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Judaica · 1934-08-01 · 1-2- (August-September 1934) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
1 (1934)
Issue
1-2- (August-September 1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 4 (sequence 5)
Language
German
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Gewicht darauf, seiner Mission als Fürsprecher für das Judentum am Hofe und bei der fRjegierung durch eine gebildete Sprache, höfisches Wesen, Kenntnis der Geschichte und der Staatswissenschaft gerecht zu werden. Er las eifrig politische Zeitungen, studierte Reichstagsberichte, um das Wesen und dir Terminologie der Politik kennen zu lernen. Seine zweifellos bedeutende künstlerische Veranlagung lebte sich erst in im Ghetto so beliebten Künsteleien aus, er schrieb z. B. das ganze: Buch Esther auf einen Streifen von dem Umfange eines Strlohibalmes. (Ich selbst sah noch bei .seinem Sohne Aaron ein. Weizenkorn, in welches Abraham Hirsch Lemberger in seiner Jugend das Schma-Gebet eingraviert und das er in ein Glasröhrchen eingefaist hatte.) Welches Weib war würdiger ihm Lebensgefährtin zu seia als die Tochter des reichen und hochgelehrten Patriziers Esriel Brill, die Enkelin des ruhmreichen Parness Koppel Thebens? ^Weinrebe schlang sich da um Weinrebe." Anfangs gab er sich im Hause seines Schwiegervaters ausschließlich dem Studium hin, später widmete er sich dem Handel. Von seiner ehernen Rechtlichkeit im Handel erzählt man manche bezeichnende Fälle. Der Chatam Sofer schätzt in ihm bald den hingebungs^ vollsten Soldat im Kampfe gegen die Reform. In dem Geh meindevorstände bildete er das Gegengewicht gegen Wolf Breir sach, dem Begründer der Primärschule, gegen welche Gründung Lemberger vergebens kämpft. Vergebens unterfertigen menr als ioo der angesehensten Mitglieder der Gemeinde einen Protest an die Regierung. Die Schule wurde am i. April 1820 im Breisach'schen Hause eröffnet. Lemberger machte sich einen. Riß in das Kleid, wie bei einer schweren Familientrauer. Er ahnte es, das gab einen Riß in Israel! Aber alle Parteien trafen sich zur gemeinsamen Arbeit bei der Gründung des „Israelitischen Hand werker Vereines", dessen Statuten auch die Unterschrift des Chatam Sofers tragen und sowohl von Breisach wie Lemberger gefördert wurden. Die Gründung dieses Vereines, der Jahrzehnte lang erfolgreich wirkte, war die erste ihrer Art am europäischen Kontinente und fand einen sympathischen Wiederhall im ganzen Judentume. Die Morgenröte der Freiheit stieg am Horizonte empor. Kaiser Franz sieht sich doch bemüssigt, den Magyaren entgegenzukommen. Er ruft nach dreizehn Jahren wieder den Reichsltag nach Preßburg ein. Die Krönung der Kaiserin Carolina. Augusta zur Königin von Ungarn soll das Magyarenvolk versöhnen. Die Krönung wird am 25. September 1825 mit berauschendem Pompe gefeiert. Die Preßburger Gemeinde überreicht der Königin ein schönes Festgedicht in hebräischer und deutscher Sprache. Der schwungvolle hebräische Text ist von dem großen Gelehrten Ber Oppenheimer, die deutsche metrische Übersetzung von seinem Sohne Ignatz gedichtet. Das Festigedicht in rotem Sammte mit schöner Goldstickerei gebunden gewesen. Außerdem hat der Lehrer Skreinka eine hebräische 4

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