Mannheim
Compact Memory

Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · 2 (1921) · p. Seite 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 31 (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2707513-2707516--079-2707642
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Bericht des Wissenschaftlichen Vorstandes 31 Bis jetzt sind, der allmählichen Entwicklung unserer Arbeitsgebiete entsprechend, vier Kommissionen gebildet worden: a) eine talmudische Kommission, bestehend aus den Herren: Oberrabbiner Prof. Dr. Chajes in Wien, Rabbiner Dr. Freimann in Posen, Rabbiner Dr. Horovitz in Frankfurt a/M., Prof. Dr. Schwarz, Rektor des Theologischen Seminars in Wien. b) eine sprachwissenschaftliche Kommission, bestehend aus den Herren: Universitäts-Professor und Bibliothekar a. D. Dr. Landauer, früher in Straßburg, jetzt in Augsburg, Rabbiner Dr. Perles in Königsberg, Dr. Torczyner, Dozent an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, Universitätsprofessor und Direktor an der Staatsbibliothek Dr. Weil in Berlin. c) eine philosophische Kommission, bestehend aus den Herren: Prof. Dr. Guttmann, Dozent an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, Dr. Heinemann, Dozent am Rabbiner-Seminar in Breslau, Rabbiner Dr. Kellermann in Berlin, Dr. Rosenzweig in Frankfurt a/M. d) eine literarhistorische Kommission, bestehend aus den Herren: Prof. Dr. Elbogen, Dozent an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, Rabbiner Prof. Dr. Porges in Würzburg, Rabbiner Dr. Poznanski in Warschau, Rabbiner Prof. Dr. Simonsen in Kopenhagen, 3. DasProgramm. Der im ersten Korrespondenzblatt veröffentlichte Arbeitsplan, der in großen Zügen die Grundlagen, die Ziele und die Organisation unserer Arbeit entwickelte, hat auf Beschluß des Vorstands im Titel der einen Rubrik eine Verdeutlichung erfahren: innerhalb der Abteilung Bibliotheca Judaica hat der Titel Scriptores philosophi den Zusatz atque mystici erhalten. Auf diese Weise ist die Gefahr vermieden, literarische Erscheinungen, die ihren Voraussetzungen und Inhalten nach vielfach mehr oder weniger zusammengehören, zu zerreißen, ebenso aber auch die andere, die Selbständigkeit beider Teile, wie es im älteren Titel der Fall war, nicht genügend hervortreten zu lassen. 4. Die Arbeitsweise. Wir entwickeln die zehn Sektionen, in die wir das ganze Arbeitsgebiet teilen,*) nicht auf einmal, sondern nach und nach. Das liegt zum Teil an unseren Arbeitskräften und Arbeitsmitteln, an den ideellen wie finanziellen, ist aber ebenso sehr durch Erwägungen bedingt, die auf das Wesen der Arbeit des Forschungs- Instituts gerichtet sind. Es muß uns zunächst darauf ankommen, unsere eigenen Wege zu finden. Das ist nur in engerem Rahmen möglich. Nur in demselben Verhältnis, in dem das Forschungs-Institut sich innerlich ausreift, kann es den Rahmen erweitern. Für die Wahl der Arbeitsgebiete und der besonderen Aufgaben, mit denen wir begannen, waren verschiedene Gesichtspunkte maßgebend: wir fragten uns nach der Bedeutung der Aufgaben für das ganze Gebiet der jüdischen Wissenschaft, nach ihren Zusammenhängen mit anderen Wissensgebieten, nach der Möglichkeit, an diesem Stoffe innere und technische Methoden zu erproben, die allgemeinere Geltung gewinnen können; wir berücksichtigten das Maß der Vorarbeiten, die leichte Beschaffung der Arbeitsmittel und, nicht zuletzt, die persönlichen Fähigkeiten, die uns gerade für diese Arbeiten zu Gebote standen. Die Arbeiten lagen auf drei Gebieten, gingen aber wesentlich über diese Gebiete hinaus. Sie waren sprachwissenschaftlicher, talmudischer und historischer Art. Die sprachwissenschaftlichen gehörten zugleich dem talmudischen, dem islamischen und dem philosophischen, eine der historischen gehörte dem bibelwissenschaftlichen Gebiet an, während eine andere historische zugleich die Grundlage für die Entwicklung der soziologischen Sektion schaffen sollte. Diese Vielfältigkeit wird sich mehr oder weniger bei jeder unserer Arbeiten zeigen. Jede soll so durchgeführt werden, daß sie die Vielheit und Einheit des Ganzen, abgesehen *) Vgl. das erste Korrespondenzblatt S.U. Wir wiederholen hier die Namen der Sektionen: 1. eine biblische, 2. eine hellenistisch-römische, 3. eine talmudische, 4. eine historische, 5. eine literarhistorische für Mittelalter und Neuzeit, 6. eine religionswissenschaftliche, 7. eine philosophische, 8. eine sprachwissenschaftliche, 9. eine islamische, 10. eine soziologische.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.