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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · 4-5 (1924) · p. Seite 17

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
4-5 (1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 17 (sequence 20)
Language
German
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Von den biblifcben Erzählungen im Koran 17 und fordert fie auf, mit ihm gemeinfam Gott anzubeten.1) fluch Satans Fall ift ebriftlicf). Anklänge an diefe Sage finden fieb wohl in dem im jüdifeben Kreife entftandenen Henocbbucbe vor, aber die koranifebe Erzählung zeigt die größte Ähnlichkeit mit der Form der Sage, wie fie die cbriftlicbe Literatur aufbewahrt bat. Bei den Juden findet fieb fpäter nichts derartiges. Ich laffe, ohne auf weitere Einzelunterfucbungen einzugehen, nur die bekanntefte Darftellung der ebriftlicben Sage folgen: „Scba^böble" (ed. Bezold) S. 16: „Und als die Engel diefe göttlichen Stimmen hörten, beugten fie ihr Knie und beteten ihn (Rdam) an. Und als der Anführer der widerfpenftigen unteren Ordnung fah, welche Größe fldam gegeben war, beneidete er ihn von diefem Tage an, weigerte fieb, ihn anzubeten und fpracb zu feinen Scharen: betet ihn nicht an und preifet ihn nicht mit den Engeln. Es ziemt ihm, mich anzubeten, der ich Feuer und Geift bin, und nicht mir, daß ich den Staub anbete, der aus einem Sandkörneben geformt ift. So fpracb der Empörer und war ungehorfam und febied fieb nach feinem eigenen Willen und feiner Freiheit von Gott, und er ward geftürzt und fiel ab, er und feine ganze Schar. Hm feebften Tage um die zweite Stunde gefebab fein Fall vom Himmel. Und es wurden ihnen aus» gezogen die Kleider und ihre Glorie und fein Name ward genannt „satana", weil er abgewichen war (seta) und „sedä", weil er binabgeftürzt worden war (eitbedi"). Ein febönes Beifpiel für die Verquickung biblifeber Stoffe mit aggadifeben im Koran bietet die Kain und Abel »Erzählung, die ich ihrer Kürze wegen wiedergeben will (V, 30 — 35): „Die Söhne fldams brachten beide flllab ein Opfer dar. Von dem einen ward es angenommen, aber nicht von dem anderen. Da fpracb der, deffen Opfer flllab verfebmäbt hatte, zu feinem Bruder: wabrlicb, ich töte dich. Der andere fpracb: fiebe, flllab nimmt nur Opfer von Gottesfürcbtigen an. Streckft du auch deine Hand nach mir aus, um mich zu töten, fo tue ich nicht des» gleichen, leb fürchte flllab, den Herrn der Welt. Mögeft du meine und deine Schuld auf dich nehmen, um dem Höllenfeuer zu verfallen. Denn das ift der Lohn der Sünder. Da trieb den anderen der Zorn an, feinen Bruder zu erfcblagen, und er tötete ihn. flllab aber fandte einen Raben, der den Boden auffebarrte, um dem Mörder zu zeigen, wie er die Miffetat an feinem Bruder verbergen könne. Da fpracb der Sünder: webe mir, ich bin zu febwaeb geworden, um wie diefer Rabe zu tun und meine Miffetat zu verbergen. Und er bereute, was er getan hatte. Den Kindern Israel aber ward die Lehre gegeben, daß, wer eine Perfon im geheimen tötet, ohne Blutrache und ohne daß Gewalttaten im Lande vorkamen, fo zu betrachten ift, als habe er die ganze Menfcbbeit vernichtet, daß aber, wer eine Perfon am Leben erhält, fo zu betrachten ift, als habe er die ganze Menfcbbeit erhalten/' 1) Gen. r. VIII. 9; Kob r. VI. 10 u. a. St. 2

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