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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · 1 (1920) · p. Seite 28

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 28 (sequence 30)
Language
German
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…/2707513-2707514--031-2707593
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28 Einführung in sprachliche Untersuchungen zur hebräischen Übersetzung. auseinandergerissen werden müßten. Die Artikel des wortgeschichtlichen Teils sollen vielmehr alphabetisch einander folgen. Für die Ordnung des syntaktischen Teils werden die Arten der Satzelemente maßgebend sein, welche die Verbindung zwischen zwei Sätzen herstellen. Soweit Partikeln in Frage kommen, können diese unter sich wieder alphabetisch aneinander gereiht werden. Das Einteilungsprinzip wird stets formaler Natur sein, so daß z. B. nicht eine und dieselbe Partikel das eine Mal (= wenn) bei den Verknüpfungen der Bedingungssätze, das andere Mal (= ob) bei denen der Fragesätze erscheint, sondern in einem einheitlichen Artikel alle ihre verschiedenen Funktionen dargestellt werden. Der sachliche Gesichtspunkt wird natürlich auch hier in einer besonderen Übersicht Berücksichtigung finden. In einem einleitenden Kapitel soll die Richtung charakterisiert werden, welche die Bedeutungsentwicklung in Tibbons Übersetzungswerk genommen hat. In welchen Begriffsklassen eine Erweiterung, in welchen eine Verengerung des Wortbegriffs vorherrschend ist, wo eine Differenzierung stattgefunden hat, soll an Hand des Materials nachzuweisen versucht werden; entsprechend auch, in welcher Weise die Mittel der Satzverknüpfung ihre Funktion verändert haben. Die hier wirksamen Faktoren — der Einfluß der arabischen Sprache und der neuartige Inhalt —sind dabei gegeneinander abzuwägen. Auf diese Weise wird der Weg, welchen die jüdische Geisteskultur in dieser Blütezeit genommen hat, eine Beleuchtung von der sprachwissenschaftlichen Seite her erfahren. Eine daran anschließende Spezialuntersuchung könnte sich das noch ungleich reizvollere Ziel setzen, den in das Gebiet der Ethik fallenden Teil des Wortschatzes nach gleicher Methode zu bearbeiten. In dem Werke, welches mit einer seit den Propheten kaum gehörten Eindringlichkeit und Entschiedenheit religiöse Innerlichkeit und den Primat der Herzenspflichten vor allen äußerlichen Übungen predigt, ist mit den Grundanschauungen und -lehren alt jüdischer Moral ein erheblicher Einschlag aus dem Edelsten islamischer Sittenlehre aufs innigste verwoben. Den einzelnen Fäden dieses Gewebes nachzugehen, die Unterschiede klarzustellen, welche zwischen den religiös-ethischen Auffassungen des biblischen und des talmudischen Judentums auf der einen Seite und denen des mohammedanischen Asketismus und des Sufismus auf der anderen Seite waltet, um dann die Verschmelzung ihrem Wesen nach zu erfassen, in der wir diese Elemente durch Bachja in die jüdische Ethik eingeführt finden, ist eine überaus lohnende Aufgabe der jüdischen Religions- und Moralgeschichte. Nirgends aber haben wir ein so exaktes Mittel, um den Boden für die Lösung dieser Aufgabe zu bereiten, wie in einer umfassenden bedeutungsgeschichtlichen Untersuchung des ethischen Sprachschatzes in der hebräischen Übersetzung des Bachjaschen Werkes, durch welche dieses auf die folgende jüdische Moralliteratur eingewirkt hat. Hier, wo teilweise ein neuer Inhalt in alte Formen gegossen ist, vermögen wir am besten, noch weit besser als an Hand des Originals, die altererbten sittlichen Werte des Judentums und die der ethischen Hochkultur der Mohammedaner entnommenen in ihrer Bedeutung für die nächste Entwicklung der ethischen Gedankenwelt im Judentum

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