Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- 3-4 (Oktober 1934)
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 1 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JUDAICA ZEITSCHRIFT FÜR GESCHICHTE, LITERATUR, KUNST UND BIBLIOGRAPHIE ERSCHEINT MONATLICH I. Jahrgang OKTOBER-NOVEMBER 1934 3-4 Heft Dr. Ignatz Wilhelm Bak der erste Seelsorger der Pressburger neologen Gemeinde. Wer würde in diesem menschenfreundlich lächelnden Antlitze, in welchem sich Wissenschaft und Esprit wieder spiegeln, den ,,wilden Mann" erkennen, von welchem — wie die Bibel von Ismael — gesagt werden muss, „seine Hand war gegen Jedermann und Jedermanns Hand gegen ihn”! Die Vorsehung hatte ihm alle Vorzüge in die Wiege gelegt, die ihn zu einem der grössten Führer in Israel prädistiniert hätte. Was schleuderte ihn aus der Bahn der Fixsterne der Chatam-Sofer-Schule und schuf den feurigen Kometen, der Schrecken und Vernichtung in sich trug? Er ist am 23. Dezember des Jahres 1822 in Nove Mesto (Waag-Neustadtb Vag-Ujhely) geboren als der Spross einer Familie, die vom Nimbus des Märtyrertums umwoben war. Der Name Bak soll nichts anderes als die Abbreviatur von Ben Kadosch oder Ben-Kedoschim, Kind der Märtyrer, darstellen. Sein Vater war der unvergleichliche Kanzelredner und Talmudgelehrte Josef Elieser Bak in Szeged. Genie und eiserner Fleiss, seltene Weggenossen, paarten sich bei Bak harmonisch und ihre Frucht war ein stupendes Wissen, das selbst in jener A.era der Wunderkinder Aufsehen erregt hat. Chatam Sofer, dessen dazumal in höchster Blüte befindliche Talmudhochschule er im Alter von 12 Jahren bezogen hat, zeichnete den scharfsinnigen und von rastlosem Fleisse beseelten Bachur bei jeder Gelegenheit aus. Er aber ward im 17. Jahre seines ausschliesslich der jüdischen Wissenschaft gewidmeten Leben schmerzlich von des Zweifels Qualen angekränkelt. (Das gesteht selbst sein ihn tief verehrender Verwandter, der nach seinem Tode einen wie eine Verteidigungsrede klingenden, ergreifen-