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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · 4-5 (1924) · p. Seite 24

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
4-5 (1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 24 (sequence 27)
Language
German
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24 Von den biblifcben Erzählungen im Koran mit dem Gebote der Opferung der gelben (roten) Kub. Mofes Berufung am Dornbufcb gilt zuerft der Befreiung feines Volkes, fpäter immer mehr der Verkündigung Allahs. In der 2. mekkanifeben Periode wird erzählt, wie Mofes vor Pharao nach Madjan flüchtet, wo er mit den Töchtern des „alten Scheich" zufammentrifft. Diefe Erzählung bringt Mohammed dann mit ihm fchon bekannt gewefenen Überlieferungen über einen alten Volksftamm, bezeichnet als die „Leute des Dickicht", zufammen. Deren Prophet Suaib er« fcheint dann als Stammesbruder Madjans. In die Mofesgefchichte haben fieb Züge aus dem ebriftlicben fllexanderroman verwoben, der feinerfeits Refte jüdifcher Sagen aufweift. Hm „Berge" wird der Bund mit dem zuerft fieb fträubenden „Volke Mofis" gefcbloffen. Über diefen Berg, an anderer Stelle als Sinai bezeichnet, hatte Mohammed fonderbare Vorftellungen.1) Die Wiedergabe des Dekalogs weift wiederum deutliche Wandlungen auf. In mekkanifcher Zeit weiß Mohammed lediglich von „geheimer Zwiefpracbe", deren Mofes mit Allah teilhaftig wurde, und einem Dekalog, der fieb ziemlich an den biblifchen anlehnt. Nach und nach wächft fieb diefer Dekalog zu einem Pflicbtenkodex des Islams aus. Eine befondere Rolle fpielt hier natürlich die Einheit Fttlabs. Über die Zeit nach Mofis Tode erfahren wir faft nichts. Israel verlangt fofort nach dem Tode feines Führers einen König und ift bereit, nach Erfüllung feines Wunfcbes für ftllah zu kämpfen. Saul wird zum König beftimmt und Israel zweifelt an ihm. Mohammed hat grundlegende Züge aus der Gideonerzählung Saul angedichtet. David wird von mekkanifcher Zeit an erwähnt. Der Koran weiß, daß er in feiner Jugend Goliath erfchlug. Neben biblifeben und fpäteren Legenden hören wir von ihm als dem Verfertiger von Panzerhemden. Als folcher war er fchon in vorislamifcher Zeit bekannt. (Grimme, „Mohammed", Bd. 2, S. 90.) Das phantaftifebe Bild, das die Hggada von Salomo und feinem Thron entwirft, findet fieb ganz ähnlich fchon von der 2. mekkanifeben Periode an auch im Koran vor. Salomo ift dort mehr der Zauberer als der Gottesmann. Ganz nach jüdifcher Sage ift Salomo der urteilsfähige König, der die Sprache der Vögel verfteht, dem Sturmwind gebietet und die Geifter beberrfebt, die für ihn arbeiten. Der Wiedehopf, der bei der Mufterung der Tiere abwefend ift, erzählt, um den erzürnten König zu befänftigen, von dem Reichtum und dem herrlichen Thron der Königin von Saba. Salomo macht fieb anheifchig, die ungläubige Königin famt ihrem Volke zu bekehren, und fendet durch den 1) Auf ihn verlegte, wie fieb aus Sure 23, 20 und 95, t ergibt, Mohammed den Baum des Paradiefes, an dem Feigen und Oliven waebfen. Vom Ölbaum des Paradiefes weiß das flavifche Henocbbucb (ed. Bonwetfcb, S. 12) „der Baum, der immerwährend fließen ließ Öl der Frucht". Der Sinai wird im Koran 23, 20: »tur Sainä« 95, 2 mit Reimangleichung »tur Smin« genannt. Vgl. zu diefer Vorftellung Vita fldae 36, 40. Von den Feigen am Paradiefesbaum weiß Berakot 40a. Dasfelbe Mofes ben Cepba: „Comm. de paradiso" in Sacra Bibl. sanet. Pat." S. 36 E.

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