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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · 1 (1920) · p. Seite 30

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 30 (sequence 32)
Language
German
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IRI
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30 Einführung in sprachliche Untersuchungen zur hebräischen Übersetzung. der die Bausteine, den gesetzlichen und didaktisch-erzählenden Inhalt, verbindet und zusammenhält.. So die Formeln für die Einführung von Aussprüchen der Gelehrten, für die Diskussion ihrer Ansichten, für die Anführung von Bibelversen, für die Ableitung neuer Gesetzesbestimmungen aus Andeutungen der Schrift. In dieser Formelsprache spiegelt sich die Entwicklung zunächst des Lehrhausbetriebes, damit aber zugleich der Methode der Gesetzesfindung, ja, der Methode des talmudischen Denkens überhaupt von der Zeit der älteren Mischnalehrer bis auf die letzte Redaktion des babylonischen Talmuds am beredtesten wieder. Es handelt sich dabei nicht etwa um eine einheitliche, geradlinige Entwicklung, sondern fast durch alle Zeiten gehen mehrere Strömungen parallel nebeneinander her, die sich in getrennten Schulen verkörpern und die Ausbildung einer verschiedenen Terminologie zur Folge haben. In der tannaitischen Literatur, deren Erforschung den Anfang bilden muß, treten vor allem zwei Schulen hervor, die sich durch grundlegende Unterschiede in der Methode und demgemäß auch in der Formelsprache auszeichnen, die Schulen des Rabbi Ismael und des Rabbi Akiba. Rabbi Ismael ist ein Systematiker und, soweit es sich um Gesetzesbestimmungen handelt, nüchterner Interpret, welcher der damals bereits üppig wuchernden Ausdeutung der Schrift durch Aufstellung fester Regeln einen Damm vorzuschieben sucht, Regeln, welche sich von den Prinzipien einer gesunden Auslegung nicht allzu weit entfernen. In ausgesprochenem Gegensatz hierzu läßt sich Akiba ganz von dem Grundsatz leiten, daß in der Heiligen Schrift kein Wort zu viel sein dürfe, und aus diesem berechtigten Postulat einer tiefreligiösen Natur leitet er die Pflicht her, in jedem kleinsten noch so alltäglichen Wörtchen, das sich im entferntesten entbehren ließe, einen neuen Gedanken zu suchen. Die verschiedenen Auslegungssysteme dieser Schulen mit ihrer abweichenden Terminologie fanden, wie die grundlegenden Forschungen D. Hoffmanns gelehrt haben, ihren Niederschlag in den halachischen Midraschim, welche uns teils vollständig, teils fragmentarisch in Exzerpten größerer Midraschsammlungen erhalten sind. Unter ihnen sind die einen verhältnismäßig einheitlich im Geiste einer der genannten älteren Schulen gehalten, so die Mechilta und Sifre zu Numeri im Geiste Ismaels, Sifra in Akibas Art, andere, wie Sifre zu Deuteronomium, zeigen Mischungen beider Systeme, die man z. T. auf verschiedene Quellen, andernteils auf vermittelnde Richtungen zurückzuführen pflegt. Es ist nun von großer Bedeutung für die Quellenforschung nicht nur der halachischen Midraschim, sondern auch der Barajtas in der Tosefta und den Talmuden, die Formelsprache jeder Schule für sich an Hand der einheitlicheren Literaturwerke darzustellen und auf ihre Zusammensetzung zu untersuchen. Es empfiehlt sich dabei, von einem einzelnen Werke auszugehen, um auch etwa vorhandene Unterschiede gegenüber anderen Werken der gleichen Schule nicht zu übersehen. Die Formelsprache der Midraschim ist kein wissenschaftliches Neuland mehr. Nachdem Hoff mann in seiner Schrift ,>Zur Einleitung in die halachischen Midraschim" für die Unterscheidung der Schulen unter Heranziehung der wichtigsten

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