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Judaica · 1934-08-01 · 1-2- (August-September 1934) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
1 (1934)
Issue
1-2- (August-September 1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 5 (sequence 6)
Language
German
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.Festdichtung verfaßt, die beim feierlichen Gottesdienste in dem großen Tempel remitiert wurde und in Druck erschienen ist. Der hohe Kunstsinn Lembergers, von dem übrigens mehrere schöne Zeichnungen hinterblieben sind, kommt in den herrlichen hebräischen und deutschen Festdichtungen zum Ausdrucke, welche die Gemeinde unter seiöner Leitung veranlaßt hat. Im Jahre 1822 dichtete Ber Oppenheimer zu Ehren der Installation des Grafen Leopold Palffy als Obergespan eine schöne Festode in beiden Sprachen, die in Bikkure Haittim abgedruckt ist. Aber drei Jahre später folgt der Sohn Karl Palffy an Stelle seines Vaters. Diesmal ist Moritz Kornfeld der Festdichter, der ebenso schwungvolle hebräische als deutsche Dithyramben singen kann.1) Das Jahr 1825 schüttete sein Füllhorn über das Preßburger Judentum aus. Der herannahende Reichstag, die verheißende Zukunft des im Aufschwung begriffenen Landes waren geeignet, den Wohlstand der Gemeinde Preßburgs zu heben. Das ungarische Judentum setzte die größten Hoffnungen in den Reichstag.2) Lemberger berief eine Landesversammlung der ungarischen Juden nach Preßburg ein. Dem verfassungsmäßigen Reichstag mußte ja eine konstitutionelle jüdische Vertretung zur Seite gestellt werden. Es kamen Delegierte von den Komitaten Bäcs, Baranya, Csongrad, Eisenburg, Gran, Ödenburg, Pest, Preßburg, Somogy, Tolna, Torontäi, Wieselburg, Zala, Kroatien war durch einen Eisenburger Delegierten vertreten. Von den Verhandlungen dürfte wohl ein Protokoll verfaßt worden sein-. Der Landeskongreß wählte eine Kommission, welche das Judentum beim Reichstag vertreten sollte. Die Kommission bestand aus Abraham Hirsch Lemberger, Wolf Breisach, Isak Breisach, Wolf Brody, Menka Engländer, Markus Holländer-Eperies, Löb Königsberger und Markus Stern. Die Kommission richtete an den Reichstag eine Petition in lateinischer und ungarischer Sprache.3) Sie fordert Befreiung von den Beschränkungen, welchen die Juden unterworfen sind. ,,Ingatlan jöszagot nem birhatunk, a kereskedes dolgaban több-több akadälyokkal kell küzdenünk mint mäsoknak e boldog Hazäban, több videkektöl egeszen eltiltattunk — a mesterseg üzeseben is sok gätokra talälunk. Minden serelmeink eläadäsa hosszas lenne es tsak felebresztene szoxnorusägunkat..." Die Petition verlangt daher nur Untersuchung der jüdischen Lage und vertraut auf die Gerechtigkeit der Stände. Sie findet eine sehr freundliche Aufnahme bei den Ständen und Lemberger erläßt ein sehr optimistisches 1) Auch in anderen ungarischen Komitaten wurde die Installation eines Ober* gespanes von der dortigen führenden Gemeinde mit ähnlichen Festschriften ge=* feiert. Ich endeckte da, dass Jemand in einem südungarischen Komitate ein Plagiat begangen hat, indem er die von Moritz Kornfeld in Pressburg gedichtete Ode unter seinem Namen erscheinen Hess. 2) Nach einem alten Brauch wurden gelegentlich des Erscheinens des Kaisers während des Reichstages vier jüdische Paare auf Kosten des Kaisers vermählt. 3) Ein Exemplar davon befindet^sich in Pressburger Gemeindearchiv. 5

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