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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · 1 (1920) · p. Seite 38

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 38 (sequence 40)
Language
German
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IRI
…/2707513-2707514--041-2707603
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38 Wissenschaftlicher Bericht. Staat und die Juden. 1675—1812. Unter voller Ausnutzung der Inhalte aller in Betracht kommenden preußischen Staatsarchive soll durch eine breit angelegte Aktenpublikation das gesamte Verhältnis des Staats zu den Juden nicht nur nach der prinzipiellen, gesetzlich normierten, sondern auch nach der tatsächlichen in der Verwaltung zum Ausdruck gekommenen Weise entwicklungsgeschichtlich dargestellt und in einer Einleitung geschichtlich behandelt werden. Die Muster dieser Arbeit sind die Acta Borussia der preußischen Akademie. Die Arbeit ist zu groß, als daß es ratsam wäre, das Ganze für einen Wurf aufzusparen. Sie wird wahrscheinlich nach ihren natürlichen Einschnitten abschnittweise in 3 oder 4 Abteilungen zur Veröffentlichung kommen. Frl. Dr. Stern ist nicht ständige und beamtete Mitarbeiterin, wie die vorher genannten Herren, sondern ist nur zur Durchführung ihres Themas verpflichtet. Vom wissenschaftlichen Vorstand aus hat sich Herr Dr. Täubler an den ständigen Arbeiten mit der Vorbereitung zweier Schriften, über die Anfänge des Volkes Israel und über die Begründung des Makkabäerstaates, beteiligt. Es handelt sich in beiden Arbeiten nicht um Darstellungen, sondern um philologisch-historische Untersuchungen. Schlußkapitel werden die Resultate in historischer Zusammenfassung zu geben versuchen. Diese beiden Arbeiten sollen vom organisatorischen Gesichtspunkt aus angesehen zugleich der Begründung der orientalistisch-biblischen und der jüdisch-hellenistischen Sektion dienen. Alle bisher genannten Arbeiten bilden Teile einer einzigen Veröffentlichungsreihe, der in numerierter Folge erscheinenden Veröffentlichungenauf dem Gebiete der Wissenschaft des Judentums. Eine zweite Veröffentlichungsreihe, die Bibliotheca Judaica, läßt sich nicht so rasch entwickeln, weil für unsere Editionstechnik erst einheitliche Grundprinzipien gefunden werden müssen. In Arbeit ist bisher nur ein Werk, die bekannte Sammlung der Hebräischen Kreuzzugsberichte. Vorarbeiten für weitere Editionen haben begonnen. Für die Kritische Vierteljahrsschrift für die Wissenschaft des Judentums liegen bereits einige Abhandlungen, auch von Herren, die dem Forschungsinstitut nicht angehören, vor; außerdem wird an einer Reihe von Rezensionen gearbeitet; die besondere Sorgfalt von Seiten der Leitung erfordernde Aufteilung der Arbeiten für die Forschungsberichte und die Übersichten über die Neuerscheinungen dürfte sich im wesentlichen im Rahmen der ständigen Mitarbeiter des Forschungsinstituts halten können. Es gehört zu den bereits geleisteten Vorarbeiten, daß wir seit Juni 1920 einen zweiten Herrn in der talmudischen Sektion beschäftigen, der sich besonders den Vorarbeiten für die Konkordanz widmen wird, ferner wohl auch baldigst mit einer philosophiegeschichtlichen Arbeit beginnen und die literarhistorisch-bibliographische Sektion begründen. Die Fürsorge des Forschungsinstituts soll sich nicht nur auf die Arbeiten erstrecken, die in seinem eigenen Kreise durchgeführt werden. Aber aus sachlichen und materiellen Gründen müssen wir uns vorerst enge Grenzen ziehen. An Gesuchen um Subventionierung von Arbeiten hat es nicht gefehlt. Wir konnten uns bisher nur in einem Falle zu einer erheblichen Subvention entschließen, die wir der großen, bereits seit fast 30 Jahren im Druck befindlichen Ausgabe des Midras Beresith rabba des Herrn Rabbiner Dr. Theodor zuwandten. Die besonderen methodischen Forderungen, die im wissenschaftlichen Grundplan angedeutet sind, nötigen zu einer gewissen Zurückhaltung nicht nur gegenüber Arbeitsangeboten, sondern auch in der Suche nach Mitarbeitern. Immerhin sind Gelehrte über den Kreis der Genannten hinaus zur Mitarbeit gewonnen worden, über deren Arbeiten aber erst berichtet werden kann, wenn ein förmlicher Beschluß über ihre Aufnahme in unsere Veröffentlichungen gefaßt sein wird.

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