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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · 9 (1928) · p. Seite 29

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 29 (sequence 31)
Language
German
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Der Diwan des Mose ihn Esra und es bleibt nur noch zu bemerken, daß clp.p nicht „Ort", sondern „anstatt" heißt, wie zwei Verse vorher, wo nlpa n;n: für o1po rtn: gelesen werden muß (über das Bild vom Bewachen des Himmels oder seiner Sterne in schlaflosen Nächten vor Sehnsucht sich verzehren s. w. u.). Freilich ist der freundliche Randkritiker nicht freundlich genug, um uns in allen Fällen die halbe Arbeit abzunehmen. In den meisten Fällen sind wir auf uns selbst angewiesen, und da gilt es, alle Hilfsmittel der Kritik zu finden und sorgfältig anzuwenden. Zunächst muß mit dem zu einem Axiom gewordenen Irrtum gebrochen werden, daß unsere großen Dichter — und in ihren ersten Reihen steht ja MiE. — dem Metrum zuliebe grammatisch falsche Wortformen gebraucht hätten. Genaue Beobachtungen haben gezeigt, daß wo eine von der Norm abweichende Form uns begegnet, entweder eine unrichtige Vokalisation vorliegt, wie 39, 50: > wofür Bjraö? zu vokalisieren ist, nach Gen. 27, 39, wo MiE \3i?ttte ~ '3a#c *3»?-J? aufgefaßt hat, wie viele neuere Erklärer; oder daß der Dichter im masoretischen Text eine von der uns überlieferten abweichende Vokalisation hatte, wie 11, 12: ouawitfw1?. weil MiE. Jes. 41, 21 crplo^;(nicht Darios*?) gelesen hat, wie viele Ausgaben haben und neuere Grammatiker als richtig annehmen; oder es handelt sich um Analogiebildungen, wie 39, 19, wo Finnin eine unnötige Korrektur für der Mss. ist, nach rrv (1. Sam. 26, 19) gebildet, obwohl der Plur. in dieser verkürzten Form in der Bibel nicht vorkommt. Wenn eine ungrammatische Form bei MiE sich nicht durch eines der angegebenen oder ihnen gleichwertigen Momente begründen läßt, muß ein Textfehler angenommen werden. 13,5 ist tiw» von rad. ew> grammatisch unmöglich, es muß darum als korrupt verworfen und dafür tfp_\ (vgl. tfpj-H» Gen. 35, 16) gelesen werden: es wird ihm (dem Schicksal) schwer werden. — Wie die Wort form muß auch der Wort sinn streng geprüft werden. Man darf es nie als gegeben hinnehmen, daß MiE. ein Wort in einer Bedeutung gebraucht, die es in der Bibel nicht hat, wenn sich nicht begründen läßt, wie es zu dieser neuen Bedeutung kam — und läßt sich eine Begründung nicht finden, dann ist der Text falsch. 70, 21 ließe sich noch ^Tia^i zur Not als bildliche Bezeichnung für „ragende Bäume" erklären, keinesfalls kann man eine solche Erklärung für wan« gelten lassen. Der Hinweis (BR) auf Gabirol ist hinfällig, weil dort Q^gn zu lesen ist (Plur. von px> Jes. 44, 14), wenn man nicht D'pmn nnitfamit „Balken des Fußbodens" (die jeder mit Füßen tritt) übersetzen will. Wenn man aber in unserem Verse, wie das nach einer Ergänzung rufende nsa nahelegt, rvnj für r.133 liest, ist alle Verlegenheit beseitigt; ^ti^i wan» - rvna nsa;va — vrii läßt den beiden letzten Worten ihre ureigene Bedeutung: „Grundfesten und Säulen, auf die wir uns stützen", und gibt einen guten Sinn. — Auch damit darf man sich nicht abfinden, daß MiE., besonders in den nichtreligiösen Dichtungen, Worte gebildet hat nach Art der Pajtanim, die ähnlich lautende Konsonanten — wie n und n — mit einander verwechselt haben. Erst nachdem ich gefunden hatte, daß der Dichter (in dem Gedichte m^a jk ij?, DMs. 59, 23) fl?o» Gürtel, im Sinne von Kreis, Bahn (der Sonne, der Sterne) gebraucht (Ms.

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