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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · 6 (1925) · p. Seite 46

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1925)
Date
1925-01-01
Page
Seite 46 (sequence 48)
Language
German
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46 Betriebt des wiffenfebaftlicben Vorftandes. fe^ungsmetboden des Targum, welche die Unterfcbeidung zwifeben wirklieben und febeinbaren Abweichungen von dem uns vorliegenden Bibeltext zu ermöglichen fueben. Diefe Hrbeit foll von ihm noeb weiter ausgebaut und vervollständigt werden. Zuvor aber wird Herr Dr. Sperber an der von Herrn Prof. Landauer vorbereiteten kritifeben Aus* gäbe des Propbetentargums felbft mitar* beiten, die einen gefieberten Targumtext berftellen und dadurch eine einwandfreie Grundlage für die Unterfucbung des Ver* bältniffes zwifchen Targum und bebräifebem Original febaffen foll. Während wir bisher für die Targumausgabe auf das in Deutfcb* land vorhandene Material angewiefen waren, hoffen wir je§t auch die ausländifeben Hand« febriften heranziehen zu können. Herr Dr. Leo Strauß foll das Verhältnis Spinozas zur Bibel einer erneuten Unter* fuchung unterziehen, welche die verfchiedenen Motive, die in Spinozas Behandlung der Bibel zufammenwirken, aufzuweifen benimmt ift. Der tbeologifeb-politifebe Trak* tat, in dem Spinoza feine Auffaffung der Bibel entwickelt, bietet dem Verftändnis größere Schwierigkeiten als irgendein anderes feiner Werke, nicht nur weil die wahre fiuffaffung Spinozas aus der febein* baren fikkomodation an den Bibelglauben, dem Spinoza innerlich fernftebt, erft herauszuholen ift, fondern weil metaphyfifcbe, religionsphilofophifche, ftaatstheoretifebe und exegetifebe Geficbtspunkte ficb in ihm in kompliziertefter Weife durchkreuzen. Soviel auch für das Verftändnis des Werkes bereits geleiftet worden ift, fo kann eine ideen* gefcbichtlicbe Unterfucbung, welche die Trag* weite jedes diefer Geficbtspunkte darlegt und fie zugleich aus der allgemeinen Pro* blemlage der Zeit Spinozas heraus verftebt, über das bisher Geleiftete noch wefentlicb hinausführen. Dem Hauptteil der Arbeit, der Spinoza gewidmet ift, gebt eine in äbn* liebem Sinne gehaltene Darftellung einiger zeitgenöffifeber jüdifeber fiutoren, insbe* fondere Uriel fieoftas, voraus. fim Schluß des Berichtsjahres ift Herr Bibliothekar Dr. Scbolem*Jerufalem beauf* tragt worden, eine kritifche Ausgabe der ungedruckten Schriften Mofe de Leons zu veranftalten. Trot> der hoben Bedeutung, die Mofe de Leon für die Entwicklung der Kabbala im fpäteren Mittelalter beutet, ift der größte Teil feiner Schriften noch unge* druckt. Das Dunkel, in das die Entwicklung der fpät* mittelalterlichen Kabbala noch ge* hüllt ift, kann erft gelichtet werden, wenn feine Schriften in vollem Umfange der For* fchung zugänglich gemacht werden. Die Herausgabe feiner Schriften wird zugleich aber der Klärung einer Frage dienen, die für die Kabbala* Forfchung von grundlegender Wichtigkeit ift. Mofe de Leon wird neuer* dings allgemein als der Verfaffer des Grund* werks der Kabbala, des Sobar, angefeben. Ein endgültiges Urteil über fein Verhältnis zum Sobar ift erft möglich, wenn wir die ihm zweifellos gehörenden Schriften vor uns haben und die authentifchen Anfcbau* ungen Mofe de Leons mit denen des Sobar vergleichen können. Die geplante Ausgabe wird darum für die Sobar *Forfcbung von hoher Wichtigkeit fein. Die ficb nach diefer Richtung bin ergebenden Konfe* quenzen wird Dr. Scholem in einer ausfübr* liehen Einleitung bebandeln. Die Ausgabe foll zwei Bände umfaffen, von denen jeder vorausfichtlicb eine dreijährige Arbeit in An* fprueb nehmen wird. Gemeinfam mit der Cohen»Stiftung ver* anftaltet das Forfcbungs*Inftitut ferner eine hebräifche Überfettung ausgewählter jüdifeber Schriften Hermann Cohens. Von den in der Sammlung feiner jüd. Schriften enthaltenen Auffä^en und Abbandlungen follen in diefe Auswahl nur diejenigen aufgenommen werden, die für das bebräifcb lefende Pu* blikum von Intereffe find. Die Schriften Cohens, die fpezielle Probleme des deutfeben Judentums behandeln, ins Hebräifche zu übertragen, wäre zwecklos. Wir hoffen durch diefe Überfettung die Gedankenwelt Cohens auch dem Judentum des Oftens mehr als bisher zugänglich zu machen. Tro^dem die Schwierigkeiten der Überfettung außer* ordentlich groß find, fcheint es nach dem bis* berigen Verlauf der Arbeit, daß fie über* wunden w^rden können. Wenn das gelingt, wird fpäterbin vielleicht eine Überfettung von Cohens religionsphilofophifcbem Hauptwerk „Die Religion der Vernunft nach den Quellen

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