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Judaica · 1934-10-01 · 3-4 (Oktober 1934) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
1 (1934)
Issue
3-4 (Oktober 1934)
Date
1934-10-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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von Rabbi Juda Aszod disqualifiziert worden war. Der unglückliche Rabbi schrieb einen schmerzerfüllten hebräischen Brief an den Herausgeber, den Sohn des Rabbi Juda Aszod, worin er ihm die bittersten Vorwürfe darüber machte, dass er ihn, den Gelehrten, den Seelsorger, der Schande preisgegeben habe und droht mit — Pressklage! Was dem Fasse vollends den Boden ausschlug, war sein Nekrolog oder eigentlich seine Schmähschrift auf den Tod des orth. Gemeindepräsidenten Philipp Bettelheim. Seine eigene Gemeinde brauste gegen ihn auf! Er soll eine grössere Abfertigungssumme erhalten haben, mit welcher er in Budapest eine Wochenschrift „Der ungarische Israelit" gegründet hat. Herr Rabbiner Dr. Funk erzählt, dass die Tochter des Dr. Bak, als er sich in späteren Jahren als Pressburger Rabbiner vorgestellt hat, in Thräncn ausbrach und klagte, das man ihren Vater mit der falschen Beschuldigung, dass er Geld veruntreut habe, gezwungen habe, Pressburg zu verlassen. In der ersten Nummer des „Ungarischer Israelit'’ kündigt er, wie ein Bussiertiiger. ein Blatt „anderer Richtung” an, es grollt aber immer wie ein Nachgewitter, wenn er von Pressburg und seinen Männern spricht. Zwanzig Jahre lang stand er an der Spitze des auf achcungswercem, wissenschaftlichem Niveau stehenden Wochenblattes, das augenscheinlich einen harten Kampf ums Dasein führte. Sein Tod war ein ausserordentlich harten Strauss wie sein ganzes Leben. Bei einem Sturze zieht sich der Siebzigjährige eine Gehirnerschütterung zu und ringt 17 Tage lang schwer mit dem Tode. Am 3. Juli. 1S93 findet Ahasver seine ewige Ruhe. Die Gemeinde bereitet ihm ein ehrenvolles Begräbnis. Dr. Kayserling hält eine erschütternde Trauerrede. Bak hinterliess eine gänzlich unversorgte Familie, eine Frau mit 6 Kindern. Die Familie führt das Blatt mehr als ein Jahrzehntlang fort. „Der ungarische Israelit” wird einer der ersten Verkünder des Zionismus in Ungarn, berichtet eingehend über die Tätigkeit der Zionistenvereine in Ungarn, mit Ausnahme — Pressburgs. In flüchtigen Zügen ist hier zum ersten Male die rätselhafte Erscheinung des ersten Seelsorgers der Pressburger Neologengemeinde skizziert. Bak verdient eine eingehendere Studie. Er war unter einem glücklichen Stern geboren. Was hat den Stern zum Unstern gewandelt? Er selbst oder die Ungunst der Zeit? Er kann nicht den Märtyrerkranz des Wahrheitshelden beanspruchen. Für die Wahrheit darf nur mit Wahrheit gekämpft werden. Er ist unwahr und ungerecht im Kampfe. Er war eine cholerische Natur und offenbar das Opfer seines unglückseligen Jähzornes. Der Tod sühnt! Er hat manches Schöne und Wertvolle hinterlassen. Sie bilden seine fürsprechenden Engel. Er hat „vielfach, gesündigt, aber auch vielfach gebüsst!” * 4

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