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Judaica · 1934-08-01 · 1-2- (August-September 1934) · p. Seite 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
1 (1934)
Issue
1-2- (August-September 1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 32 (sequence 33)
Language
German
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Republikbad in Piestany WSt1 sehen und wissenschaftlichen Körperschaften. Der älteren Generation aus der Turocz und deren Umgebung wird der Name des Emanuel Pollak, der Sohn Moritz Pollaks und tnkel des Josef Schulz selige Reminiszenzen aus der Jugendzeit hervor zaubern . . . Pollak & Schulz, Namen die Jahrzente lange das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben der Umgegend beherrscht haben ... Da taucht im Gedächtnisse die Mythe von der romantischen Fahrt eines gekrönten Hauptes auf Holzflössen, die Moritz Pollak beaufsichtigen musste auf,längst verklungene Zeiten! Aber sein Sonn, der leichtfüssig die zweite biblische Grenze überschreitet, arbeitet noch mit jugendlicher Energie. Gegenwärtig schallt er an einem Werke über die alten Synagogen in der Slovakei, Ungarn und Oesterreich, ß. Nekrologe Chaljim Nachman Bialik. Die Bialik-Literatur hat schon zu seinen Lebzeiten eine kleine Bibliothek bilden können. Myriaden von Nekrologen begleiten ihn auf seinem letzten Wege. Er hat die Bitterkeit des Lorbeers nicht verkostet. Auch nicht das Martyrium des Propheten, von welchem ein Nizuz durch all seine Lieder geht. Er begriff den tragischen Gegensatz zwischen der Sendung seines Volkes und der Wirklichkeit und sein prophetischer Zorn flammte wie ein greller Blitz über die entartete Masse hin. Er war aber Salon-Prophet. Er hatte keine Lust, den Lorbeer mit dem Dornenkranz zu vertauschen. Wie viel unverständiges Zeug über ihn gefaselt wird, zumeist von Literaten, die ihn nur aus deutscher Übersetzung kennen, oder nur mit Hilfe des Diktionärs etwas von ihm erahr en konnten! Wer nicht eine grosse Jeschiba besucht hat, wird niemals Bialik erkennen, wer niemals Matmid war oder zwischen solchen Jahre verbracht hat, lehre uns nicht, wer Bialik gewesen ist! Der Geist der Woiosiner Jeschiba verliess ihn nicht bis zum letzten Schwanenliede. In den Jeschiboth las man ihn scheu verborgen mit fieberndem Herzen. „Hoj, im eschma kolam . . .!“ Und Zehntausende von Matmidim starrten in sein, Buch, wie Medusa in ihren Spiegel. Sie wussten nicht, ob sie Bialik segnen oder fluchen sollten Hamatmid . .! Das perpetuum mobile des Talmudstudiums ... Es mag wohl 36 Jahre her sein, dass dieser aufrührerische Sang an die jüdischen Klostermauern hämmerte. — Er war der Dichter der grossen Aera der Wiedergeburt seines Volkes, er pflückte die Rosen, die am Wege blühten, ohne Dornenstiche zu erleiden. Er sah Herzl kommen und schwinden, er teilte seine Freuden, nicht aber seine Schmerzen . •. Er gehörte nicht zur Sturmtruppe Herzls. Wohl aber hat Herzl ihm eine Welt eröffnet, die ihm sonst verschlossen geblieben wäre Die Fackel, die Herzl entflammt hat, fiel wie ein Reflektor in das Dunkel des Ostjudentumes und wob eine Gloriole um seine Helden. Mendel Beilis* Eine grosse Menge begleitete den Sarg Mendel Beilis in New-York, prominente Rabbiner hielten Nachrufe, die jüdischen Blätter wetteifern wohl mit der Länge 32

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