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Neue jüdische Presse · 1923-01-12 · Heft 37 (12.1.1923) · p. [Seite]

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
21 (1923)
Issue
Heft 37 (12.1.1923)
Date
1923-01-12
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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I. •■■!.• ITciu- JiiMflii' prtifc in s: i.> in iuiv iii'linnil. iil't‘1 'ililiiiiii-oi' mul)!>e> ,lmo>', m d Ii>'l>: ,4e ^.ni.ruiu-i '.»ü im.1i-iil'efsniitiim». D.e Jlnun ijl Dii >-i! C'inniii 1V1 Jitiirilit'i.jn'ilu'ii. *Il*o‘iin unir cv t>.!jiiii iu li'iiiiiu-ii' VI. ri'llon mir uns jfjj! mich miniborn, mcnn, bedingt durch solche Berhäliiiisie. einer P'höliizie»in, der Tochter ör* Ästarleprieslers ütl] baol. der Weg zum jüdischen Tbrone frei wird, wenn mit ihr der sittenlose Baal- und Astarte-Kultus, der ja auch später ans dem Wege des Handels über Griechenland und Rum sich verbreirete. mir seinem furchtbaren Anhang von Kedeschim und Kedeschoth, von männlichen und weiblichen Geweihte»! der Weg zum jüdischen Lande offen steht und wenn dann mit der Sitte schwinden die Begriffe von Recht und Gerechtigkeit, von» Werte des Menschenlebens. Nur ein Lachen ha: die Königin, die Phönizierin Äsebel, als Naboth mit dein echten Bauernstolz auf das angeftonnnre Erbe, dein König, der dies Erbe abkaufen nkill. abschlägigen Bescheid erteilt. In Achab lebt doch noch so viel jüdisches Bewußtsein, daß er dies Rechtsempfinden achtet. Aber die Phönizierin: sie hat eine ..Staatsreligion" und ein ..Staatsrecht". Hoheit wünscht und alle, auch die Richter, haben zu gehorchen und Zeugen lassen sich finden und e»n Urteil wird gesprochen und das Haupt eines Bauern rollt i»n Sande. Was ist geschehen? Ach. ein Justizmord, wie ihrer hunderte Vorkommen in den umwohnenden Reichen. Mit Siegermiene verkündet Jsebel Achab die ..frohe Botschaft". Sobald Jsebel vernahm, daß Naboth gesteinigt und tot sei, sprach sie zu Achab: Aus! nimm den Weinberg des Jesreeliters Naboth, den er für Geld nicht abtreten wollte, in Besitz; denn Naboth lebt nicht mehr, sondern ist kot! Sobald nun Achab vernahm, daß Naboth toi fei. machte er sich auf, um zu dem Weinberg des Jesreeliters Naboth hinabzuziehen, um ihn in Besitz zu nehmen. Es erging aber das Wort Gottes an Elia, den Thisbiter, also: Mache dich auf, gehe hinab und tritt vor Achab, den König von Israel, der zu Samaria wohnt — er befindet sich eben im Weinberge Naboths, wohin er hingezogen ist, um ihn in Besitz zu nehmen — und sprich zu ihm also: So spricht Gott: Hast du gemordet und nun euch die Erbschaft angetreten? Und sprich weiter zu chm also: So spricht Gott: An der Stätte, wo die Hunde das Blut Nabochs geleckt haben, sollen die Hunde auch dein Blut lecken! Achab antwortete Elia: Hast du mich gefunden, mein Feind? Er aber sprach: Jawohl! well du dich dazu hergegeben hast zu tun, was Gott mißfällt, so will ich nunmehr Unglück über dich bangen und dich wegfegen und will von Achab ausrotten, alles was an die Wand pißt. Unmündige wie Mündige in Israel! Und ich will mit Achitb verfahren, wie mit dem Hause Jerobeams, des Soyites Nebcits. . . . Luch über Jsebel tat Gott einen Ausspruch und zwar also: Die Hunde sollen Jsebel fressen auf der Flur von Jesreel. Wer von Achab in der Stadt stirbt, den -sollen' die Hunde fressen: wer aber draußen im Freien sürbt, den sollen die Vögel unter Ami» Zatsrzeilstage von Rabbiner Nehema Anlon Nobel b'x'i (24. Cebety;) Freitag, den 24. Tebeth, ist der Jahrzeitslag von Rabbiner Nobel. Wem er wahrhaft lebendig gewesen -st, dem ist er heute so nahe wie je. Die Zell hat nicht» geändert, nur daß wir mit jedem Tag schmerzlicher erfahren müssen, daß unser Meister non uns gegangen ist und wie sehr wir seiner bedürfen. * ' Psalm 27 (übersetzt re« Rabbiner ZT. 31. Nobel Der Ewige ist mein Licht und mein Heil: Bor wem sollte ich fürchten. Der Ewige ist die Feste »neines Lebens: Bor mein sollte ich bangen. Wem, sich der Feind mir nahet, Zu verzehren meinen Leib In drangvoller Fehde - - Er strauchelt und fällt. Wenn Kriegslager niicti umzingeln, Es fürchtet nicht mein Herz. Lenn Kampf erstehet wider mich. So wappnet mich Vertrauen. Eines ist mein Bete» vor dem Ewigen, All meiliies Begehrens Selmsucht: Im Gotteshause zu wellen alle Tag» meines Leben», Zu schauen göttliche Herrlichkeit Und zu suche» lein Heiligtum. ies diese Waue. junger Jude, lies sie in deiner Bit . und dn begreifst, warum die Gröfite» alle, Zeiten i e immer wieder in die Hand genommen, dn ner steb'i. iv.i>,er die so viel gerühmte „nilriistlge" Sprache eines Lntber kommt, n»d weißt, ans weichem Born der Mm entsprang, der den deutschen Geist beslügelte. Du wirst auch »ich, schüchtern zur Erde bitten, wenn von der..hohen" Ethik der Bergpredigt die Rede ist, oder ist sie vielleicht wirklich höher, die Ethik, die da spricht: Mein Reich ist nicht von dieser Welt, und Unrecht und Bosheit schweigsam duldend um nicht zu sagen fördernd himiimmt? Nein und tausendmal nein, „der Idealismus für Knltnranfgaben steht immer höher als ideallose Gleichgültigkeit dagegen". Diese Worte Baumgartens (Jiebe Bergpredigt und Kultur der Gegenwatt, Tübingen, Mohr, Seite 55) sinde» wir charakteristisch für das Wirken unserer Propheten. sie wollten wirklich nicht „mit dem Jenseits vcuröstei werden, sondern den Himmel aus Erden schassen". (1. B. S. 52.) Daher haben auch nicht Wunder die Wahrheit ihrer Sendung zu bezeugen Ja im Gegensatz zu den L'33ipa »nd b'SSBIS den Wahrsagern und Orakelverkündern der Bölker suchen und finden die Propheten ihren Gott nicht außerhalb ihrer in der Natur »mb ihrem geheimnisvollen Wirken, sondern sie wissen ihn, sie keimen ihn, haben ihn als lebendigen Gott erlebt und erfahren. Cr ist ihnen gewisser als die Gewißheit ihres eigenen Seins. Sein Wille zwingt sie zu ihrem schrecklichen Beruf. Daher haben und wollen sie nichts gemein haben mit jenen Schwärmern, die der dunklen Macht des ckflatischen Rausches hingegeben gottbegeistert werden und im Anschluß an den wirklichen Propheten auch oft die innere Begeisterung finden, wie es die Schülerschar Elias beweist, ebenso oft aber auch den Zusammenhang verlierend degenerieren und die Reihen. jener Hofpropheten, jener königlichen Pfassen verstärken, die ihren Mantel stets nach dem herrschenden Winde hängen. Der Prophet wehtt sich gegen den Ruf Gottes, er lastet auf ihm wie ein Zwang, den er los sein möchte. Rj-nbw nbwJTTa f° bittet der Berufendste unter ihnen und spricht doch sein '33.N ich bin bereit! Und hat er es gesprochen, dann 'gibt es keinen Widerstand mehr. Berge schwinden, Hügel wanken, Flüsse unk, Meere spalten sich, die Natur verliert ihre furchtbare Krast, denn das Wunder hat sich vollzogen nicht außerhalb seiner, nein, im Herzen des Propheten. Dort branden die Meere, dott auch bricht sich ihre Krast an der Erkenntnis flBRn Rin ’pb« ’n '2, daß Gott die Wahrheit ist, daß außerhalb seiner keine Wirklichkeit, kein Sein ist, daß diese Wahrheit den Menschen führt zur Liebe und Gerechtigkeit.und zur wahrhaft, sittlichen Freiheit. Die Liebe zu Gott allein errettet und befreit und erlöset von allem Zwang der Natur, die Er selbst bestimmt zur Unfreiheit, die Er selbst unterwarf dem eisernen Gesetz der Notwendigkeit, die nur folgt dem unumstäßlichen: Du mußt! Ich aber, ich soll! da» ist die Forderung, die nun der Prophet mit ihn selbst übenoindendrr Macht Er beschattet mich im Schatten seine» Zelte», Auf ragendem Fel» gipfelt er mich. Wohlan, so hebt sich mein Hailpt über Feinde ringsum. Ich opfere in seinem Zellt Opfer de» Jubels, Sang und Saitenfpiel dem Ewigen. Höre, Ewiger, meine Stimme, so ich rufe. Und gnadenreich neige mir Erhörung! ,Lu dir hinauf", spricht mein'Herz, „Suchet mein Angesichts spricht »nein Göll: Ja. dein Angesicht, o Herr, suche ich.' Verbirg nicht dein Angesicht vor mir. Triff nicht »nit Sihwere deinen Knecht, Du bist i ir Schutz und Wehr. Nein, du gibst mich Mt preis. Und verlassest mich nicht, Gott meine» Helles. Ob auch Bater und Mutter mich verließen, Gott nimmt mich auf.. Lehre »nlch deinen Weg, c> Herr! Leite »»ich auf dem Pfade der Geradheit. Antworte meinen Widersachern: Gib niich nicht feindlicher Gier, Da Zeugen des Truges wider mich auftreten Und schnaubende Gemalt. Klmibensvoll harre ich begnadeter Schau, Göttlicher Güte im Lande des Lebens. Hoffe auf de» Hern», Stark »mb fest sei dein Herz Und hoffe ans den Henn! , U4>l)l um ein 0'tit.icl»Ot »t it. oivr in.il ei m m» nag! De.» in«, er soll tuv:. einnne rollen, Tu; rili.iigeietz. den Gesannwiileii ol* ckebensgesttz miii dadurch die iUeih/ii m sich ivriuiilliiiien. Bü, imijjen das Sittiche »lU’IW», uuil tuii Mensche» sind, nichi weil e<- im* in iiiijetin Sinne glücklich meichl - nein, weil wir »ich» Menschen sind, nick» leben, wenn »ich» in Gott, in unserin güuli-.Z che» Wese», in der Sittlichkeit. Erst dadurch, das; mir' das Sillengesetz als Lebensgefetz. das Walle» des TR des Einen und der Einheit als unser Wallen in m s verwirklichen. werden wir zur Peilöniichkeii.. it\’ort|enmu; foLu.i Rlau-Meiss und K. 3* Die Fusion zwischen Blou-Weist und j». 0. Ö. hat von neuem die priiizipiUil Frage nach Eigenarl und Berechiigu»g dcr zionistischen Jugendbewegung aufgeivorsen. Wir erössnen die Diskussion mit einem Aussatz von Gerhard Scholei», der schau im In-ii li)i8 im „Jerubbaal" erschiene» ist und irotzdei» nichts m Akliiolilät verloren hat. Abschied. Mfsener Priof an ivm» Pr. rie^feieb Pernfeld und gegen die Leser dieser Zeitschrift. Qeriil'1'.wl, lvieu,?.u!i »•)(«) Sehr geehrter Herr Pr. Per»seid! Bor mir liegen die beiden ersten Hefte der Zeitschiist „Jerubbaal". an der zur Mitarbeit mich aufzusordern Eie die Freundlichkeit hatten.. Nach dem Bilde, das b«m Sehenden die jüdische Jugendbewegung bietet» einem.Bilde, dessen unheimliche Farben die steigende Geschäftigkeit, die seit' einiger Zelt an ihm entwickelt wird, nicht vertuschen konnte, vielmehr nur stärker hat heroortreten lassen — nach diesem Bilde konnte ich mich keinen Illusionen darüber hingeben, wie eine Zeitschrift beschaffen sein würde, die au» dieser Jugend heraus zu dieser Jugend, und nicht einmal gegen sie spricht. Denn in der Tat: dos, wogegen hier die Leidenschaft aufgeboten wird .verlohnt der Mühe nicht, der einzig bedeutsame und angemessene Gegenstand der Bekämpfung aber, diese schreibende Jugend selber» verherrlicht seine Unbedingtheit sich in Lobgesängen. Das.Bild, das zu erwarten war, hat sich auf» Furchtbarste entrollt und alle Hoffnungen vernichtet. Es ist nicht die harmlose Dummheit, die (so vergnüglich zu bekämpfende) ideenlose Philistrosität, die sich selbst bekennt, und deren Ehrlichkeit jeden Schaden ausschilleßt, nein, diese Jugend hat mit all den arideren Bewegungen unserer Zeit Schritt gehalten: Sie hat Ideen. Sie kann nicht widerlegt werden, denn es gibt nichts Großes, das sie nicht oorträgt» keinen Einwand und keine Forderung, auf die sie nicht er-., widern kann: das sagen »das wollen wir ja auch. Wie sollte Zion in ihr vermißt werden, da sie es als den Maßstab ihres Lebens verkündet. Diese Jugend ist moralisch gesehen eine Kugel: man muß sich In ihr Zentrum stellen, um ihre Verlogenheit zu erkennen, denn von außen ist sie 'unangreifbar und jeder ander« Ort in ihr verschiebt die Perspektive. Gegen sie gilt nicht mehr Hieb und Stich, sondern allein da« eine; sie zu durchschauen. Sie kann nicht widerlegt, sie' kann nur überwunden werden. Der einzige Weg dieser Ueber- Windung, der nicht pervertiert werden kann. Ist da» Schwel» ' gen. Wo» ich hier sagen kann, ist also nicht das Positive, das vielmehr, nur als der Grund melier. Verneinung Wir veröffentlichen auf vielfachen Wunsch Text und-i Uebersetzung der Gräbschrift: nsiBRn D3 nmn «pp dp*? , nrviki mb -ppn wnrr per» vrbw■ nobo an,;• .man ab bk abi ria bR'nft '2 . nvsüi rrannprr mp**rra nosan rra maa onrr o'Jipri D'JV'by nn lanpnw nvnRn vmwma -invaVr| uns tarn lbRa vca rrnn naT dpj n«n nbapn Ti nR ünhö: tpü mafcfr dr" un-nsa TiD3 nvn: nv nabna ima rrn Rbvr nv D'*r'Bbnh ,, ' , . ' L'bban -Bvvai R-3vn paya sbi nnv'RNB rmnipv babi ppikv s'nn NR nbrnv np' n'bbnB uw np "PN" ba bp aana rrn navn NR n'naao . . ba npa ainp iab spn bRN«" NRi nniR inanRai' n'naiv , . .nvinp.n sNR2 aavb nak Rb 1V13 -a rsm .1 nvniab '.rapb sw n'nnv vaba rjr» l'nna 'l i3»p mn na ^bnaa uan ]| irbp laiö.’Sn'tnnra rrniw vaniR ba aniR bRnc'äHik nvnan ahiR —2*1' nHn-nptb'-flhbtf i’raibp :

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