Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4-5 (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht des Verwattungsvorftandes über das 1. Halbjahr 1923. Der Beginn des Jahres 1923 brachte die Fortführung der im vergangenen Jahre be» gonnenen wiffenfehaftlichen Arbeiten. Band 3 u. 4 der Veröffentlichungen der Akademie erfchienen. Ein Befchluß des wiffenfebaft* liehen Vorftandes auf Berufung des greifen Gelehrten Dr. Theodor aus Bojanowo in Polen nach Berlin zwecks Fortführung feiner großen bedeutungsvollen Arbeit über den Midrafch wurde zur Ausführung ge* bracht. Eine Spende unferes amerikani» fchen Freundes Dr. Leo Jung in New York fetzte uns in die Lage, die Koften diefer Überfiedelung zu beftreiten, und mit Hilfe der leitenden Inftanzen der hiefigen jüdi* fchen Gemeinde wurde Dr. Theodor ein Heim in der Altersverforgung der Gemeinde ge* boten. Weiter wurde auch die im Dezem* ber 1922 gegründete Hermann Cohen *Stiftung mit tätigem Leben erfüllt. Der wiffenfchaftliche Vorftand erteilte feine Genebmi* gung zur Herausgabe der „ Gefammelten Auffä^e und Abhandlungen von Hermann Cohen über Juden, und Judentum", für welche drei Bände von etwa 60 Bogen Um* fang vorgefehen find.1) Zur Durchführung diefer fchwierigen und koftfpieligen Aufgabe wurde ein befonderes Komitee gebildet, welches durch Unterbringung von Subfkrip* tionen auf das Werk und durch Zuführung von Sonderbeiträgen an die Stiftung die finanzielle Grundlage fchaffen half. Zu befonderem Dank in diefer Arbeit find wir den Herren Alfred Anders, Berthold Ka§, Henry Rothfchild verpflichtet. Einem Be* fchluffe des Verwattungsvorftandes zufolge wurden die Mittel der Hermann Cohen- Stiftung buchmäßig getrennt von denen der Akademie verwaltet. Der Verlag wurde der O Das inzwifeben erfebienene Werk ift 80 Bogen ftark. Fa, C. A. Schwetfchke & Sohn übertragen, und mit diefer ein Sondervertrag, abweichend von denen über die früheren Publikationen der Akademie, abgefchloffen. Inzwifchen war auch das hiftorifche Quellenwerk von Frl. Dr. Stern „Der Preußifche Staat und die Juden", zu Ende geführt. Für beide Werke befi^en Akademie und Hermann Cohen* Stiftung zufammen Papiervorräte von über 150000 Bogen, die ficherlich eine ausgezeich* nete Anlage bedeuten. Als neuefte Aufgabe hat fich der Verwaltungsvorftand, den Indi* kationen des wiffenfehaftlichen Vorftandes entfprechend, vorgefet>t, eine Reife unferes Mitarbeiters Dr. F. Baer nach Spanien zwecks Durchführung einer hiftorifchen Arbeit zn finanzieren. Alle diefe Aufgaben nicht nur, fondern auch die Erhaltung der gefamten Organi» fation der Akademie in einer Zeit kataftro* phaler Geldentwertung, erforderten außer* ordentliche Anftrengungen für die Auf* bringung der Mittel. Wir find glücklich, fagen zu können, daß es uns gelungen ift, die gegen Ende des Jahres 1922 eingetretene Finanzkrife zu überwinden und fogar noch für einige Zeit vorzuforgen. Möglich geworden ift dies lediglich durch tatkräftige Mithilfe des Judentums im Auslande, an das wir genötigt waren zu appellieren. Wir regiftrieren mit befonderer Genugtuung außer der bereits oben erwähnten Spende die uns durch Dr. Jung in New York verfchafft wurde, zwei weitere Betiräge in gleicher Höhe, die uns von dem be* kannten Gelehrten Rabbiner Dr. Stephan Wife (f. d. Zwecke der Akademie) und durch Prof. Dr. Felix Adler (f. d. Hermann Cohen- Stiftung) zugeführt wurden. Eine ganz wefentliche Stütze war uns das Eingreifen 5