Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 39)
- Language
- German
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Der Diwan des Mose ihn Esra 37 Übersicht über den Inhalt der Gedichte größeren Umfanges gegeben wird. Da Ausdrücke, bildliche Bezeichnungen und poetische Bilder meistens der arabischen Dichtung entnommen sind, wird diese bei der Erklärung herangezogen. Einzelne Worte, deren biblische Bedeutung bekannt ist, müssen doch als die Schale eines von den Arabern in sie gegossenen Inhaltes erkannt werden, wenn wir das Dichterwort recht verstehen wollen. 42, 9—20 haben wir eine herrliche Versgruppe, in der nur Vers 19 wrßfr fürl^nsfr und vielleicht wo für iwsj?] zu lesen ist; herrlich ist diese Versgruppe aber nur, wenn man weiß, daß n^tparn (V. 11) der schöne, den Wein reichende Knabe ist, auf den die einen bewundernd in heiliger Scheu, die andern begehrend in sündhafter Sinnenlust schauen (V. 14), Uebersetzt man aber ngtfram mit „der Wein" (BR), so hat man MiE. eine Geschmacklosigkeit zugemutet, wie sich einer ähnlichen kein hebräischer und wohl auch kein arabischer Dichter je schuldig gemacht. Dasselbe gilt von gewissen bildlichen Bezeichnungen, die im Kommentar erklärt werden, weil sonst ein richtiges Erfassen des Gedankenganges nicht möglich ist. Die Dichter nennen die Nacht, in der der Freund abwesend ist , Tha S'S oder im Plur. ,nlna niS^S .onnju. dgl. Von dieser Nacht wird gewünscht, daß sie sehr bald vorübergehe, und in seiner Ungeduld schilt der Dichter die Sterne, weil sie nicht erbleichen, und den Morgen, daß er nicht aufgehen will — denn ist die Nacht vorüber, dann ist ja der sehnsuchtsvoll erwartete Freund wieder da. Den Gegensatz hierzu bildet rn^n die Nacht des Zusammenseins mit dem Freunde; von der wünscht man, daß sie recht lange währe, besonders wenn der Freund am Morgen aufbrechen will, und da wird über die Sterne geklagt, daß sie wie die Pfeile dahineilen. Hält man sich diese Momente vor Augen, dann wird man die Verse 42, 1—8 verstehen und ihre Schönheit genießen. Aber man verstrickt sich in Widersprüche und legt dem Dichter einen unmöglichen Unsinn in den Mund, wenn man Tfta S»S (V. 1) im Sinne von rnnip S>S (immer nur im Sing.) als die Nacht auffaßt, nach deren Ablauf der Freund sich auf die Reise begibt — und ihn darüber klagen läßt, daß diese Nacht zu lange währe! — Zu den poetischen Bildern bringe ich Parallelen zunächst aus den Gedichten MiEs selbst, dann aus dem weiten Gebiete der poetischen Literatur überhaupt. Erschöpfend kann wohl die Anführung der Parallelen nicht sein, weil dann der Kommentar zu umfangreich werden würde, aber ein bis zwei Belegstellen scheinen mir angebracht, sowohl im Interesse der Leser, als auch im Interesse des Erklärers. Der Leser wird ein Bild sicher besser verstehen, wenn er es in verschiedener Beleuchtung sieht; für den Erklärer ist eine Belegstelle eine Kontrolle, die ihn vor einer peinlichen Verwechselung der Bilder schützt, die immerhin möglich ist. Ein lehrreiches Beispiel hierfür bietet 35, 5—8. Die Klage über das Ausbleiben des Traumbildes eines Freundes oder einer Freundin kommt oft genug vor. Eine solche Klage vermuten BR auch in unseren; Versen — und sie emendieren injion für lnoi:n der Vorlage (vgl. 2, 1: ^oisn rrn)» In Wahrheit ist hier ein anderes Bild gemeint: das Bild des in Sehnsucht sich Verzehrenden, den der Schlaf (inoian wie die Vorlage hat) meidet, so daß er