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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · 7 (1926) · p. Seite 22

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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IRI
…/2707513-2707524--275-2707844
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22 Zur Ribelwissenschaft Spinozas und seiner Vorläufer Neuen Testament, dann auf die Thorah gegenüber der jüdischen Tradition, dann auf die Thorah gegenüber den übrigen Teilen der Schrift1), endlich auf die Noachidischen Gebote gegenüber der Thora zurück. Das Noachidische Gesetz ist die lex primaria, die von Anfang an war und immer sein wird; allen Menschen eingeboren und gemeinsam; der Born aller Gesetze und die Quelle alles Rechts; jede Abweichung, jede Hinzufügung bereits, ist eine Verderbnis, Das natürliche, ursprüngliche Gesetz gebietet die gegenseitige Liebe; die positiven Religionen führen zu gegenseitigem Haß, Der durch die Religionen hervorgerufene Zustand ist wider die menschliche Natur; er ist begründet in Bosheit, in der Sucht nach Ehren und Gewinn, in dem Streben, die Menschen in Furcht zu halten (107 und 118 ff,). Die Rückwendung zum Ursprünglichen gelangt zu ihrem Ziel, indem in der Vernunft die ursprüngliche Offenbarung erkannt wird: Gott offenbart sich in dem Gesetz der Natur; an ihm ist jede spätere Offenbarung zu messen; sofern die Schrift der Vernunft widerspricht, ist sie menschliche Erfindung (110). Indem die Vernunft über die Wahrheit des in der Schrift Gelehrten entscheidet, entscheidet sie zugleich über dessen Echtheit, Die Gleichung: Wahr-Echt bestimmt also die Bibelkritik des da Costa, Die Unsterblichkeitslehre ist unwahr, weil dem Gesetz widersprechend; so werden die Schriftstellen, die nach der Ansicht des Kritikers wirklich von Unsterblichkeit reden — es handelt sich um Daniel 12,2 und 12,13 —, als pharisäische Erfindung ausgeschieden. Die Kritik am Dogma leitet die Kritik des Bibeltextes, die Kritik hinsichtlich der Wahrheit leitet die Kritik hinsichtlich der Echtheit; aber sie bindet diese doch nicht schlechthin, Da Costa bedient sich zum wenigsten subsidiär des Rückgangs auf die Sadduzäer, die das Buch Daniel nicht anerkannt hätten. Die Echtheit des Buches fällt mit deren alleiniger Bezeugheit durch die pharisäische Tradition. Diese These wird dann ohne Begründung im einzelnen auf die ganze Schrift ausgedehnt (85 und 95), Das Typische an diesem Vorgehen ist, daß, zur kritischen Prüfung des Kanons in seiner überlieferten Gestalt, auf solche Zeugnisse aus der Entstehungszeit des Kanons zurückgegriffen wird, die, von der Tradition selber berichtet, für die Tradition autoritativen Charakter tragen. 1) Der Bericht im ersten Buch Samuel über Sauls Totenbeschwörung ist ^vollkommen entgegengesetzt der Lehre^ die sich aus dem Gesetz ergibt", also „notwendigerweise f alsch", von den Pharisäern stammend, d. i. unecht. „Wir haben das Gesetz als Führer und Hauptgrundlage und mittels des Gesetzes müssen wir urteilen und das Falsche vom Wahren scheiden." (81 f.)

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