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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · 2 (1921) · p. Seite 16

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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Gemeinde und Landjudenschaft auch mit der direkten selbst ist es bei derTosefta überaus gut bestellt, viel besser als bei dem babylonischem Talmud, dessen Ueberlieferung doch schwerlich etwa auf einem einzigen Exemplar beruht, das von Babylon nach Europa gekommen wäre, sondern auf mehreren, die schon sehr früh in ihren Abschriften die verschiedensten Verbindungen miteinander eingingen. Soviel ich sehe, sind alle Handschriften des babylonischen Talmuds Mischprodukte; wenigstens bezweifle ich, daß es möglich ist, für sie wie für die in den Werken der mittelalterlichen Talmudisten vorausgesetzten Exemplare irgendwelche allgemeingültigen Abhängigkeitsverhältnisse deutlich zu machen. Dagegen zeigen die Handschriften der Tosefta nur klare und einfache Beziehungen: eine nachträgliche gegenseitige Beeinflussung hat offenbar nicht stattgefunden. Wir können schon durch eine rein mechanische Auswertung der Handschriften einen sehr alten Zustand des Textes zurückgewinnen; noch höher hinauf kommen wir, wo der babylonische oder gar der palästinensische Talmud Parallelen bietet; wo solche in beiden Talmuden vorliegen — und das ist bei den meisten Traktaten wohl fürmehr als die Hälfte der Fall — da haben wir bis auf geringe Einzelausnahmen völlige Gewähr dafür, den ursprünglichen Text des Tosefta-Redaktors zu erreichen. Es ist daher eine erste Notwendigkeit für die Talmud-Philologie, daß eine gute und zuverlässige Ausgabe der Tosefta geschaffen wird. Das angekündigte Buch soll auch dazu eine Vorarbeit sein. Es werden in ihm einige Grundsätze für die Textbehandlung der Tosefta festgelegt und an einem Traktat praktisch erprobt werden. Gemeinde und Landjudenschaft Ein Beitrag zur Geschichte des jüdischen Organisationswesens. Von Fritz Baer. I. Das Problem einer Geschichte des jüdischen Organisationswesens. Die jüdische Gemeinde im Altertum. Die jüdische Gemeinde im christlich-europäischen Staat. — II. Jüdische Gemeindeorganisationen in Deutschland vor der Emanzipation. Ansätze zu einem Reichsverband. Landesverbände im Mittelalter. Die westdeutsche Landjudenschaft in der neueren Zeit. — III. Das Material zu einer Geschichte der jüdischen Gemeinde und besonders des landjudenschaftlichen Verbandes. Das Protokollbuch der klevischen Landjudenschaft und seine Bearbeitung. I. Während es glücklicheren Nationen der Erde gegeben ist, staatliche Gebilde nach der Eigenart ihres Wesens zu schaffen, haben die spezifischen Kräfte des jüdischen Volkes sich frühzeitig von politischen Interessen abgekehrt. Freiheit und Macht, diese Triebfedern des politischen Lebens, sind der jüdischen Exilsgeschichte fremde Begriffe. Trotzdem fehlt es dem

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