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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · 1 (1920) · p. Seite 29

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 29 (sequence 31)
Language
German
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IRI
…/2707513-2707514--032-2707594
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Einführung in sprachliche Untersuchungen zur hebräischen Übersetzung. 29 an einander abzumessen. Unsere erste Untersuchung hat sich ein bescheideneres Ziel gesetzt. Sie muß vorangehen, weil der Wandel in den Denk in halten sich erst begreifen läßt, wenn der Wandel im Denken selbst begriffen ist. Bachjas Ethik ist wie alle jüdische Ethik auf Erkenntnis, auf Gotteserkenntnis begründet. So sollen auch unsere sprachlichen Bachja-Studien mit den Ausdrucksformen des Erkennens beginnen, II. Wie die eben skizzierte sprachwissenschaftliche Arbeit zugleich der philosophiegeschichtlichen Forschung dient, so dienen andere sprachwissenschaftliche Arbeiten anderen Zweigen der jüdischen Wissenschaft und somit innerhalb des Forschungsinstituts für die Wissenschaft des Judentums" anderen Sektionen; denn überall geht mit der historischen Entwicklung die sprachliche Hand in Hand. In besonderem Maße gilt das von der talmudischen Sektion und der Talmud-Philologie, für welche eine wichtige Grundlage in der Talmudischen Konkordanz geschaffen werden soll. Es kann sich dabei nicht um bloße Scherenarbeit handeln, eine mechanische und wenig nutzbringende Aufreihung von Wortformen; das Zettelmaterial wird vielmehr so geordnet und verarbeitet werden, daß die Geschichte eines jeden Wortes, einer jeden Phrase innerhalb der talmudischen Literatur zum Ausdruck kommt. Aus der Konkordanzarbeit werden zahlreiche Einzeluntersuchungen herauswachsen, welche Teile des gesamten Materials unter besonderen Gesichtspunkten zusammenfassen und in gewissem Umfange auch schon auswerten werden; andere werden ihr ergänzend zur Seite treten müssen, damit die Gesamtheit der sprachlichen Erscheinungen dieses Schrifttums erfaßt werden kann. Das gilt besonders von der Bearbeitung der grammatischen Data. Für jeden Teil des großen Gebiets der Grammatik muß das Material besonders durchforscht werden, da dieselben Ausdrucksformen sich unter den verschiedensten Gesichtspunkten zusammenstellen. So ist z. B. eine und dieselbe Verbalform hinsichtlich ihrer Lautgestalt, ihrer Stammbildung, ihrer Flexion, der ihr angehängten Suffixe, ihrer temporalen und modalen Funktion, ihrer Rektion, ihrer Stellung im Satze je in besonderem Zusammenhange zu untersuchen. Andere Einzeluntersuchungen werden sich mit Kategorien von Wörtern oder Wortgefügen zu beschäftigen haben, die von besonderer Wichtigkeit für die Erkenntnis der historischen Schichtung sind, um sie durch Gruppierung unter eigenen Gesichtspunkten der Talmud-Philologie nutzbar zu machen. Sie können entweder aus der fertigen Konkordanz heraus entwickelt oder, sofern das wünschenswert ist, vor deren Vollendung auf besondere Exzerptensammlungen gegründet werden, welche später die Konkordanz entlasten; sie stellen in diesem Falle also sowohl Vorals Nacharbeiten der Konkordanz dar, indem sie einerseits einen Teil ihres Materials vorwegnehmen, andererseits über die dem Grundwerke gesteckten Grenzen hinaus bereits in gewissen Richtungen auf Ergebnisse hinführen. Das wird vor allem in Betracht kommen für jene große Zahl formelhafter Wendungen, welche im Bauwerk der talmudischen Literatur gewissermaßen den Mörtel bilden,

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