Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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18 Das Forschungs-Institut für die Wissenschaft des Judentums. selbständigen Untersuchungen und die Rezensionen sollen kritische Sammelberichte treten, die über einen längeren Zeitraum hin die Arbeiten auf einem enger oder weiter umgrenzten Gebiet analysieren; neben diese tritt eine Zeitschriften - schau, die ihren Rahmen so weit spannt, daß nicht nur alle spezifisch jüdischwissenschaftlichen Arbeiten, sondern auch alle, die mit ihr mittelbar in Beziehung gesetzt werden können, berücksichtigt werden. Während die jüdische Wissenschaft noch heute nicht aus der Enge des Ghettos herausgetreten ist, würde besonders diese Zeitschriftenschau dauernd deutlich zum Ausdruck bringen können, wie das Judentum in Wirklichkeit, beeinflussend und beeinflußt, unmittelbar und mittelbar, in seiner Entwicklung die universellsten Zusammenhänge und Berührungen gefunden hat. — Als letzter Teil werden sich kurze Mitteilungen, Fundberichte u. a. m. anschließen. Neben dieser Zeitschrift wird ein besonderes, nur wenige Bogen starkes Korrespondenzblatt die Aufgabe haben, von den Arbeiten der Akademie dauernd Kunde zugeben, in einer Form, die imstande sein soll, einen weiteren Kreis zu interessieren; ebenso aber auch von den Arbeiten aller anderen jüdisch-wissenschaftlichen Vereinigungen und Institute. Auch für diesen Zweck ist es nötig, daß die Akademie eine Verbindung mit allen diesen Vereinigungen und Instituten herstellt und kommunikatorisch ihre Zentrale wird. Auf diese Weise soll zugleich ein Austausch von Ansichten, Anregungen, Diensten, Anfragen und Antworten angebahnt und die Verbindung über Einzelaufgaben hinaus nicht nur aus Gründen, die außerhalb der Wissenschaft liegen, sondern aus den gegebenen wissenschaftlichen Notwendigkeiten heraus zum Ausdruck der wissenschaftlichen Einheit des Judentums werden. Die Sektionen stellen den Grundriß der Akademie dar, die Bibliotheca Judaica ist ihre grundlegende, alle Sektionen zusammenschließende Aufgabe. Die besonderen Arbeiten jeder Sektion laufen sich parallel und werden, durch Stoffe, Probleme, Methoden tausendfach verknüpft, wiederum zu einer Einheit. Die Zeitschriften verbinden die Sektionen aufs neue, sie stellen, belehrend und werbend, den ununterbrochenen Kontakt mit der wissenschaftlichen Öffentlichkeit her und dienen außerdem teilweise dem besonderen Zweck, die Akademie mit den anderen Pflegstätten jüdischer Wissenschaft enger zu verbinden. Der geschlossene Kern der Akademie verbürgt die Sammlung aller Erfahrungen zur Verfeinerung und Vertiefung der Arbeitsweise und der Stetigkeit der Entwicklung. — Die jüdische Wissenschaft steht im Schatten; die Akademie sollte der Hebel werden können, der sie in den Kreis der allgemeinen Wissenschaften hineinhebt und sie zu der Wirksamkeit bringt, die ihr nach ihrem inneren Reichtum über den völkischreligiösen Rahmen hinaus im Kulturganzen gebührt.