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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · 4-5 (1924) · p. Seite 12

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
4-5 (1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 12 (sequence 15)
Language
German
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12 Von den biblifeben Erzählungen im Koran ebronologifeb in der Ordnung darzubieten, die fidb am meiften der biblifeben Darftellung nähert. Die einzelnen Vorftetlungen innerhalb der biblifeben Gefcbicbten find weiterhin zu unterfueben und fcbließlicb muß feftgeftellt werden, welche Scblüffe ücb aus dem Mohammed zugetragenen Material und der Art feiner Verarbeitung auf die Perfönlicbkeit des Propheten Hllabs und fein Ver* hältnis zu Judentum und Chriftentum ziehen laffen. Entgegen den Hnfchauungen Sprengers und Wellhaufens („Skizzen und Vorarbeiten44 III, S. 197 ff.), die dem Chriftentum die entfeheidende Rolle bei der Entftehung des Islams zufchreiben, betont Lesczynsky (,,Die Juden in Arabien zur Zeit Mobammeds", Berl. 1910, S. 37 ff.) den weitaus tiberragen« den Einfluß des Judentums. Er beruft fich u. a. auf die biblifeben Erzählungen, die, wie die Forfcbungen Geigers und Hirfchfelds zeigen, foviel aggadifebe Beftandteile enthalten (S. 39 daf.). Bevor man behaupten könne, daß auch hier ebriftlicbes Gut vorliege, müffe man im einzelnen die Parallelen aus der fyrifchen Literatur aufzeigen. Ohne an diefer Stelle auf den ftrittigen Punkt einzugehen, fei darauf hingewiefen, daß L. mit feiner Forderung im Recht ift. Die fyrifche Literatur muß in demfelben Umfang wie die talmudifcbe heran« gezogen werden. Hier fei nur gefagt, daß die biblifeben Eigennamen im Koran1) allein fchon eine deutliche Sprache reden, und daß allerdings ein nicht geringer Teil der aggadifdben Elemente fich auch durch die cbriftlicbe Literatur belegen läßt. So dürfte alfo, wenn der biblifche Name ebriftlicber Herkunft ift und die an diefen Namen geknüpften Erzählungen fich auch in der fyrifchen Literatur vorfinden, ernftlich zu erwägen fein, ob nicht die ganze Vorftellung auf chrift* liehen Einfluß zurückzuführen ift. Die Frage, die erft auf Grund des voll« ftändig vorliegenden Quellenmaterials beantwortet werden kann, führt zu der weiteren Unterfuchung, in welchen Phafen der feelifchen Entwicklung Mohammeds jüdifche oder cbriftlicbe Einflüffe ftärker auf ihn gewirkt haben. Hls Ganzes und fortlaufend erzählt find nur die Kain und Hbel« und die JofepbS'Gefcbidbte. Von den anderen Erzählungen werden bald größere, bald kleinere Stücke vorgebracht, bald nur Hinweife gegeben- Den Hnlaß zum Bericht rufen oft äußere Umftände herbei. Mohammed empfindet fich in einer ähnlichen Lage wie die ihm vorangegangenen Gottesmänner, auf die er dann verweift. Weil er aber aus feiner jeweiligen Stimmung auch perfönlicbft Stellung zu den ihm überlieferten Erzählungen genommen und nicht wenig an inneren Wandlungen durchgemacht hat, zeigen die biblifeben Gefcbicbten oft in fpäterer Zeit ein ganz anderes Geficht als früher. Die biblifeben Gefcbicbten im Koran erftrecken fidb von der Weltfcböpfung bis zur Erwähnung von Ezra, den die Juden nach Mobammeds Meinung für Gottes Sohn erklären. Der Charakter des Weltfcböpfungsbericbts ift kein ein« 1) Je&t gefondert bearbeitet von J. Horovit).

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