Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 34)
- Language
- German
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32 Bericht des wissenschaftlichen Vorstandes erschienen. Die Drucklegung der Arbeit von Tykocinsky über die Verordnungen der gaonäischen Zeit steht unmittelbar bevor. Von der Ausgabe des Bereschit Rabba sind die Lieferungen XIII und XIV erschienen. Mit Xlil schließt der Teil der Ausgabe, für den ein Manuskript des verstorbenen Dr. Theodor vorlag, ab. XIV ist die erste von Dr, Alb eck allein bearbeitete Lieferung. Von Dr. Wiienskis Ausgabe des Sefer foa-Rikma ist nahezu die Hallte gedruckt. Da der technisch überaus schwierige Druck noch längere Zeit in Anspruch nehmen dürfte, wird das umfangreiche Werk in zwei Halbbänden herausgegeben werden, von denen der erste in einigen Monaten erscheinen wird. Fräulein Dr. Stern hat ihre Arbeit über Süß Oppenheimer im Manuskript abgeschlossen, und wir hoffen, das Buch im Laufe des kommenden Winters herausbringen zu können. Für den 2. Band ihres Werkes: Der preußische Staat und die Juden, der die Zeit Friedrich Wilhelms I. umfassen wird, hat sie mit Unterstützung von Herrn Dr. Levinson die Akten der Berliner Staatsarchive bereits durchgearbeitet. Die Sammlung der sehr viel weniger umfangreichen Akten der preußischen Provinzialarchive dürfte im Laufe des Winters ebenfalls beendet werden. Von Dr. Baers Werk über die Juden in den christlichen Staaten Spanien ist der erste Urkundenband in Druck gegangen. Das von ihm auf seinen Studienreisen in Spanien Gesammelte Material hat noch einige Ergänzungen durch die Mitarbeit spanischer Gelehrter erfahren, die im Auftrage Dr. Baers noch weitere Untersuchungen in den spanischen Archiven angestellt haben. In größerem Umfange v/erden diese Ergänzungsarbeiten dem zweiten Urkundenbande zugute kommen, der ebenfalls dem Abschluß nahe ist. Dr. Sperber hat die im vorigen Bericht erwähnte Durcharbeitung der in England befindlichen Handschriften des Prophet entargums in einund einhalbjähriger Arbeit in den englischen Bibliotheken beendet und ein sehr umfangreiches handschriftliches Material gesammelt. Für die letzten Propheten haben wir auch eine der Columbia Universität in New York gehörige Handschrift photographieren lassen. Für die von Professor Landauer und Dr. Sperber vorbereitete Edition des Prophetentargums ist jetzt eine breite handschriftliche Grundlage geschaffen. Ob eine Ergänzung derselben durch französische und italienische Handschriften erforderlich ist, unterliegt noch der Erwägung der Herausgeber und des Vorstandes. Dr. Baneth hat die Übersetzung des Cusari beendet und ist jetzt damit beschäftigt, die Einleitung und die Anmerkungen zu derselben, für die er das Material seit langem gesammelt hat» auszuarbeiten. Ferner hat Herr Dr. Leo Strauß seine Arbeit über die Bibelwissenschsit Spinozas abgeschlossen. Neu begonnen worden sind die folgenden Arbeiten. Herr Prof. J. Markon aus Leningrad bereitet eine Edition von Daniel Alkumisis Kommentar zu den kleinen Propheten vor. Alkumisi ist einer der ältesten karäischen Bibelerklärer und nicht nur für die Geschichte der Bibele-klärung unter den Karäern sondern für die der mittelalterlichen Exegese überhaupt von großem Interesse. Während bisher nur Fragmente seiner Schriften bekannt waren, hat Herr Prof. Markon in einer Handschrift der Leningrader Bibliothek jetzt zum erstenmal ein verständiges Werk von ihm entdeckt. Wir haben die Veröffentlichung desselben um so lieber übernommen, weil wir so für unser Corpus scriptorum gratnmaticorum et exegetarum auch die Arbeit auf dem Gebiet der karäischen Bibelforschung beginnen können. Genaueres über Alkumsi und diie karäische Bibelforschung überhaupt bringt der in diesem Heft enthaltene Aufsatz des Herausgebers. Das Mitglied unserer literarhistorischen Kommission, Herr Oberrabbiner Dr. Brody (Prag), hat es im letzten Winter übernommen, für uns den Diwan des Mose ibn Esra herauszugeben. Von Mose ibn Esra, einem der gefeiertsten Vertreter der hebräischen Dichtung in Spanien, sind zahlreiche Gedichte bereits bekannt, die in dem Diwan vorliegende Samm-