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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · 10 (1929) · p. Seite 3

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
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IRI
…/2707513-2707532--411-2707983
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Franz Rosenzweig 3 daß diese Bekenntnisschrift in sachlicher Ruhe und Bestimmtheit die Tatsachen sprechen ließ und aus ihnen die Notwendigkeit ableitete, durch die Erneuerung des jüdischen Gelehrtenstandes die Möglichkeit zu einer sachlichen Erneuerung der jüdischen Wissenschaft zu schaffen. Alle diese Gedankengänge sind für das Programm der Akademie richtunggebend geworden. Aber sie hat nur einen Teil seines Planes verwirklicht. Er dachte sich die Akademie in dem Sinne als Mittelpunkt seines Bildungsplanes, daß sie mit ihrer wissenschaftlichen Aufgabe auch die religiös-erzieherische übernehmen und in den Trägern ihrer wissenschaftlichen Arbeit zugleich die religiösen Erzieher für die deutschen Gemeinden stellen sollte. Diese Doppelheit der Aufgaben hat die Akademie nicht auf sich genommen. Sie ist als rein wissenschaftliche Anstalt aufgebaut worden und glaubt nur so das für die jüdische Wissenschaft werden zu können, was sie nach dem Plane Rosenzweigs selbst für sie werden sollte. Aber nur auf die unmittelbare Verwirklichung der ihm vorschwebenden außerwissenschaftlichen Aufgaben hat sie verzichten zu müssen geglaubt. Mit seinem letzten Ziele, die Wissenschaft zum Mittelpunkt einer jüdischen Bildungswelt zu machen, mit seinem Glauben, den Lebenskräften des Judentums durch wissenschaftliche Besinnung klarere und sichere Richtung geben zu können, hat die Akademie sich immer eins gewußt. Rosenzweig hat die Einschränkung seines Planes schmerzlich empfunden. Aber er hat der Akademie stets die Treue gehalten und sich ihrer Entwicklung gefreut. Sie dankt ihm die meisterliche Einleitung zu Cohens „Jüdischen Schriften", und noch jüngst hat er sich an der Festgabe zu ihrem zehnjährigen Bestehen mit einem schönen Geleitwort zu dem nachgelassenen Spinozavortrag Cohens beteiligt. Sie selbst hat ihn stets mit Stolz den ihren genannt und wird immer mit dankbarer Verehrung die Erinnerung an die starke, reine und durchgeistigte Persönlichkeit Franz Rosenzweigs bewahren.

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