Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 35 (15.12.1922)
- Date
- 1922-12-15
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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feite 1 Heue JfiMiiftf pietfe jcinrni Feigerrdaun» man atz und tranf und mar fröhlich <1. KZ. -1.20». (fr Hai mit Weisheit und Gerechtigkeit regiert und Streitigkeiten zwischen Einzelnen und Stämmen mit Unparteilichkeit gesckrlichtet. Er har das Land mit Städten gefüllt und für die Sicherheit der Straßen und der Äarawanenzüge Sorge getragen, für strenge Gerechtigkeit bei Gericht dürfte wohl das Urteil zwischen den beiden Müttern ein typisch leuchtendes Beispiel fein. Er hat die Stadt Jerusalem mit Pracht erfüllt und einen herrlichen Tempel zum Ruhme des Gottes Israels erbaut- Er hat Künste und besonders die Dichtkunst selbst gepflegt und damit das Leben des Bottes verschönt und vergeistigt. Ja. er verdient nach jeder Richtung den Namen des weisen Königs — alles war groß und herrlich umer feinem Szepter, und am Ende seiner Regierung von ihm selbst rwch geschaut, wenn auch noch unterdrückr. üand — die Revolution, die die ewige Trennung des einst unter Davids Szepter' geeinten Reiches herbeiführte. Es muß wohl bei dem vielen Licht auch viel Schatten gewesen seit». Solomons Regierung erinnert, wie wir erkennen werden» in Vielem an die jenes Sonnenkönigs. dessen oberste Staatsinaxime lautete: l'ötat c'est moi. Sein Regiment trägt einen ausgeprägt per, fönlichen Charakter. er ha» das Königtum in ein strenges Herrentum verwandelt, in orientalisch-despotischer Weise alles unter seinen Willen gebeugt. Salomon war bestrebt, den jüdischen Staat auf friedliche Weise zur politischen Großmacht zu erheben. Hatte man einst in der habsdurgischen Geschichte Den Satz geprägt: bella geraM alii. tu felix Austria nube, so scheim Salomon schon in seiner Zeit diesem Grundsatz aus realpolitischen Gründen sehr gehuldigt zu haben. rixs ffl.se rer mir dt; 'h *m Salomon hatte 700 Fürstinnen und 300 Kebsen, berichten uns 1. Kö. 11, 3, offenbar wollte Sr dadurch und hat erdadurch ungeheuer viele Verbindungen mit auswärtigen Fürstenhäusern angeknüpst, die wichtigste war wohl die' mit einem damals die Macht repräsentierenden Großkönig von Aegypten, von der daher auch besonders berichtet wird: ^2 fflrfflL 71X iD^r ffflikli CfflSe Es verschwägert sich Salomo mit dem König von Aegypten, lind einem solchen ^Schwiegervater 'zu' imponieren, müßte man schon gewaltige 'Anstrengungen machen, mußte Bauten errichten» die selbst einem Fürsten aus dem Reiche der Pyramiden imponieren konnten. Für solche Bauten brauchte Salomo viel Kräfte. Um diese zu erhallen, hat er nicht nur die im Lande friedlich wohnenden Reite der Ureinwohner zu Staatssklaven gemacht — ganz nach ägyptischem Muster —, sondern auch das bisher freie Volk zu Frondiensten herangezogen. Wie recht hatte doch der alle Pnefterfeher Samuel behalten'. tf- 1. Sam. 8, 11.) Aber damit nicht genug. Zum Bauen gehören außer Bauleuten Baumateriaüen, zum Prunk überhaupt gehört Geld, viel Geld. Salomon wünschte — und auch hier inüfsen wir ganz an die Könige des Merkantilsystems denken —, daß möglichst viele reiche Untertanen, möglichst steuerkräftige Bürger in sein«,' Reich; wohnten, daher erlaubte er, nein förderte er btn Getreidehandel mit Phönixen, von wo er Holz urd Edelmetalle bezog. An und 'ür sich konnte ja der phonizische Boden eine so zalileiche Bevölkerung wir sie die Handelsstädte an der Küste besaßen, nicht ernähren und war daher schon auf .as mit Ackerbau und Viehzucht fast ausschließlich beschäftigte israelitische Binnenland angewicseii. Aber außer den,, was Salomon in den 8 Jahren des Tempclbaucs aus dem eigenen Lande zu liefern hatte (worüber die Bibel ausfiihrlich bericht« und was Mover — Das phonizische Altertum 2. Bd. - auf 2 400 600 Taler an Wert berechn«!, kauslen die.Phönizier nicht nur zur Brotversorgung des eigenen Landes israelitische Londesprodukte. außer Weizen. Oel, Wein, vor allem den hochberühmten Balsam, sondern sie. das Seefahrervolk, trieben damit selbst gewinnreichen Handel. Das mm unter Salomo in ganz eminenter Weise ansbliihende Bcrlehrslcben lackte auch zahlreiche phonizische Handelsleute ins Land, die aus herumziehenden Händlen, lest ansässige Kaufleutc wurden. Das israelitische Gesetz, welches ohnehin ein äußerst humanes Fremdenrcchr kannre (vgl. Ex. 22,20 23.0. Deut. 10,8 ff.. 24,17 ff.. 27,0, Leo. 10,33 f. 24,22), wurde von Salomo an Entgegenkommen und wcttgehrndstcr Toleranz noch überboten. indem er sogar den in Israel weckenden Fremden die Errichtung eigener Knlistätten gestatteie. Sogar in Jerusalem selbst erstanden diese paganistischcn Knlistätten. Angesehene phonizische Kaufleute, welche Geschäfte im Großen betrieben. Geldwechsler und GeldmaNer, welche auf Zins ausliehen, ließen sich in Jerusalem nieder. Da sie vollständig frei leben durften, konnte die heidnische Ungcbundenheit und Sittenlosigkeit. der besonders in Phönizien gepflegte Astarte--Hetörrnkult, nicht ohne Rückwirkung auf das an strenge Grsttzlichtcit gewohnte Dauernvotk bleiben. Dem platten Lande ging natürlich die Residenzstadt mit verführerischem Beispiele voran. Charakrerfflisch fiir den vergiftenden Einfluß heidnischer Sittenlosigkeir ist die Erzählung von dem buhlerischen Eheweib des fremden Kaufmanns. wie sie uns das Buch der Sprüche gibt. Nicht umsonst wird sie inmier np’inn rrrsK nx'rz; mi nr« die Fremde, die Unbekannte mit der glatten Rede genannt und in unübertrefflicher Kürze und doch charakteristischer Plafük wird uns Spr. 7.6 f. eine solche Fremde bei ihrer Ammierungskunst geschildert: Hört man nicht förmlich die Phönizierin, die Frau des Kaufmanns. wenn es heißt: Komm, wir wollen uns berauschen von Zärüichkeit bis an den Morgen und. in Liebe uns ergötzen, denn der Mann ist nicht zu Hause, ist verreist in weite Ferne, hat viel Geld niit sich genmnmen. kommt bei Mondbedeckung erst zurück, als sollte uns gewissermaßen gerade dos drastische Gegenbild uorgeführt werden, die echte jüdische HTK jenes Urbild der züchtigen wackeren Hausfrau, wie es herrlicher und schöner keine andere Literatur zur Ehre der Frau har erttingen lasten, so steht am Ende desselben Spruchbvches das Lied, dem Schiller seine berühmten Verse in der Glocke entlehnt: Und drinnen waltet usw. Daß cs in dem Verhältnis zwischen israelitischen und phönizischen Männern bereits zum connubium gekonrrncj: war, sehen wir deutlich aus der Stelle 1. Kö. 7,13: Und Salomo ließ den Hiram von Tyrus kommen» den Sohn einer Witwe vom 'Stamme Raphralie, die einen tyrischen Mann, einen Kupferschmied, geheiratet hatte. Ader nicht nur auf dos sittliche Leben und Empfinden Das (Lhanukkahlied Deutsch von Franz Rosenzweig. Meiner Rettung Fclsenncst, Um Dich kling' Benedeien. Steht einst neu mein Bckkaus fest. Dort wir Dankchor reihen. Dsn» nach Metzeleien Unter Feinüswntschrckin. Dann vollbring Zd) und sing Des Altars neue Weihen. Er trug mich in sein Heiligtum, Doch blieb dort nicht ahn' Wank ich. Der Dränger kam und trieb mich um, Götzendienst zuschwank' ich. Den Taumclkelch ihn trank ich. Uni ein Haar versank ich — Babel fiel! Berheißnes Ziel! Dem Retter n'Ute Dank ich. Leides r.-.»rd das Herz n>»r satt, Den M-» die vtot mir schwächte. Harte Frohn drückt miiS und matt Des Slirrdienst-Reiches Ä »rechte. Sci:>.-.' starke Reihte Hob ans Licht las Echte. Pharaos Staat Und icine Saat Lanl nieerlies in Rächte. 'Mit.auu den Sta.um des cdeln Baums Wollt er orrs Erbgrolls SarneN. Er fiel ins Retz tis eignen Traums, Sein Hochschritt »nutzt erlahmen. Zu»:, Rechten Ehren kamcni Gelöscht des Feindes Rainen! Seine Brut, Sein höchst es Gm. Hing -an rungein Hamen. Der Grieche scharte sich zuhauf In Hosnionöerlagen. Ritz ineiner Mrniern Türnie auf. Im Schmutz dir Oele lagen. Ein Äriiglei» noch in, Schräge»». Wunder ströuits de» Zagen. Geistes Macht .Die Tage acht Lirtz Lobpfalmen sagen. -»r. 31 des Einzelne», auch auf die Verhältnisse des fazi und voltswinschafilichcn Lebens wirkten die gefchl! ten Aorgäng,' verhängnisvoll. Fortsenumz fol.tt.j nadiriditen und Korrespondenzen. Erez 3srael Zunahme der jüdischen Einwanderung nach Paläsli, Ir» der Woche vom 4. b'is 11. November sind Jmmigra'.ten in Palästina eingelrosfen. Es ist > die höchste Einwandererzahl, die in letzter Zeit im Belaufe einer einzigeu Woche in Palästina e>reicht ward ist. ilm 23. Ncvember sind sogar an einem einzig Tage 300 Einwanderer in Palästina gelandet. (ZiM Lin neu« Direktor des Jerusalemer Dymnosinms. y Dr. 3alot io:i Schiller, der »ttöl| Jahre das EjcbräiM Gymnasium in Jlrasalen, geleitet hat, »st von feinem Posh zlirückgetrete». An feine Stelle »st »umnehr Moses Cnlvaij der srühere Lehrer an einem prentzischen Gymnasium ui später Direktor der- Jiddischen Gymnasiums in Poiiiowiris war. zum Direktor des hrbriiUchen Gymnasiums in Jerusaly ernannt worden. sZiko.) Deutschland. Zionistischer Srupprnverbands-ag in Wiesbaden. $ Am taonnteg, den 10. Dezember fand in Wies^ den in den Räumen der N ffauloge eine Arbeitstag»! des Zionistischsn Gruppenverbandes für Hessen und fen-Naffau statt, die von den Vertreter» der Oltsgril gcn Frankfurt a. M.. Fulda, Darmstadt, Mainz, Gieß Wiesbaden besucht worden war. Die Tagung selbst sta unter dem Zeickien intensivster Arbeit. Die Ergebt^ der Diskuflion wurden in folgende Rewlntion zulq mengrsaßt: Der Grupp»nverbandstag des Zionistischen Gr perwerbandes für Heflen und Hessen-Nassau dankt HeH Dr. Landsberg und dem bisherigen Vorstand fiir | geleistete Arbeit. Er ruft seire Mitglieder und Ortsgruppe»» auf! Zionistische Gemeinden zu bilde»,, 2. Intensive Kuljl arbeit zu leisten, insbesondere hebräische KindergiiAA und Sprachschulir» zu eröffnen. 3. Zroii!slisck)e Seiinii ien zu errichte»». Es wurde angeregt, daß jeder eil zclne Zionist des Gruppenr'erbands einen Tag Monat sich völlig der zionistischen Arbeit zur VerfügüD »stellt. Wir bitten um Durchführung dieser Anregung. Der Gruppeirvekband macht es-, weiterhin, fest Mitglieder»» zur Pflicht, sofort mit der Alijaaktion die 30 Chaluzim einzusetzen. Diese Resolution wurde einstimmig angeuviiimt Die Neuwahl ergab folgendes Ergebnis: Dr. Landsber Vorsitzender. Beirran Eiern und Judo Bornstein, beH in Wiesbaden, Beisitzer. Eine Sammlung der Wie badener Ortsgruppe für den Alijasonds auf der TciguH ergab die Surnme von Mk. 560 600.—. Ostsudendebatte im preußischen Landtag. Aus eine L.utsch-nationale Jnterpellatioir hin fand. preußischen Landt»»g eine ausführliche Debatte statt, in Der große Maggid und seine Nächfolgi von lllttitin Biil'er (Verlag Cicero rische 2lnftÄj Riitten <fc Lo^ii i»^ Frankfurt a. 211. 1)22.1 j Eines der erfreulichsten Bücher, die im letzten Jchre. schienen sind, ist ..Der große Maggid" von Martin Br Lubrr stellt dort ii schöner, schlichter Ueoer'e zung chcssidi Geschichten zu'ammcii. die sich um je eine der fü.'jrenden söiüichkeilen des Ehosiid»sn»us gruppieren »md ein drutli Bild tiefer Männer sowohl als auch ter chasfidischer» Be ynng zu geben vermögen. In einer our-ährlichen Einieitli ersteht Bnber es tressllch, den mestiüd»!. -:n Leser i» Wes und Eigenart jene»' lirjüdisrhen, schöpferischen Boltsbewe cn.zufghre». Wir lasten crnige der dort er-ätlrei» Geichs »en hier folgen:, Grenze des Rats. Die Schüler des Baalschein hörten ron einem M r.is von ci» cm Weifen reden. Einige »n.ter ihn-»»» langte cs. ihn mifzi!suchen und seine Lchre zu erfahrt Der Meister gab ihnen die Erlaubnis: sie aber fr», melier: ..lind warm» sollen mir ercemisn, ob er, wahrer Znddik ist?" „Erbittet von ihm", antwo der Baaischein. einen Rat, wie ihr es anzufangen donrir die fremden Gedanken e»»ch nicht mehr bi Beten und Lernen stören. Gibt er euch-einen Rät/ ruißt ihr. daß er der Richtigen einer ist. Denn da»! der Dienst der Menschen in der Welt bis zur T 't»nde. Mal um Mal mit dem Fremden zu ringen - A!al um Mal einzuheben in die Eigenheit dcs. ji-chr. Barnens."