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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · 4-5 (1924) · p. Seite 14

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
4-5 (1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 14 (sequence 17)
Language
German
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14 Von den biblifcben Erzählungen im Koran keit bei der Schöpfung ergriffen habe. Diefer Vorftellung kann die alte jüdifcbe figgada zugrunde liegen, nach der Gott die Welt mühelos vollendet habe. Hier« für könnte der Husdruck „dann (nach der Erfchaffung) fe^te er fich auf den Thron" als Beweis dienen, denn diefe Redensart widerlegt vielleicht die Hnüd^t, daß Mohammed, um nid^t den Hnfchein zu erwecken, daß das Sechstage «Werk HUah ermüdet habe, den Sabbat ablehnt (Goldziher, „Sabbatinftit." ufw., S. II ff.). Genau fo gut aber kann eine polemifche Husdrucksweife vorliegen. Goldziher glaubt „daß wir in dem eigentümlichen Verhältnis, in das fid? Mohammed und die älteften Interpreten feiner Lehre zu der jüdifcben Sabbat« Überlieferung ftellen, ein Beifpiel für die latente Wirkung parfifd>er Ideen er« blicken, die fich bereits an der Wiege des Islams als geftaltendes Element geltend machen. Die Parfen laffen die Welt in 6 Perioden gefd>affen fein. Sie haben Fefte eingereiht zur Erinnerung an die einzelnen diefer Perioden, aber keines zur Feier des Schöpfungsabfcbluffes... Ihre Theologen bekämpfen die jüdifcbe Sabbatauffaffung und befonders die Vorftellung, daß Gott vom Scböpfungs« werk ausgeruht habe." (Goldziher daf. S. Vff.). Doch ftammt die perfifche Quelle erft aus viel fpäterer Zeit. Hber auch das Chriftentum hat fich mit der« felben Begründung, daß Gott die Schöpfung nicht ermüden konnte, gegen den jüdifd>en Sabbat gewandt.1) Dem Chriftentum mußte daranliegen, gegen den jüdifcben Ruhetag zu polemifieren. Mohammed hat feine ablehnende Haltung dem jüdifcben Sabbat bzw. dem chriftlichen Sonntag gegenüber mit gehörten Gründen bekräftigt. Die fidams«Erzählung, die mit der Erfchaffung und Bildung des erften Menfcben beginnt und am Schluß eingehend von Evas Schwangerfcbaft fpricht, gehört der 2. und 3. mekkanifcben Periode an. Die Vorftellung von der Er« fd^affung des erften Menfcben aus Staub dient dazu, gegen die übernatürliche Geburt Chrifti zu eifern. Ein großer Teil der nun folgenden Schilderung, wie Satan Hdam anbeten foll, es aber nicht tut und deshalb geftürzt wird, aber Ruffchub erhält bis zum jüngften Gericht, wie er es inzwifcben als feine Huf« gäbe betrachtet, die Menfcben zu verführen, ift durchaus cbriftlicb. Huch Evas Schwangerfcbaft mag durch den Vergleich mit Maria bei den orientalifchen Chriften eine folcbe Rolle gefpielt haben. Die verführende Schlange verfcbwindet in der koranifcben Hdamserzählung und erfcheint nicht einmal mehr als Werk« zeug des Satan. Weil diefer feinen fluchbeladenen Weg fcbon betreten bat feit feiner Empörung gegen den Schöpfer, verfällt er keinem befonderen Fluche mehr, fluch Eva, die als Verführerin das Sprachrohr des Satan ift, wird nicht befonders verdammt. Mohammed hat ja feit früheften Tagen, durd> die Vor« ftellung vom jüngften Gericht beunruhigt, die Wirkfamkeit eines Feindes Hllabs, der die Menfcben verführt, nicht gering eingefchä^t. Zweifellos jüdifcben Ur« fprungs find die Sagen von der Erfchaffung und Bildung des erften Menfcben, von feiner urfprünglichen Schönheit und Vollkommenheit, fidam erfcheint als 1) Z. B. Huguftin und Epbraem Syrus an vielen Stellen.

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