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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · 9 (1928) · p. Seite 21

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 21 (sequence 23)
Language
German
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IRI
…/2707513-2707534--366-2707937
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21 logische Kabbala platonisiert und der Neuplatonisnius kabbalisiert wird, entsteht ein neues Gebilde kabbalistischer Theologie, von der ein eindrucksvolles Dokument in einem Brief Asriels nach Burgos vorliegt. Den besten Beweis einer bewußten Verbindung beider Kreise liefert ein erst jüngst wieder aufgefundenes Werk Asriels zur kabbalistischen Deutung der talmudischen Haggadoth, in welchem er aus aus sonst verlorenen, wichtigen neuplatonischen Pseudepigraphen (Plato und Aristoteles) mehrere Zitate anführt, die in den Quellen Gabirols gestanden haben könnten. Dadurch wird eine direkte Bekanntschaft schon dieser Kreise mit der neuplatonischen Literatur des Mittelalters und nicht einmal nur mit ihren jüdischen Adaptierungen erwiesen. Asriel hat das klare Bewußtsein der Verschiedenheit beider Traditionen, die er in seinen Bemerkungen zu jenen Zitaten zu identifizieren strebt, indem er erklärt, daß beide den gleichen Sachverhalt in verschiedener Terminologie ausdrücken. Aber selbst dieser Haggadoth-Kommentar enthält noch in großen Stücken den Niederschlag einer ganz jenseits der Philosophie sich auswirkenden Geistesart, die hier, fast noch »seltsamer als im Ijun-Kreis, in Vermischung mit der doch schon prinzipieller als dort erfaßten neuen Spekulation erscheint. So wird gerade dieser hervorragende kabbalistische Neuplatoniker zum eindrucksvollen Zeugen der hier behaupteten prähistorischen älteren Entwicklung der von ihm so nachhaltig beeinflußten Tradition, in die nun nach seiner Zeit starke Unterstrognungen der jüdischen Scholastik abgelenkt werden. Der weitere Verlauf dieses Prozesses gehört nicht mehr in den Bereich dieser Darstellung. V. Die Kabbalisten selbst führen den Ursprung ihrer Traditionen aiu den Orient zurück. Gewissen Vorstellungen wird ein palästinensischer, andern ein syrischer oder babylonischer Ursprung in bestimmter Weise zugeschrieben. Nun spielt sicherlich in den Anfängen der kabbalistischen Literatur Pseudepigraphie und Fiktion eine große Rolle. Da die Bewegung in ihrem prähistorischen Stadium in anonymen Kreisen spielte, die keine Autorität im Judentum besaßen, ja vielleicht sogar unter Häretikern, deren Führer, selbst wenn man sie noch gekannt hätte3 gewiß nicht präsentabel waren, so suchte sie sich, als sie ans Licht gekommen war, Autoritäten zu schaffen. Und doch darf ja schon auf Grund des von Bahir Gesagten geschlossen werden, daß man nicht alles an solchen Ursprungstraditionen als Erdichtung verwerfen kann. Und auch andere Texte, deren einwandfreie Bezeugung erst aus der Provence stammt, stellen den Forscher vor die Notwendigkeit einer weniger Vorurteils vollen Beurteilung solcher Traditionen. Besonders kommen hier einige Traktate bei Isaak ben Jakob Koben in Betracht, die jetzt gedruckt vorliegen. Sie weichen scharf von der Richtung ab, die sich in den bisher besprochenen provenzalischen Texten (in denen nichts für orientalische Herkunft spricht) durchgesetzt hat. Einer dieser Texte soll aus Damaskus nach Arle -, gekommen sein, wo ihn der

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