unter anderem in hebräischer Sprache zu lesen ist: Hier ruht Isak Löwy Gründer und Vater seiner Gemeinde. Er starb am 6. Pessach-Tage 1847, nachdem er seinen 12 Kindern in echt patriarchalischer Würde und Weihe den letzten Segen erteilt hat. Eine Strasse in Ujpest trägt noch heute den Namen des Gründers der zur mächtigen Entwicklung gelangten Stadt. Sein Sohn David hat das Werk des Vaters fortgesetzt und erhöht. 7