Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2707513-2707522--336-2707906- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
3* Beriebt des Verwaltungsvorstandes über das Jahr 1926* Auch im abgelaufenen achten Verwaltungsjahre hatte der Akademie- Verein mit der Unsicherheit der wirtschaftlichen Verhältnisse zu kämpfen. Um so erfreulicher, daß der Preußische Landesverband Jüdischer Gemeinden mit einer Subvention an die erste Stelle der die Akademie unterstützenden Körperschaften getreten ist. Unserer Propaganda ist es, wenn auch mit Schwierigkeiten, gelungen, die Zahl der Mitglieder und Förderer mit rund 1000 auf der Höhe des Vorjahres zu halten. Wertvoll war uns in Breslau die dankenswerte Hilfe des dortigen Orts- Komitees. In Berlin lag der Schwerpunkt unserer Bemühungen in dem Versuche zum Wiederaufbau des Akademie-Grundfonds. Demselben Ziele diente die Anmeldung unseres Anspruches auf Aufwertung von Anleihe- Altbesitz. Die Ergebnisse blieben vorerst bescheiden, bedeuten aber immerhin einen Anfang der lange gewollten Konsolidierung. Diese wird um so dringender, als das natürliche Wachstum unserer Institution den Etatsbedarf ständig steigert. Wenn diese Steigerung im Jahre 1926 bei einer Gesamtsumme der Ausgaben von ca. 74 000 M. nur durch eine Erhöhung von kaum 2000 M. gegenüber dem Vorjahre zur Erscheinung kommt, so beweist das lediglich, daß dem natürlichen Wachstum nicht genügend Rechnung getragen werden konnte, insbesondere beim Kapitel Druck der Veröffentlichungen. Tatsächlich sind die Aufwendungen hierfür gegen den Voranschlag mit 15 000 M. im Rückstand geblieben, trotzdem die Beteiligung der Akademie an der Mendelssohn-Jubiläums - Ausgabe einen unvorhergesehenen Ausgang von annähernd 3000 M. mit sich brachte. Die Jahreseinnahmen von 97 000 M. scheinen zwar bedeutend genug, daß sie die volle Durchführung des Voranschlages gestattet hättene aber ein Teil der Beiträge ist mit der ausdrücklichen Bestimmung gegeben worden, dem satzungsgemäß unantastbaren Grundfonds zugeführt zu werden, dessen Wiederherstellung dem Vorstande noch dringlicher erschien als die Ausdehnung der Jahresleistung. Wenn im übrigen die Eingänge dem Bedarf einigermaßen standhalten konnten, so ist das der Opferwilligkeit einzelner zuzuschreiben, denen hier herzlich gedankt sei, insbesondere mehrerer Mitglieder des Verwaltungs- Vorstandes. An größeren Zuwendungen sind 50 000 M. gezeichnet worden, die Subventionen von Verbänden, Gemeinden und Logen beliefen sich auf etwa 25 000 M., die Beiträge der Mitglieder und Förderer auf 22 000 M, Leider ist nur die Hälfte der Eingänge als regelmäßig wiederkehrend anzusehen; für die andere Hälfte, einmalige Spenden, ist jedes Jahr Ausgleich zu schaffen. Ganz auf Einzelspenden eingestellt blieb wie bisher die Hermann- Cohen-Stiftung. Der Druck von Cohens Schriften zur Philosophie und Zeitgeschichte" wurde weitergeführt^ die Arbeiten an der hebräischen Übersetzung der „Jüdischen Schriften" liefen gleichfalls weiter und beschäftigten mehrere junge Gelehrte. Die Ausgaben hatten gegen Jahresende die Fonds der Stiftung erschöpft, die jedoch durch eine größere Zuwendung des Herrn Justizrats Severin Behrendt wieder aufgefüllt wurden. Herrn Justizrat Behrendt gebührt warmer Dank der Stiftung. Grundlegende Umgestaltung verlangte das Bücherwesen. Unserer Organisation liegt nicht nur an Forschung