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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · 4-5 (1924) · p. Seite 23

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
4-5 (1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 23 (sequence 26)
Language
German
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Von den biblifcben Erzählungen im Koran 23 jefet von diefem felbft los, da er ihn als Feind Allabs erkennt. Abraham betet zwar nod) für feinen Vater, bält fein Gebet aber zugleich für ausficbtslos. Die Trennung Abrahams von feinem Vaterbaufe und Vaterlande, die fieb bei Mobammeds Überfiedlung nach Medina zu wiederholen febien, bat fieber tiefen Eindruck auf Mohammed gemacht und dazu beigetragen, in Abraham fein ihm von Allah gefegtes Vorbild zu feben. In die Abrahams-Erzählung wird in medinifcher Zeit noch die aggadifche Sage von Abrahams Streit mit Nimrod eingeflochten, der erklärt, nicht Allah, fondern er felbft fei Herr über Leben und Tod, worauf Abraham ihn auf* fordert, die Sonne ftatt von Often von Weften her aufgehen zu laffen. Daß Allah allein über Leben und Tod gebietet, verbürgt Mohammed die von ihm falfch verftandene biblifche Erzählung vom „Bund zwifeben den Stücken" (2, 262): Als Abraham fprach: „Mein Herr, zeige mir, wie du die Toten belebft", fprach er: „Glaubft du etwa nicht"? Da fprach er: „fo nimm 4 Vögel und ziehe fie zu dir, dann lege auf jeden Berg ein Stück von ihnen und rufe fie, fo werden fie eilends zu dir kommen"» Abraham, der in mekkanifeber Zeit nach jüdifeber Sage als einer der Gottesmänner gefcbildert wird, der die Nichtigkeit des Gö^endienftes erkennt und dartut und fich zu Gott bekennt, aber keine befondere Rolle bei der Ent« ftehung des Islams fpielt, wird in medinifcher Zeit neben Ismael, der früher kaum erwähnt wird, der Stammvater des arabifchen Volkes, der Begründer des Kaaba*Kultes und damit der muslimifchen Religion. Daß Mohammed, der in mekkanifeber Zeit fo fehr gegen heidnifebe Gebräuche eifert, jet^t, da fein Anfehen geftiegen war, altarabifche Sitten fanktioniert, zeigt, daß er die Meta* morpbofe vom Propheten zum Politiker durchgemacht hat, Diefer ift es ge« wefen, der den medinifeben Abraham gefcbildert hat, um ein Vorbild zu haben, das feiner neuen Lage entfprach. Von der „Familie Jakobs" werden andeutungsweife die zwei feindlichen Brüder, das Teftament Jakobs an feine Söhne erwähnt und die Jofepbs« gefchichte ausführlich erzählt. Von den Träumen Jofephs beginnend, gibt der Koran die ganze Erzählung, die „fchönfte" von allen, wieder. Die Joieph* Sure ift für Mohammeds erzählende Darftellung bezeichnend. Er fchildert nicht ruhig weiter febreitend, wie der Erzähler in der Genefis, fondern reiht Szene an Szene, Zwiegefpräch an Zwiegefpräcb, und wird zum Dramatiker, wo man lieber dem Schildernden laufeben möchte. Die Erzählung ftammt aus der 3. mekkanifchen Periode. Den weitaus größten Raum unter den biblifcben Erzählungen im Koran beanfprucht die Mofesgefchichte. Schon frühe wird auf die „Bücher Mofis" bingewiefen. Später wird Mofes zum Verteidiger Allabs am Hofe Pharaos, wo fich fcbließlicb die ägyptifchen Zauberer zu ihm bekennen, und zum Führer feines Volkes, bis in medinifcher Zeit feine Geftalt verblaßt. Die Mofeserzäblung berichtet von der Tötung der jüdifchen Knaben durch Pharao und fchließt

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