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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · 1 (1920) · p. Seite 14

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 14 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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14 Das Forschungs-Institut für die Wissenschaft des Judentums. der gesamte Sprachschatz und alle grammatischen Eigenheiten der Quelle im Index zum Ausdruck kommen. So gearbeitete Indices schaffen die Grundlage für eine weitere, parallel mit der Bibliotheca Judaica durch die Generationen hindurchlaufende, also auf eine Arbeitsorganisation angewiesene Aufgabe, eine Hebräische Sprachgeschichte. Die Aufgabe der talmudischen Sektion läßt sich mit dem einen Wort „Talmud-Philologie" bezeichnen. Es kommt darauf an, die Disziplin talmudischer Philologie überhaupt erst zu begründen, d. h. im Gegensatz zum dogmatischen „Lernen", ohne dieses ausschalten oder auch nur in seiner Eigenart berühren zu wollen, das literarhistorische Verständnis für den Talmud zu gewinnen. Der Dogmatiker arbeitet mit der abgeschlossenen Redaktion; der Philologe löst die Einheit auf, betrachtet jede Einzelheit in der Vielfältigkeit ihrer inhaltlichen, zeitlichen, persönlichen, literarischen, sprachlichen Beziehungen und verfolgt den Weg der Entwicklung vom ersten erkennbaren Keim an über Personen, Schulen, Anschwellungen und ältere Zusammenfassungen hinweg bis zur Schlußredaktion. Die Akademie muß also in erster Linie Arbeiten in Angriff nehmen, die gewisse grundlegende Voraussetzungen für die Begründung einer Talmud-Philologie schaffen. Es kann sich dabei nur um solche Arbeiten handeln, die die sprachliche, prosopographische und doxographische Fülle und Vielfältigkeit des Talmuds in klare Übersichten bringen und mittels dieser ermöglichen, eine Grundlage für die Erkenntnis von Zusammengehörigkeit und Verschiedenheit aller Einzelheiten zu gewinnen. Auf diesen mehr mit mechanischen, aber mit dem größten Aufwand von Kenntnis und Urteil erarbeiteten Grundlagen kann dann die Einzelforschung nach allen Richtungen weiter bauen. Es handelt sich also um: a) Konkordanzen über die Sprache der talmudischen Schriften. b) Systematische Sammlungen aller biographischen Materialien, unter Hinzuziehung der Aussprüche. c) Systematische Sammlungen der im Talmud ausgesprochenen Anschauungen, gegliedert nach den Männern, den Zeiten, den Schulen, den Büchern. Schon während der Arbeit wird die weiter bauende Einzelforschung beginnen. Sie wird nicht nur Nacharbeit sein, sondern vielfach aus der Arbeit an den großen Sammelwerken heraus schon als Vorarbeit notwendig werden. Vor allem wird sich dies von Anfang an für Studien zu einer Geschichte der talmudischen Handschriften und Drucke als notwendig erweisen. Der Größe und Bedeutung der neuen Disziplin einer talmudischen Philologie und auch den Hoffnungen, die auf diese Erweiterung und Erneuerung der talmudischen Studien zu setzen sind, entspricht es, daß für sie ein eigenes Organ in einem

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