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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · 2 (1921) · p. Seite 7

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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IRI
…/2707513-2707516--055-2707618
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Probleme der Mischna-Kritik 7 Teile müssen schon deswegen zeitlich möglichst an die Gemara herangerückt werden, weil wir sonst eine offenbar kontinuierliche Entwicklung in der Betrachtung willkürlich auseinanderreißen würden: auch in der Gemara herrscht ja das Prinzip der äußerlichen Assoziationen durchaus vor. Zudem wird wohl allgemein anerkannt, daß die Stücke, um die es sich hier handelt, im Gefüge unserer Mischna sicherlich sekundär sind. Und umgekehrt : grade wo wir die Gliederung der Mischna besonders klar erkennen, wo die Abschweifungen, die den ursprünglichen Gedankengang unterbrechen, ganz unzweideutig sind, da beruhen diese Abschweifungen gewöhnlich auf jenen äußerlichen Assoziationen. Keineswegs lassen sich also die von diesen beherrschten Stücke als die Grundlage unserer Mischna verstehen; wenn sie nicht junge Auswüchse sind, so könnten sie höchstens eine Nebenentwickelung vertreten. Indessen unsere eben angestellten Ueberlegungen sprechen nicht einmal für die letztere Möglichkeit, und es ist auch bisher nicht gelungen, auf dem Wege der Einzelkritik das hohe Alter jener Stücke zu erweisen. Einstweilen dürfen wir also daran festhalten, daß die mechanische Aneinanderreihung äußerlich ähnlicher Halachoth nicht an den Anfang, sondern an den Schluß der tannaitischen Entwicklung gehört, daß sie eine Auswirkung der Gemeinschaftsarbeit ist, die sich in stetem, aber nicht von klarem Zielbewußtsein getragenem Fortschreiten vollzieht, und ihrerseits ein Stadium individuellerer Produktivität voraussetzt. — Es ist nun mindestens in einigen Fällen noch möglich, den Teil der Mischna, der aus jener Sphäre individuellerer Leistung stammt, genauer zu umgrenzen. Schon längst hat D. Hoffmann in seiner Schrift „Die erste Mischna" (Berlin 1882. S. 26—37) für den Traktat Aboth durch Vergleich mit den Aboth des R. Nathan eine frühere Form dieses Traktats ermittelt, bei der der Plan des Aufbaus sehr durchsichtig ist. Es wurden da lediglich die Häupter der zehn Generationen, die bis zur Zeit der Schüler des R. Jochanan ben Sakkai als Träger der Tradition aufgetreten waren, mit ihren Kernsprüchen vorgeführt und daran einige Betrachtungen über die Zehnzahl geknüpft. Der Begriff der Zehnzahl war also das gestaltende Motiv, das auf die Entstehung des Traktates einwirkte und ihm zu großer innerer Geschlossenheit verhalf. Der l&ann, der dies Motiv zuerst aufgriff und in mannigfacher Abwandlung durchführte, darf und muß als der Verfasser von Aboth bezeichnet werden — wobei es uns hier gleichgültig sein kann, ob und inwieweit er etwa bereits vorliegenden Stoff verwertet hat. Ebenso hat erst vor kurzem L. Ginzberg in seinen „Studies into the origin of the Mishnah" (Cincinnati 1920) den Traktat Tamid analysiert, den schon beide Talmude dem R. Simon aus Mizpa zuschreiben — was, wie ich anderwärts darlegen werde, sich noch heute als unzweifelhaft richtig feststellen lässt. Nach Abzug der Zutaten, die Ginzberg nachgewiesen hat, dürfen wir glauben, dass wir den Traktat im wesentlichen so vor uns haben, wie er aus der Hand des R. Simon aus Mizpa hervorgegangen ist. Wir haben auch

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