Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 37)
- Language
- German
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Bericht des Verwaltungsvorstandes 35 und Buchproduktion in unserem eigenen Institute, sondern ebensosehr an fruchtbarer Fortwirkung und an Erweckung neuer Forschungsinitiative in weitestem Umkreise. Beide aber sind nur möglich bei intensiver Verbreitung der Publikationen. Da solcher Verbreitung jedoch in der Regel der hohe Kaufpreis wissenschaflicher Bücher entgegensteht, mußte es unser Bestreben werden, die Herstellung der Werke so wohlfeil als möglich zu gestalten und die Spanne zwischen Herstellungs- und Absatzpreis möglichst zu verkleinern. Das war nur denkbar bei Ausschaltung jedes Verlegergewinnes, d. h. bei Übernahme der Verla^stätigkeit in eigene Regie. Die Durchführung dieses Gedankens war im Jahre 1926 noch nicht möglich, wurde aber durch wesentliche Maßnahmen vorbereitet. Vor allem galt es, die in einem anderen Verlage erschienenen älteren Veröffentlichungen der Akademie in unseren eigenen Besitz zu fiberführen, wozu es der Oofer bedurfte. Herzlicher Dank gebührt Herrn Bankier Emil Dammann dafür, daß er der Akademie als solcher diese Opfer ersparte, indem er die ersten vier Veröffentlichungen, Schriften von Spanier, Baer und Albeck, ca. 2200 Bände, ankaufte und der Akademie zur Verfügung stellte. Gegen Ende des Jahres konnten wir auch die Anrechte an die größeren Publikationen, Dr. Sterns ,,Der Preußische Staat und die Juden*' und Hermann Cohens „Jüdische Schriften" (die letzteren aus Mitteln der Cohen- Stiftung) durch Abfindung an uns bringen und somit den Grundstock eines Verlagsbesitzes schaffen. Einen geeigneten Verlagsraum fanden wir im Vorgebäude der Synagoge Lützowstraße, r wofür der Synagogen-Verwaltung und dem Gemeinde-Vorstand unser Dank gebührt. Die Gründung des Akademie-Verlages ist am t. Mai 1927 vollendete Tatsache geworden. Die Verlagsarbeiten wurden mit der Herausgabe eines ersten Verlags-Kataloges aufgenommen; zwei neue Werke von Alb eck und Spanier, Hermann Cohens „Schritten zur Philosophie und Zeitgeschichte", eine Lieferung des Albeckschen „Midrasch Bereschit Rabba" und das Korrespondenzblatt sind bereits im eigenen Verlange erschienen. Eine Aufgabe gigantischen Umfang s ist ihm mit der Herstellung der von der Akademie und der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums gemeinsam veranstalteten vierzehnbändigen Jubiläumsausgabe von Moses Mendelssohns Schriften übertragen worden. Der Akademie- Verlag wird nicht nur fruchtbarer, als es bisher geschah, für unsere Veröffentlichungen werben können, seine Werbearbeit wird auch dem Gesamtwerke der Akademie und dem Verständnis für ihre Grundidee zugute kommen. So ist die Akademie im Berichts jähre wieder vorwärtsgekommen. Aber das Tempo muß beschleunigt werden, wenigstens beim Druck der Veröffentlichungen. Die Produktionen liegen jetzt in einer Anzahl und einem Umfange vor, daß es eine Brachlegung lebendigen, zur Fortwirkung bestimmten Geistesgutes bedeuten würde, wenn sie nicht ausgedruckt werden. Andererseits nehmen die Angebote wertvoller wissenschaftlicher Kreise immer größere Dimensionen an. Diese Entwicklung entspricht den Grundabsichten der Akademie. Schon von Cohen war eine solche Entfaltung wissenschaftlicher Potenzen als schönste Folge ihrer Gründung vorausgesagt, darum ist auf die Dauer eine Zurückdämmung der Entwicklung unmöglich. Es müssen den ideellen Gegebenheiten die materiellen wenigstens folgen. Das zu erreichen, appelliert die Akademie dringend an alle Freunde jüdischer Geistesentfaltung, in erster Reihe an die Institutionen, welche die Sicherung des kulturellen Fortbestandes des deutschen Judentums zur Aufgabe habenT den Preußischen Landesverband und die jüdischen Gemeinden. * Auszug aus dem Protokoll der Mitgliederversammlung. Am Mittwoch, den 18. Mai 1927, fand im Logenhause zu Berlin unter Leitung des ersten Vorsitzenden Dr. h, c. Aron Hirsch die stark besuchte Jahresversammlung des Verein» statt. Vertreter hatten entsandt: Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden, die Jüdische Gemeinde Berlin, der Deutsch-Israelitische Gemeindebund, die Großloge und die