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Judaica · 1934-08-01 · 1-2- (August-September 1934) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
1 (1934)
Issue
1-2- (August-September 1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 3 (sequence 4)
Language
German
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Abraham Hirsch Lemberger der letzte Landespräsident des gesamten ungarischen Judentumes Zu seinem 100. Todestage am 28. Juli 1934. Vor hundert Jahren stand die Gemeinde Preßburgs in herbem Kummer um die Bahre eines ihrer größten Männer, und horchte aufs Tiefste erschüttert der Todtenklage des verehrten Rabbis, des Chatam Sofer s. A., der schmerzerfüllt ausgerufen hat: „Naar hojissi gam sokanti weloj roissi... Ich bin ein Jüngling gewesen, bin ein Greis geworden..., habe in verschiedenen Ländern an der Seite großer Männer gelebt, ich habe aber keinen zweiten Zaddik gefunden, der alle Tugenden eines Frommen, eines Führers vereinigt hat, wie unser teurer R. Abraham Hirsch Lemberger." In der Tat war dieser Letzte in der Reihe Preßburger Gemeindepräsidenten, welche das Prädikat „Führer und Versorger des ungarischen Judentumes" führten, die herrliche Schlußapotheose des Parnassimtumes der Preßburger Gemeinde. Sem Ansehen beim Hofe basierte nicht etwa auf seine Fl^ nanzmacht und war nicht durch große Anleihen gefördert, wie bei seinen Vorgängern. Er war eher Staatsmann als Stadlan zu nernen. Er pochte schon im Namen der Freiheit und der allgemeinen Menschenrechte an die Tore des Ghettos. Er übertraf seine Vorgänger an talmudischen und weltlichen Kenntnissen, wenn er auch nicht an ihre politische Macht heranragte* Abraham Hirsch Lemberger ist im Jahre 1776 in Preßburg als Sohn des in dem „Buch der Erinnerungen" des Chatam Sofer so rühmlich erwähnten R. Mendel Lewuw-Lemberger und Frau Rama Postelberg geboren. Sein Großvater war der Preßburger Dayan Hirsch Lewuw, Sohn des Trebitscher Oberrabbiners Josef, Sohn des Aaron Lewuw. Nach „BethrEl" von Ignatz Reich, wäre Lemberger ein Nachkomme des Baron Aguilar gewesen. Er erhielt im Hause seines Vaters eine gründliche talmudische Ausbildung. Von frühester Jugend an ist er bereits um vier Uhr morgens aufgestanden, um die Stunden bis zum Morgengebet im Talmudstudium zu verbringen, eine Regel, die er bis zum Ende seines Lebens einhielt. Er stand keinem Rabbiner seiner Zeit an Bedeutung als Talmudist nach, eignete sich aber durch Selbststudium auch weltliches Wissen an. Er legte besonderes 3

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