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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · 8 (1927) · p. Seite 13

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 13 (sequence 15)
Language
German
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IRI
…/2707513-2707522--315-2707885
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Die halachischen Midraschim 13 Demnach sind wir genötigt, den Redaktoren der Midraschim in bezug auf die Ausgestaltung der Terminologie einen entscheidenden Einfluß einzuräumen. Dies berechtigt uns dann zur Behauptung, daß die Terminologie der Midraschim sich erst allmählich in den Quellen entwickelt und in unseren Midraschim feste Gestalt angenommen hat. Auf Grund dieser Erwägung können wir auch die oben aufgeworfene Frage, ob dlie fremdartigen Partien in den Midraschim ihnen von den Redaktoren selbst einverleibt wurden mit größter Entschiedenheit verneinen. Denn die Redaktoren haben bei ihrer Arbeit, wie wir gesehen haben, den Redaktionsstift walten lassen und nicht ganze Stücke aus anderen Midraschim unverändert herübergenommen. Wenn man aber etwa demjenigen, der nichts anderes tat, als daß er einen größeren Abschnitt aus einer Sammlung unverändert einer andern einfügte, den Ehrennamen eines Redlaktors zubilligen wollte, dann wäre dies nur ein Streit um Worte. Denn wir nennen ihn nicht Redaktor, sondern Abschreiber. Übrigens sind die Stücke in Sifra zu Lev. 18, 1—6; 20, 6—21, in der ersten Ausgabe (Venedig 1545) nicht vorhanden, und die alten Autoren haben diese Zusätze auch nicht an gleicher Stelle vor sich gehabt. Eine äußerst schwierige Aufgabe ist es, das Alter unserer halachischen Midraschim zu bestimmen. Aus ihrem Inhalte läßt sich kein sicherer Schluß nach dieser Richtung ziehen. Es ist oft versucht worden, auf Grund der Tatsache, dlaß auch amoräische Aussprüche in unseren halachischen Midraschim anzutreffen sind, ihr -junges Alter nachzuweisen. Dieser Nachweis beruht aber auf der Verkennung der Art der Überlieferungen. Vom Alter des Tradenten darf nie auf das Alter der Tradition geschlossen werdien. Der Tradent mag jung sein, »seine Tradition aber trotzdem alt. In unserem Falle kann also ein Ausspruch eines Amoräers sehr alt sein, obwohl er im Talmud mangels eines andern Tradenten erst im Namen dieses Amoräers überliefert ist. Oder mit anderen Worten: Der Amoräer hat seinen Lehrsatz aus der Baraita geschöpft, die talmudische Schule aber, die diesen Lehrsatz aus dem Munde des Amoräers vernommen hatte, gab ihn in seinem Namen wieder. Selbstverständlich kann es oft auch vorgekommen sein, daß der Amoräer unabhängig von der Baraita dasselbe lehrte wie sie. In den Fällen, wo die Baraita wörtlich mit dem Ausspruch des Amoräers übereinstimmt, dürfte jedoch die erstere Annahme wahrscheinlicher sein. Trotzdem also aus der erwähnten Tatsache kein Schluß auf das Alter der in den halachischen Midraschim enthaltenen Baraitot gezogen werden kann, berechtigt sie uns doch im Verein mit anderen Umständen zu der Folgerung, daß unsere halachischen Midraschim dem Talmud unbekannt waren. Es ist nämlich die Gepflogenheit des Talmud, die von ihm behandleiten Fragen in eine Beziehung zur tannaitischen Lehre (Mischna und Baraita) zu bringen. Findet ein amoräischer Lehrsatz

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