Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 40)
- Language
- German
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38 H. Brofy — wachend — die Himinelsschaaren hütet (njfi in arabisierter Bedeutung) und die Sterne betrachtet (1. n>ni für njn]; vgl. Tarschisch II, 90), die, am Firmament leuchtend, den Blumen im Garten gleichen, sie aber halten ihre Schritte zurück (für wtfn Lwfn nach Jer. 14, 10; vgl. auch Ez. 30, 18, wo einige oi»n lesen) und bewegen sich nur schwer, als wären sie blind und lahm (vgl. oben zu Yi3 W), und in diesem quälenden Zustande sehnt sich der Dichter nach einem Blitz (nach dem Bilde des Freundes), daß er aufleuchte und auflodere, wie das Feuer (1. tfxs für tf«a) in seinem Innern. — Außer den sprachlichen und sachlichen Erklärungen enthält der Kommentar einen vollständigen, über die biblische und nachbiblische Literatur sich erstreckenden Quellennachweis, die lückenlose Angabe aller Varianten, die sich bei einer Vergleichung mit anderen handschriftlichen Vorlagen — ich besitze solche zu etwa einem Drittel des Diwan — feststellen ließen, und endlich alle La., die aus dem Texte als falsch entfernt wurden. Korrekturen können, sie sollen richtig sein, aber — sie sind es nicht immer, darum muß Sachkennern die Möglichkeit zur Nachprüfung und Nachbesserung gegeben werden, und die wird ihnen gegeben, indem man ihnen mitteilt, wie der Text vor der Korrektur gelautet hat. Das ist so ein«* leuchtend, daß ich mich fast veranlaßt fühle, um Entschuldigung zu bitten, wenn ich — der Vollständigkeit halber — auch diesen Satz durch ein Beispiel belege. An 75, 11 würde sich keine bessernde Hand wagen. >^>Mö3 Wyni ist zwar auffallend, denn sonst pflegt mit Nachdruck hervorgehoben zu werden, daß die Gedanken, „die Augen des Geistes", weiter und schärfer sehen, als die „Augen des Fleisches", aber es ist ja immerhin möglich, daß der Dichter einmal bloß sagen will, daß ihm die Gedanken das seien, was anderen Menschen die Augen sind, wobei er als selbstverständlich voraussetzt, daß er darum deutlicher sehe. Auffallender ist, daß der Dichter die Gedanken und die Augen fahren läßt und unvermittelt zu einem anderen Bilde übergeht, zu den Fallen und Festen. Aber die Scheu vor der Heiligkeit der Ueberlieferung würde dazu zwingen, sich auch mit dieser befremdlichen Erscheinung abzufinden. Nun verraten aber BR, daß das Wort ion in DMs. nicht gut leserlich sei, d. h. es beruhe nur auf einer Kombination — so ist die „Ueberlieferung" erschüttert, und sie stürzt völlig zusammen, wenn ich verrate, deutlich ion gelesen zu haben. Jetzt korrigieren wir ohne Bedenkenden in nan und^S in; dann haben wir in103 W}^ das seit Gabirol beliebte Wortspiel (vgl. Monatsschrift f. G. u. W. d. J. 1896 S. 197 Anm. 16) und der Vers: niso nan jdtpt hi*ö «Yöi *jn ids Wjrri will sagen: meine Gedanken sind mir Freunde, die mich nie verlassen, mich durch alle Gefahren begleiten, und Bergfesten gleich schützen sie mich vor den Nachstellungen der Zeit. Die vorstehenden Ausführungen gewähren dem Leser einen Einblick in« die Methode, die ich bei der Bearbeitung des Diwan befolge, und eine Uebersicht über die Mittel, mit denen ich die Schwierigkeiten zu beseitigen suche, die