Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 32)
- Language
- German
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30 H. Brody hat dort allerdings irre»'; s. über 3 für t weiter unten), habe ich erkannt, daß 65, 3: m«]. nicht irnai aufzufassen, sondern in mtpi zu ändern ist: „bevor eine Sphäre oder Sphärenbahn war". — Wie MiE. auf Korrektheit in sprachlicher Beziehung bedacht war, so hat er es auch vermieden, seine Verse durch überflüssige Worte zu entstellen; vgl. hierüber seine Ausführungen in Schirat Jisrael S. 126. Wo sich in einem Verse überflüssige Worte finden, wird sich der Text als fehlerhaft erweisen. 42, 28 ist nwyü nr© nn« nach s^s^rs eine geschmacklose Wiederholung, während rvhtzja alleinstehend ein halber und darum nichtssagender Vergleich ist. Lesen wirt^s\ri, Schleier, dann haben wir hier den Schleier (Tarschisch II, 65: ^f»; bei Jehuda ha-Levi, Diwan I, 70, 4 bildlich: sjtpi*), hinter dem sich die züchtige Sängerin verbirgt. Verglichen sind demnach die Singvögel in ihrer Verborgenheit (DWßjy*a) mit den Sängerinnen hinter ihrer Umhüllung (d*d*;s nr®K In Vers 45 (wo W für| zu lesen ist), heißt d'd*m > Kopfbund. — Zu den sprachlichen kommen technische Momente, die eine Kontrolle des Textes ermöglichen, wie: Metrum, Reim, Reimwort. Wenn das Metrum nicht heil ist, darf man nicht an eine bewußte Abweichung von der Regel denken, man muß vielmehr einen Textfehler vermuten. Darauf sind die mißglückten Aenderungsversuche zu 51, 18 zurückzuführen, wo rrteSnc als st. cstr. nicht am Platze und fil^no contra metr. ist. Während aber hier der Gebrauch des st. cstr. für absol. durch den Gleichklang mit nis^ne in der ersten Vers* hälfte begründet und eine Textänderung unnötig erscheint, muß 67, 61 für njj* das gegen das Metrum verstößt, sin gelesen werden (in der 2. Vershälfte 1. cnn für pin; noch besser pv^ Drin). — Hinsichtlich des Reimes muß darauf geachtet werden, ob ein einfacher Reim verwendet wurde, oder ein Vollreim, bei dem auch der vorletzte Vokal mitzählt. 8, 5 ist ein Vollreim beabsichtigt, islsa (von rad. TD ) ist darum falsch und in issn (von rad, zu emendieren. — In bezug auf das Reim wort gilt die Regel, daß ein Wort nicht in derselben Bedeutung zweimal angewendet werden darf; ist das doch der Fall, wie 14, 16 und 25 Owaa), dann liegt an einer Stelle ein Textfehler vor. In unserem Gedichte ist in Vers 16 — für das BR zwei unbefriedigende Erklärungen geben — falsch für vio: (in der Vorlage des Abschreibers war wohl iwaa plene geschrieben). — Zuweilen errät man Textfehler, wenn man die Absicht des Dichters erkennt, eines der sprachlichen Schönheitsmittel (s'Diffp) anzuwenden. Gegen osns (8,3) wäre an sich nichts einzuwenden, da aber der Vers mit endet, ist auch für csns zu lesen: c'fis; der Dichter wollte ein Wortspiel anbringen und gebrauchte die rad. pe in ihren beiden Bedeutungen: „brechen" und „sich ausbreiten". — Wenn man gewisse stereotype Redewendungen, trotz ihrer inneren Verwandschaft miteinander, genau auseinanderhält, wird man Textfehler finden, die einem sonst entgehen.?öt heißt das Schicksal,?öjn \aa ,jöTn *ihi u. dgl. sind die „Kinder des Schicksals", die Fügungen des Geschicks. SsSa heißt auch Schicksal, aber die Sphäre hat nur Wendungen (n^pn), , nicht Söhne oder gar Töchter. 8, 46: ^g.* VjyfBipfl rtoa ist darum — aber auch aus anderen Gründen — unmöglich und man muß 133 für M:a lesen: „eine Sphäre kreist (das Geschick wird von den Sternen