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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · 4-5 (1924) · p. Seite 20

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
4-5 (1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 20 (sequence 23)
Language
German
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20 Von den biblifcben Erzählungen im Koran Traum, in dem ihm befohlen wird, feinen Sohn zu opfern. Abraham fragt feinen Sohn, was er tun foll, und wird geheißen, Allahs Befehl auszuführen. Da beide fich in den Willen Allahs ergeben haben und Abrahams Sohn bereits auf dem Opferftein liegt, wird ihm Einhalt geboten. Abraham löft feinen Sohn durch ein Opfer aus. Zum Lohn für Abrahams Gläubigkeit fcbenkt ihm Allah Ifaak und Jakob (Mohammed fcbeint diefe für Brüder gehalten zu haben). Ihnen wird anbefohlen, das Gebet innezuhalten, Gutes zu tun und Mildtätig» keit zu üben. So hat auch Ismael es feinem Volke geboten. Abraham gehört mit allen feinen Nachkommen zu den Propheten und auserwählten Gottesmännern. Zu den muslimifcben Zügen, die diefe auf biblifcbe und aggadifcbe Sagen zurückgehende Vorftellung von Abraham auf weift, kommt in der folgenden mekkanifcben Periode der Begriff des Hanifentums hinzu. Was Mohammed darunter verftanden wiffen wollte, zeigt die fchöne Erzählung von der Er« kenntnis Abrahams, daß Allah allein Gott ift. Da Abraham findet, daß Sterne, Mond und Sonne, die er anfänglich für Götter hält, fcbließlicb untergehen, vollzieht fich in ihm die Wandlung: „0 Volk", fo fagt er, „nun bin ich frei von euern Göttern. Siehe, ich wende mein Antlitj als Hanif zu dem, der Himmel und Erde gefchaffen bat" (6, 76 - 79). Als Hanif betrachtet fich Mohammed felber. So 10, 104—106: „fpricb! o ihr Menfchen, wenn ihr im Zweifel feid darüber, welches mein Glaube ift (fo hört): ich diene nicht denen, die ihr neben Allah verehrt, fondern Allah diene ich, der euch einft wegnehmen wird. Und mir ift geboten worden, ein Gläubiger zu fein. Ferner (ward mir befohlen): richte dein Angefleht zur wahren Religion als Hanif und gehöre nicht zu denen, die Allah Gefährten geben. Und rufe nicht neben Allah an, was dir weder nützen noch fchaden kann, denn fo du es tuft, gehörft du zu den Frevlern . . . Sprich: o, ihr Menfchen, nunmehr kam die Wahrheit zu euch von eurem Herrn . . Vgl. Sure 30, 28 - 31. Von Abraham wird gefagt: „fiehe, Abraham war ein Imam, Allah gehorchend, ein Hanif und keiner der Götzendiener . . . Alsdann offenbarten wir dir: folge der Religion Abrahams, der Hanif wurde und kein Götzendiener war" (16, 121 - 124). Oder Sure 6, 162: „Sprich, mein Herr hat mich auf einen rechten Pfad geleitet, zu einem dauernden Glauben, zur Religion des Abraham, der Hanif wurde und Allah keine Gefährten gab". Mohammed hat alfo in diefer Periode unter Hanif einen Menfchen verftanden, in dem fich eine Wandlung vollzog, fo daß er den Göftendienft verachtet und dann Allah als einzigen Gott bekennt.*) Die Abrahams - Erzählung der dritten mekkanifcben Periode berichtet im wefentlicben dasfelbe wie in früherer Zeit, fpiegelt aber jet^t deutlicher die Kämpfe wieder, die Mohammed feinen Zeitgenoffen gegen- 1) Die Herkunft des Wortes bleibt dunkel. Siehe Encyklopädie d. Islam f. v. Das Wort ift bereits vorislamifcb. Siehe Nöldeke. „Neue Beiträge z. fem. Spracfnviffenfcb." Straßburg 1910, S. 30. Vielleicht ift das aramäifche banef „Ketzer, Heide" in der Bedeutung: „Separatift" (von der angeftammten Religion) übernommen worden.

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