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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · 2 (1921) · p. Seite 32

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 32 (sequence 32)
Language
German
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3* Bericht des Wissenschaftlichen Vorstandes von der Vielfältigkeit des Stoffs, in den Methoden wie in den letzten Verknüpfungen zum Ausdruck bringt. Darum sind unsere Sektionen nicht als gegeneinander abgegrenzte Bereiche gedacht. Die Gliederung soll nicht trennen, sondern nur innerhalb der Einheit des Ganzen engere Bindungen ermöglichen. Sie soll sich den Voraussetzungen der Stoffe, der Interessen, der Begabungen anpassen, soll von innen her ein engeres Zusammenstehen des seinem Wesen nach enger Zusammengehörigen ermöglichen, soll von innen her eine Orientierung nahe legen, die sonst von außen gesucht werden müßte, soll im begrenzten Bereich die Intensität der in ihr gewissermaßen in eine Richtung gebrachten Arbeit steigern. All dies ist aber an die Voraussetzungen gebunden, die im Namen „Forschungs-Institut" liegen. Unsere Körperschaft ist weder ein Subventionsnoch ein Publikations-Institut. Sie selbst: das Forschungs-Institut, die werdende Akademie, ist der ideelle Träger unserer Arbeiten. Darum sind diese an das Ideal eines hohen Niveaus gebunden. Arbeiten? die imGanzen diesem Niveau nicht entsprechen, können im Einzelnen manches Wertvolle enthalten. Ihre Veröffentlichung kann als berechtigt anerkannt werden. Aber unser Institut muß sich von ihnen fernhalten. Es muß sich an die Forderung binden, daß die von ihm veröffentlichten Arbeiten, die seiner ständigen wie die für den Einzelfall herangezogener Mitarbeiter, eine große Gleichmäßigkeit des Reifezustands zeigen, daß sie, bei allem Vorbehalt der Meinungsverschiedenheit, nach dem Urteil des Vorstands und der Kommissionen in der Entwicklung des Stoffs wie in der Methode dem allgemeinen Niveau, das wir uns setzen, in allen Teilen entsprechen. Darum können wir uns nur langsam der wissenschaftlichen Allgemeinheit öffnen. Wir können nicht damit beginnen, uns in eine breite Peripherie zu spannen. Wir können uns nicht von der Peripherie zur Mitte entwickeln, sondern müssen vom Kern in die Breite wachsen. Das muß man im Auge haben, um die Eigenheit unserer Organisation, die Entwicklung unserer Arbeitsgebiete, die Wahl und den Fortschritt unserer Arbeiten sachgemäß und ehrlich beurteilen zu können. 5. Mitarbeiter. Im Verhältnis zu dem ersten Berichtsjahre hat sich die Zahl unserer ständigen Mitarbeiter im Jahre 1920 um die Hälfte vermehrt. . An der Vermehrung wird zugleich die innere Entwicklung deutlich" Im einzelnen ist das Bild dies: Im Juli 1919 trat Herr Dr. Fritz Baer, bis dahin Studien-Assessor am Gymnasium in Halberstadt, Verfasser des Buches „Studien zur Geschichte der Juden im Königreich Aragonien während des 13. und 14. Jahrhunderts" in die mittelalterliche und neuzeitliche Abteilung der historischen Sektion ein. Im Oktober 1919 folgte ihm Herr Dr. Artur Spanier, bis dahin Studien-Assessor am Gymnasium zu Königsberg i. M. Er wurde für die talmudische Sektion gewonnen, und es wurde, seiner klassisch-philologischen Schulung entsprechend, in Aussicht genommen, ihn besonders mit literarhistorischen Aufgaben zu betrauen. Im Januar 1921 kam Herr Dr. David Hartwig Baneth als Sprachwissenschaftler hinzu. Seine Aufgaben sollten auf dem Gebiet des Hebräischen und Aramäischen liegen. Voraussetzung war aber für dieses besonders ausgedehnte und in sich wechselvolle Arbeltsgebiet zugleich die Kenntnis der Entwicklung bis zur Jetztzeit; ebenso die Kenntnis aller Richtungen der jüdischen Literatur. Die Wissenschaft kann durch die Verbindung mit der Gegenwart Gewinn und Schaden erfahren. Die Möglichkeit der Schädigung darf nicht abschrecken; sie läßt sich vermeiden. Der mögliche Gewinn läßt sich kaum durch einen anderen ersetzen. Die Wirkung nach der anderen Richtung kommt hinzu: die Wirkung der Wissenschaft auf das Leben. Auch dies unser Ziel. Diese Wirkung läßt sich von den Stoffen und Problemen der nahen Vergangenheit aus natürlich leichter erreichen als von denen weiter zurückliegender Jahrhunderte. Sie wird sich besonders stark von der religionswissenschaftlichen, von der neuzeitlichhistorischen, am unmittelbarsten aber von der soziologischen Sektion aus zeigen. Sie wird es von dieser Sektion aus aber nur dann mit wissenschaftlicher Bestimmtheit tun

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