Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2707513-2707514--016-2707578- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Das Forschungs-Institut für die Wissenschaft des Judentums. 13 zieren, sondern vor allem, die Arbeitsmethoden im engeren Kreise ihrer Mitarbeiter zu schaffen und über den Kreis der von diesen selbst besorgten Ausgaben hinaus über ihre Durchführung zu wachen. Für die Ausgaben wäre Vorschrift: vollständiger Handschriftenapparat, Geschichte und Kritik der Überlieferung, einschließlich der indirekten, sowie des auf die Verfasser, die Abfassung, die Quellen und die literarhistorische Stellung der Schrift Erkennbaren, Überblicke über die bisherige Bearbeitung und Benutzung der Schrift, phototypische Handschriftenproben und reiche, den ganzen sachlichen und sprachlichen Inhalt berücksichtigende Indices. Das gesamte jüdische Schrifttum kann seinen inhaltlichen Besonderheiten nach in dreizehn Gruppen geteilt werden: Scriptores biblici Scriptores graeci Scripta talmudica Scriptores historici Scriptores dogmatici Scriptores philosophi Scriptores grammatici Scriptores mathematici atque rerum naturalium Responsa Commentaria biblica Carmina Scriptores populäres Varia (Bibliographien, Formelbücher u. a.). Als vierzehnte Abteilung kämen noch Additamenta hinzu, umfassend außerhalb des jüdischen Schrifttums stehende, aber es ergänzende Veröffentlicrumgen: Münzen, Inschriften, Papyri und von Nichtjuden Herrührendes, z. B. Volkslieder, Streitschriften, Flugblätter u. a. Zur weiteren Verbreitung der Kenntnis des jüdischen Schrifttums sowohl in den Kreisen von Laien als auch von des Hebräischen nicht kundigen Gelehrten verwandter Gebiete werden teilweise Übersetzungen notwendig sein, die in besonderen Ausgaben erscheinen müssen, ohne all das, was auf die Überlieferung und die Sprache Bezug hat. Sie könnten gruppenweise unter den Obertiteln Jüdische Historiker, Jüdische Religionsphilosophen usw. zusammengefaßt werden. Die Bibliotheca Judaica setzt sich aus dem ganzen Gebiet des jüdischen Schrifttums zusammen und wird deshalb aus allen Abteilungen gespeist. Jede Sektion sorgt für die Herausgabe der Quellenschriften ihres Gebiets. Der sprachwissenschaftlichen Sektion wird außerdem die besondere Aufgabe zufallen, an allen Editionen mitzuarbeiten, nicht nur durch die Beratung bei der Textgestaltung, sondern dadurch, daß alle Sprachindices von ihr besorgt werden, und zwar so, daß