Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 45)
- Language
- German
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Bericht des wiffenfebaftlicben Vorftands. Die Arbeit des Forfcbungs Inftituts bat fieb wegen der Schwierigkeiten der Inflationszeit, unter denen es bald nach feiner Ent* ftebung zu leiden hatte, in wefentlicb enge* rem Rahmen halten müffen, als urfprünglich beabfiebtigt war. fluch in der nächften Zukunft wird fie über diefen Rahmen nur langfam binauswachfen können. Immerbin aber bat febon das abgelaufene Jabx in mancher Beziehung diefe Schwierigkeiten gemildert. Dadurch, daß die Benutzung ausländifeber Archive und Bibliotheken uns je£t möglich geworden ift, ließen fich ver* febiedene Arbeiten auf eine breitere Grund* läge ftellen, für andere find dadurch über* baupt erft die Vorausfetumgen gefebaffen worden. Auch die Zahl unferer Mitarbeiter konnte wieder etwas vergrößert werden. So konnten wir an die Ausführung eines der großen Arbeitspläne geben, die bei der Begründung des Forfchungs-Inftituts in Aus* ficht genommen waren. In einer Abteilung der feinerzeit geplanten Bibliotbeca Judaica ift, wie weiter noch berichtet werden wird, mit der Arbeit begonnen worden. Der syftematifchen Behandlung größerer Stoffgebiete wollen wir uns auch weiterhin in ftärkerem Maße zuwenden, foweit die Rückficht auf die andere Aufgabe des Forfchungs* Inftituts, die Heranbildung eines Nacbwucbfes für unfere Wiffenfchaft, es geftattet. Diefe Rück« ficht verlangt, daß wir uns bei der Auswahl unferer Mitarbeiter nicht auf folche Gelehrte befchränken, die zur Durchführung beftimmter Arbeitspläne gebraucht werden. Forfcber, die wir für unfere Wiffenfchaft gewinnen wollen, müffen die Möglichkeit behalten bei uns auszureifen, auch wenn fie nach Arbeitsriebtung und Vorbildung für unfere jeweiligen größeren Unternehmungen nicht verwend« bar find. In unferem Programm werden darum auch weiter Einzelunterfuchungen ihren Plat* behalten müffen, freilich nur folche Einzelunterfuchungen, die für die Klärung größerer Problemzufammenbänge wefentlicb find. Der Schwerpunkt unferer Arbeit aber foil allmählich in die Durchführung größerer wiffenfehaftlicber Unternehmungen verlegt werden. 1. Vorftand und Kommiffionen. Unferer literarbiftorifeben Kommiffion ift Herr Rabbiner Profeffor Dr. Porges (zulegt Würzburg) entriffen worden. Wir werden des ausgezeichneten Gelehrten, der unfere Arbeiten mit regftem Intereffe begleitete, ftets in Verehrung gedenken. Neu eingetreten find: in den Vorftand Herr Dozent Dr. 3» Heinemann (Breslau), bisher Mitglied der pbilofophifchen Kommif* fion, in die talmudifche Kommiffion Herr Seminarrabbiner Prof. Dr. Michael Guttmann (Breslau), in die fpraebwiffenfehaftliche Kom» miffion die Herren Prof. Dr. J- N. Epftein (Jerufalem) und Oberrabbiner Dr. J. Loew (Szeged), in die pbilofopbifche Kommiffion Herr Rabbiner Dr. M. Wiener (Stettin), Neu gebildet wurde eine biftorifche Kommiffion, beigebend aus den Herren Prof. Dr. W. Levifon (Bonn), Prof. Dr. A. Stern (Zürich), Rabbiner Dr. H. Vogelftein (Breslau), Geh. Arcbivrat a. D. Dr. A. Warfebauer (Berlin), Arcbivdirektor Dr. E. Zivier (Pleß). Wenige Monate nach der Bildung der hiftorifchen Kommiffion verlor fie ihr Mitglied Herrn Arcbivdirektor Zivier durch den Tod. Wir beklagen es aufrichtig, daß der um die Erforfchung der jüdifeben Gefcbicbte vielfältig verdiente Gelehrte nur fo kurze Zeit mit uns verbunden gewefen ift. 2. Mitarbeiter. Von unferen bisherigen Mitarbeitern ift Herr Dr. Hartwig Banetb an die Univer* fitätsbibliotbek in Jerufalem berufen worden