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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · 6 (1925) · p. Seite 45

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1925)
Date
1925-01-01
Page
Seite 45 (sequence 47)
Language
German
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Beriebt des wiffenfcbaftlicben Vorftandes. 45 lung Oppenbeimers keinen Platz bat, ift über ibn eine befondere Monograpbie in Ausficbt genommen. Wie bereits im vorigen Beriebt bemerkt, war es für Dr. Baers Arbeit über die Juden in den ebrifttieben Staaten Spaniens uner* läßlieb, daß er eine Zeitlang in fpanifeben Archiven arbeitete, da zur Klärung wiebtiger Fragen das gedruckte Aktenmaterial niebt ausreiebte. Erfreulieberweife konnten ibm die Mittel für eine viermonatige Studienreife nacb Spanien zur Verfügung geftellt werden, die außerordentlicb ergebnisreieb gewefen ift. Befonders in dem flrcbiv in Barcelona bat er eine Fülle intereffantefter Urkunden gefunden, dureb die feine Arbeit febr viel fieberer fundiert werden konnte. Nocb immer aber find manebe Lücken in der Kenntnis des Materials auszufüllen und es ift dringend zu wünfeben, daß Herr Dr. Baer nocbmals für einige Monate nacb Spanien geben kann. Die Problemftellung feiner Arbeit entwickelt fein in diefem Heft entbaltener Auffatt. Es ift oben bereits bemerkt worden, daß wir in einer Abteilung der Bibliotbeca Judaica die Arbeit aufgenommen baben. Es bandelt fieb um die im Programm des Forfcbungsinftituts als „Scriptores Gram* matici" bezeichnete Gruppe. Die wiebtigften Werke der jüdifeben Grammatiker des Mittel* alters follen in kritifeben Ausgaben vorgelegt werden. Dadurcb wird erft das volle Ver* ftändnis der Leiftungen unferer mittelatter* lieben Grammatiker erreiebt werden, welcbe die wiffenfcbaftlicbe Erkenntnis der bebrä* ifeben Spracbe begründet baben und auf deren Arbeiten fieb die bebräifebe Sprach* wiffenfebaft nocb jettt ftüttf. Bei dem engen Zufammenbang, der im Mittelatter zwifeben Spracbwiffenfcbaft und Bibelforfcbung be* ftebt, werden aueb die großen Exegeten des Mittelalters in unferen Arbeitsplan mit auf* genommen werden. Von den Werken der jüdifeben Grammatiker wird zunäcbft das Sefer ba=Rikma von Jona ibn Gannacb in der bebräifeben Überfettung Juda ibn Tib* bons berausgegeben werden. Die im Jabre 1856 erfebienene Ausgabe des Werkes ift gänzlicb ungenügend und bietet einen viel* facb völlig unverftändlicben Text. Die Not* wendigkeit einer kritifeben Ausgabe der bebräifeben Überfettung bleibt aueb nacb der inzwifeben erfolgten Edition des arabifeben Originals befteben. Abgefeben davon, daß der arabifebe Text nur dem kleinen Kreife der Arabiften zugänglicb ift, berubt die Ausgabe des Originals auf einer febr fcbmalen bandfebriftlicben Grundlage, wäbrend für die bebräifebe Überfettung die bandfcbriftlicbe Überlieferung wefentlicb um* fangreieber ift. Durcb eine Neuausgabe der bebräifeben Überfettung kann darum das Verftändnis des Werkes wefentlicb über den bisber erreiebten Stand binaus gefördert werden. Mit der Herausgabe des Werkes ift Herr Dr. Micbael Wilenfky beauftragt worden, der das Bucb febon für einen privaten Verlag berauszugeben beabfiebtigt und bereits umfangreiebe Vorftudien zu diefem Zwecke gemaebt batte. Wir baben ibm das von ibm früber nur teilweife be* nutzte bandfcbriftlicbe Material in vollem Umfange zugänglicb gemaebt. Trott des großen Zeitaufwandes, den die Verwertung diefer Handfcbriften erforderte, wird die Ausgabe nocb in diefem Jabre druckfertig vorliegen. Herr Dr. Wilenfky foll die Heraus* gäbe der Grammatiker dann weiter fort* fetten. Es wird indeffen erforderlicb fein, daß nocb andere Mitarbeiter für diefen Zweck gewonnen werden. Herr Affeffor Dr. David foll auf dem Gebiete der biblifeben Recbtsgefcbicbte ar* beiten. Er vereinigt in fieb die Voraus* fettungen, die dazu erforderlicb find: juriftifebe Scbulung, Kenntnis der affyrifcben Spracbe und des affyrifcb=babylonifcben Rechts fowie Vertrautheit mit der Bibel. Seine erfte Arbeit behandelt das biblifebe Familienrecbt. Dies Heft enthält einen Auffatt von ibm, der Ziel und Methode feiner Arbeit ein* gebend bebandelt. Herr Dr. Alexander Sperber bat uns eine Arbeit über das Verhältnis des Pro* pbetentargums zum mafforetifeben Text vorgelegt, in der er die Frage unterfuebt, ob und inwieweit fieb in der bebräifeben Vor* läge des Propbetentargums Lesarten nacb* weifen laffen, die vom mafforetifeben Text abweichen. Zur Entfcbeidung diefer Frage gibt er eine eingebende Anatyfe der Über*

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