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Judaica · 1934-10-01 · 3-4 (Oktober 1934) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
1 (1934)
Issue
3-4 (Oktober 1934)
Date
1934-10-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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den Nachruf hält.) Die Rabbinerlaufbahn, die er mit dem nagenden Unglauben im Herzen nicht betreten durfte, war die schiefe Ebene, auf welcher er sich nicht auf die Dauer erhalten konnte. Sein kongenialer Landsmann, der ebenfalls in Nove Mesto geborene Pressburger Rabbinatskandidat Ignatz Einhorn, besser bekannt unter dem Namen Eduard Horn, späterer Staatssekretär im ungarischen Handelsministerium, mit welchem ihn zur Zeit ihrer gemeinsamen Lehrjahre eine aufrichtige Freundschaft verbunden hat, zog aus dem gleichen Zwiespalt seiner Seele alle Konsequenzen, trat offen als Vorkämpfer des Reformjudenitums auf, schuf sich in Pest eine Gemeinde nach seinem, Ebenbilde und als er seinen Geist nicht in weitere Schichten des Judentumes tragen konnte, widmete er sich völlig dem politischen Leben, wo er seine Ideale und Kenntnisse frei entwickeln konnte. Ignatz W. Bak, der wohl seinem Freunde geistig nicht nachgestanden ist, war ausser Stande, die Talmud Wissenschaft wie Ballast auszuwerfen. Er blieb. Er war der jüdischen Wissenschaft leidenschaftlich ergeben, sie war sein Lebenselement. Im Alter von 19 Jahren hielt er in Szeged seine erste öffentliche Predigt in deutscher Sprache. Er riss sein Publikum hin durch die Pracht seines Styles, seinen sprühenden Geist. Er war zum Revolutionär geboren und als die ungarische Freiheitsbewegung hoch ging, warf sich Bak mit Leidenschaft in die Strömung. Er arbeitete mit Einhorn, Moritz Ludassy und Ignatz Helfy «in dem Befreiungskämpfe der Magyaren mnt. Aus dieser Zeit stammen seine Artikel in der „Pester Zeitung’' und im „Ungar”. Als die Patrioten aus Pest flüchten mussten, begab er sich im Vereine mit Einhorn nach Szeged, wo sie die Zeitschrift „Tisza” herausgaben. Doch als die Reaktion den vollen Sieg erringen konnte, flüchtete Bak zu reichen Verwandten, wo er unter falschem Namen lebte. Die Teilnahme an dem ungarischen Freiheitskampfe war nur geeignet, den zügellosen Geist Baks ungeberdiger und hemmungsloser zu gestalten. Der unbändige Feuergeist, der seinen Mutterwitz an den mächtigsten Potentaten Europas geübt hat, soll nun sein Haupt in das Joch eines Protzen von einem Provinz-Rosch-hakahal beugen! Dr. Ign. W. Bak wird Rabbiner von Bekes Gyula.*) Mit welcher Begeisterung und Andacht mag der erste Appell des wortgewaltigen, geistsprühenden und hochgelehrten Führers aufgenommen worden sein und wie entsetzlich war sein Scheiden! Seine Tätigkeit in Gyula artete in einen europäischen Skandal aus. Am Rosch-haschana-Tage wurde er von seinen Gemeindemitgliedern aus dem Tempel gejagt. Die Gemeinde wendete sich an den Dunajska Stredaer Rabbiner, den hochverehrten Rabbi Juda Aszöd mit einer Disziplinarklage gegen Dr. J. W. Bak. Auf Grund der vor gelegten Beschuldigung und einer eingehenden Untersuchung traf Rabbi Juda Aszod in seiner Response die Entscheidung, dass *‘:j Nacli einer anderen Quelle wirkte er auch in Mako und Grosswardein. 2

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