Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2707513-2707514--020-2707582- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Das Forschungs-Institut für die Wissenschaft des Judentums. 17 schriftlichen Bibliotheksverzeichnissen zusammenzustellen wäre, wiederum in organisierter Zusammenarbeit, in jedem Lande gesondert, aber zentralisiert in der Akademie. Für den islamischen Bereich und die iberische Halbinsel würde die Arbeit der archivalischen parallel laufen, und da es sich hier um jahrelange Tätigkeit im Ausland handelt, könnten die Bearbeiter unter gemeinsamer Leitung der historischen und der literarhistorischen bzw. islamischen Sektion als iberische und islamische Kommission zusammengefaßt und verselbständigt werden. Für die Benutzung der Handschriften wäre neben Autopsie und Abschrift die photographische Reproduktion zur Regel zu machen und die Photographien als Photographisches Handschriften - Archiv zu sammeln. An dieses würden sich von selbst Arbeiten zur hebräischen Paläographie und Handschriftenkunde anschließen, und um diese Arbeiten zu fördern, das Gebiet, einschließlich der Druck- und Bücherkunde, nach allen Seiten zu erschließen und damit zugleich die Aufgabe zu verbinden, alle Neuerscheinungen auf jüdisch-wissenschaftlichem Gebiet, vielleicht sogar auch die der schöngeistigen Literatur und der Publizistik, in systematischer Weise periodisch bekannt zu geben, wird eine Zeitschrift für hebräisches Schriftwesen und jüdische Bücherkunde in den Mittelpunkt dieser Arbeiten zu stellen sein. Die handschriftlich-archivalischen Arbeiten im Ausland und die Arbeitsverbindungen mit auswärtigen jüdisch-wissenschaftlichen Gesellschaften zeigen, wie die Einheit des Judentums in seiner Wissenschaft auch organisatorisch ihren Ausdruck finden kann. In diesen Gedanken der Einheit und in die Arbeitsverbindung mit den Ostjuden muß, der wachsenden Bedeutung und Verbreitung des Hebräischen entsprechend, einbezogen werden, daß sämtliche Veröffentlichungen der Akademie zugleich in hebräischen Ausgaben erscheinen. Nichts kann für die Entwicklung der jüdischen Wissenschaft bedeutungsvoller werden, als daß wir auf diese Weise den entwickelten Prinzipien und Methoden unserer Arbeitsweise im Osten und im Orient Eingang verschaffen. Die Akademie braucht ihre eigene Zeitschrift, nicht um neben die bestehenden eine neue treten zu lassen, sondern um die in ihr und durch sie zu entwickelnden Grundsätze der Arbeit zu propagieren und ihnen in weiteren Kreisen zum Durchbruch zu helfen. Fast noch mehr, als durch selbständige Untersuchungen, wird dies durch kritische Auseinandersetzungen möglich werden. Das soll schon im Titel Kritische Vierteljahrsschrift für die Wissenschaft des Judentums zum Ausdruck kommen. Für die Rezensionen sollen die Göttinger Gelehrten Anzeigen Vorbild sein, d. h. die Rezensionen sollen nicht in der üblichen Weise umschreibende, etwas mit Kritik durchsetzte Inhaltsangaben, sondern vollständige Auseinandersetzungen mit dem behandelten Buche sein. — Neben die