Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 37)
- Language
- German
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Der Diwan des Mose ihn Esra 35 ganges zu Vers 54. In Wirklichkeit fehlt dem Delet (erste Vershälfte) der Soger (zweite Vershälfte) und dem Soger fehlt das Delet. Der Text dürfte beiläufig gelautet haben: jrnn »on '^yl *oa nrmap hyv oan iS »vv v: •t: -: TT ' i ' ■ ~ ngnb iös){ o^iso an htf k itj f]^nS ^« (zu ngnb vgl. Rieht. 5, 26). Glücklicherweise gibt es solcher Lücken nur wenige, aber auch die wenigen sind recht unangenehm. 3. Orthographie, Vohalisation, Kommentar. Ist der Text hergestellt, dann folgt die eigentliche Bearbeitung, die, soweit mein Können reicht, allen Anforderungen der Wissenschaft entsprechen soll. In bezug auf die Orthographie ist die Ueberlieferung unseres Bibeltextes maßgebend; wo biblische Belege fehlen, entscheiden die Regeln der Grammatik» Die Handschriften sind unvokalisiert — die Vokalisation kam erst später hinzu — und sie bedienen sich ausgiebig der matres lectionis, die in einem vokalisierten Texte ohne Schaden wegbleiben können; ich lasse sie auch dort weg, wo sie mit der Grammatik nicht in Widerspruch stehen, weil sie das an biblische Texte gewöhnte Auge stören. Die Vokalisation erfolgt nach den Normen, die ich an anderen Stellen (Diwan des Jehuda ha-Levi I, Einl. S. XII u. sonst) erörtert habe. Von verschiedenen Seiten wurde beanstandet, daß ich Suffixe mit vorhergehendem Schewa mobile auch dort, wo das Metrum durch das Schewa gestört wird, hebräisch und nicht aramäisch i^v und nicht jv) vokalisiere. Wir finden aber fast in jeder Dichterzeile, daß die Dichter das Schewa mobile, wo es metrisch nicht am Platze ist, einfach ignorieren, und es ist nicht einzusehen, warum wir gerade bei den Suffixen wegen eines solchen Schewa die Sprache entstellen sollten. Anders liegt die Sache bei zwei aufeinander folgenden Schewa, die nicht beide beim Aussprechen eines Wortes verschluckt werden können; in solchen Fällen vokalisiere auch ich z. B^aptfa» nicht ^atf?* Man kann diese Grundsätze annehmen oder ablehnen; wenn mir aber Inkonsequenz vorgeworfen wird (Monatsschrift f. G. u. W. d. J. 1928 S. 215), weil ich nebeneinander ^3or und ^nyotfoS (für ^nynfnb mit zwei Schewa!) schreibe, so beruht dieser Vorwurf auf einem Mißverständnis. — Zu erörtern bleibt mir hier mein Verhalten der Vokalisation in DMs. gegenüber. Diese beachte ich zunächst überhaupt nicht. Sie rührt von einem Punktator her, der von der Sache nicht viel verstanden hat, und sie schadet mehr, als sie nützt, weil sie suggestiv wirkt und vom geraden Wege ablenkt. 18, 44 hätten BR sicher joh — das beliebte Wort MiEs für „Treue", „Rechtschaffenheit" — vokalisiert, wenn sie nicht von der Vorlage, die hat, irregeleitet worden wären. Ja, die falsche Vokalisation in DMs. hat auch zu entstellenden Textänderungen geführt. 41, 3 hat DMs. 1"i2«S latf 0; ein Leser, der sich weniger um die Sache als um die Form gekümmert hat, beanstandete nicht das unsinnige sondern das ganz unschuldige tefp, das er wegen des Metrums kurzer Hand in matfö ändert. Der Text ist aber ganz korrekt, nur